Wieder Hitzewarnung für die Region

"Das ist jetzt keine Hitzewelle mehr, sondern ein Zuwarmi"

+
In der kommenden Woche könnte in Sachen Hitze ein Jahrhundertrekord fallen.
  • schließen
  • Martina Hunger
    Martina Hunger
    schließen

Landkreis - Auch an diesem Wochenende war wieder Dauerschwitzen in der Region angesagt. Auf den Balkonen in der Region ist die 40-Grad-Marke bereits gefallen. Auch am Montag gilt wieder eine Hitzewarnung - und Mitte der Woche könnte sogar ein Jahrhundert-Rekord fallen:

UPDATE, 9.45 Uhr - Am Montag wieder Hitzewarnung

Auch am Montag hat der Deutsche Wetterdienst erneut eine Hitzewarnung für die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting herausgegeben. Diese gilt von 11 Uhr bis vorerst 19 Uhr.

Bis zu einer Seehöhe von 600 Metern wird eine starke Wärmebelastung erwartet. Am Dienstag könne die starke Wärmebelastung dann sogar bis in eine Höhe von 800 Metern reichen, hieß es. Es ist der achte Tag der Warnsituation in Folge.

Gefahrenhinweis: Starke Wärmebelastung stellt eine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Gefährdet sind insbesondere ältere, pflegebedürftige oder kranke Menschen, aber auch Säuglinge und Kleinkinder. Allgemeine Handlungsanweisungen für das Vorgehen bei großer Hitze finden Sie HIER.

UPDATE, Montag 5.45 Uhr: 40-Grad-Marke in Grabenstätt gefallen

Die Region schwitzt und das nicht zu wenig. Bereits seit mehr als 10 Tagen lässt uns die Hitzewelle nicht zur Ruhe kommen. Am Sonntag schickte uns eine Leserin aus Winkl/Grabenstätt ein Foto ihres Thermometers auf dem Balkon. Dort zu lesen: Die 40 Grad-Marke im Schatten ist auch bei uns in der Region keine Seltenheit mehr (Bild siehe oben links). 

Vergangene Woche waren Temperaturen von 45 Grad im Schatten lediglich in Spanien und Portugal zu messen. Unsere Leserin nimmt es allerdings noch gelassen: "Da bleibt nur eines: Hinterm Haus den Liegestuhl aufstellen, Eiskaffee genießen wo stets ein angenehmes Lüftchen weht. Gestern hab ich in Facebook noch gelesen: Das ist jetzt keine Hitzewelle mehr, sondern ein Zuwarmi."

Vorbericht

Hitze und Trockenheit haben die Region weiterhin fest im Griff. Am Sonntag hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) den elften Tag in Folge eine Hitzewarnung für die Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting erlassen. Man müsse mit einer außerordentlich hohen Wärmebelastung rechnen, hieß es.

Zudem gab es am Samstag bereits hitzebedingte Feuerwehreinsätze. In Neuötting (Landkreis Altötting) hatten Jugendliche auf einem staubtrockenen Stoppelfeld mit Pyrotechnik gezündelt und damit einen Feldbrand verursacht. Bei Oberaudorf (Landkreis Rosenheim) entfachten Unbekannte ein Lagerfeuer, so dass die Floriansjünger nach starker Rauchentwicklung einen Waldbrand löschen mussten.

Doch Abkühlung ist keineswegs in Sicht. Vielmehr könnten in der kommenden Woche neue (Allzeit-)Rekorde fallen. "In Ostdeutschland könnte es am Mittwoch in Sachen neuem Jahrhundertrekord sehr spannend werden. (...) Da soll es den aktuellen Berechnungen zufolge noch heißer als am vergangenen Dienstag (39,7 Grad in Bernburg an der Saale) werden und damit sind die Chancen groß, dass diesmal dort die 40-Grad-Marke fallen könnte, die seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in dieser Region noch nie geknackt wurde", erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net (www.wetter.net).

Seit fast 14 Tagen Dauerhitze

Am Dienstag dauert diese extreme Hitzewelle übrigens schon seit 14 Tage an. "Die Ausdauer dieser Hitzewelle ist für unsere Breiten beeindruckend. So eine lange Dauer ist bei uns eher nicht die Regel. Das ist eine Wetterlage, wie man sie nur aus dem Mittelmeerraum kennt. Für Mensch, Tier und Natur ist die Wetterlage eine sehr heftige Belastung", so Jung weiter. Oftmals hätten inzwischen sogar Klimaanlagen Schwierigkeiten, Häuser, Wohnungen oder Einkaufszentren kühl zu halten, hieß es. 

So geht es in den kommenden Tagen weiter:

  • Montag: 27 bis 35 Grad, noch heißer, viel Sonne, nachmittags im Süden einzelne Gewitter
  • Dienstag: 29 bis 38 Grad, Sonne satt und viel Hitze, nachmittags lokal Hitzegewitter
  • Mittwoch: 28 bis 40 Grad, im Osten unerträglich heiß, später aus Westen starke Gewitter mit Unwetterpotenzial
  • Donnerstag: 24 bis 37 Grad, nach Osten nochmal extrem schwül-heiß, im Westen schon deutlich kühler und weitere Regenschauer, später auch im Osten Unwetter möglich
  • Freitag: 23 bis 28 Grad, die ganz große Hitze ist erstmal vertrieben, es bleibt aber weiterhin sommerlich warm, die Höchstwerte bleiben bei über 20 Grad, Landregen ist nicht in Sicht

Heftigster Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen

Die Hitze dauert im Westen bis einschließlich Mittwoch an, im Osten bis einschließlich Donnerstag. Ab Freitag sollten dann die extrem heißen Temperaturen erstmal aus Deutschland vertrieben sein. Wer nun aber denkt, es ginge kühl und herbstlich weiter, der irrt. Auch danach liegen die Werte meist um 25 Grad, also im sommerlichen Bereich. 

Auch ergiebiger Landregen ist leider weit und breit nicht in Sicht. Außer den kräftigen Gewittern am Mittwoch und Donnerstag die es meist nur lokal gibt, sind keine nennenswerten Regenmengen in Sicht. "So einen heftigen Sommer gab es noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen", fasst Wetterexperte Jung zusammen.

mw (mit Material von DWD und wetter.net)

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser