Kommt jetzt eine Kaltfront?

Landkreis - Erst kam der Sand aus der Sahara, dann die Wärme. Doch in den nächsten Tagen soll es offenbar wieder kälter werden. Was die Wetterexperten sagen:

In der Tat, am 29. März begann es in der Sahara zu stürmen, Mittelwind 7 bis 8 Beaufort (55 bis 70 km/h) über mehr als einen Tag, Böen bis Windstärke 10 (100 km/h). Kein Wunder, dass so viel Sand und Staub aufgewirbelt wurde, der schließlich dank meteorologischer Fügung bis zu uns vordringen konnte und die letzten Tage weniger in aller Munde, sondern auf vielen Dächern zu finden war.

Ursache war ein von Westen her über Nordafrika ziehendes Tief mit einem Kerndruck von 1000 hPa. Aus unserer mitteleuropäischen Sicht eigentlich nichts Besonderes. Nun steht in der mathematischen Formulierung der Windgeschwindigkeit im Zähler der Abstand der Isobaren, im Nenner unter anderem die geografische Breite (als Sinus). Daher gibt es bei sonst gleichem Isobarenabstand, je näher man dem Äquator kommt umso mehr Wind. Daher wird ein auf den Wetterkarten gleich aussehendes Tief, bei dem es bei uns lediglich windig ist, über der Sahara zum Sturmtief. Das lernen auch die Segler, die mal auf Nord- und Ostsee, mal im Mittelmeer unterwegs sind.

Wärmer als in Tunesien

Nachdem das Tief abgezogen war, lagen die Temperaturen rund ums Mittelmeer und in der Nordsahara genau so hoch wie bei uns entlang des Rheins, in Tunesien bleib es sogar unter 20 Grad. Nach einer kurzen Wetterberuhigung zog ein weiteres Tief von Westen her über das südliche Mittelmeer und den Norden Afrikas und führte bei nicht ganz so starkem Mittelwind in der Sahara wieder zu teils schweren Sturmböen. Diesmal kam im Zusammenspiel mit einem Hoch über dem östlichen Libyen allerdings der Wind aus der inneren Sahara und die Temperaturen an der Syrte(Libyen) stiegen innerhalb zweier Tage von Werten um 20 auf Werte um 35 Grad. Dies ist Anfang April ungewöhnlich warm, denn mit gut 20 Grad sind dort Werte zu erwarten, die wir bei uns in dieser Woche hatten.

Wetterentwicklung für die nächsten Tage

Was haben nun unsere Mittelmeerurlauber davon? Eher nicht so viel. Weite Bereiche des Mittelmeers "leiden" unter dem oben erwähnten Tiefdruckgebiet, dessen Kern sich derzeit zwischen Italien und Sardinien befindet. Viele Wolken und Gewitterschauer sind die Folge. Nur im östlichen Mittelmeer gibt es derzeit schönes Wetter, aber das sich auf seinem Weg nach Osten abschwächende Tief bringt am Dienstag auch dort ein paar Schauer und einen Temperatursturz von 30 auf 20 Grad.

In den anderen Gebieten zeichnet sich für nächste Woche eine Wetterberuhigung ab, aber nur zwei Tage wirklich sonniges Wetter. Die Temperaturen werden allerdings deutlich über denen liegen, die wir für Deutschland erwarten. Denn nach der Kaltfront, die Deutschland bis Dienstagabend überquert haben wird, werden sich bei uns die Temperaturen in Richtung des jahreszeitlichen Normalfalls von 10 bis 15 Grad bewegen, nur im Süden vielleicht auch mal 18 Grad erreichen.

Pressemeldung DWD

Rubriklistenbild: © dpa

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