Markante Kaltfront bringt Regen und Schnee

Landkreis - Momentan sind der Regen und Schnee noch über Dänemark und Südschweden. Aber sehr bald landet das "Ekel-Wetter" laut Wetterdienst auch in unserer Region:

Zu Beginn dieser Woche erstreckte sich eine umfangreiche Hochdruckzone von der Biskaya über Frankreich hinweg bis nach Osteuropa. So wurden Tiefdruckgebiete gezwungen, über den Norden Europas beziehungsweise über das Mittelmeer hinweg zu ziehen. Dadurch herrschte über weiten Teilen Mitteleuropas ruhiges, teils sonniges, teils trübes, aber weitgehend mildes Herbstwetter. In den kommenden Tagen erwartet uns dagegen das totale Kontrastprogramm: vielerorts Höchsttemperaturen nur um oder sogar unter 10 Grad, teils kräftige Niederschläge und Schnee in den Gebirgen. Wie kam es zu diesem Wetterumschwung?

Kaltfront kommt nach Deutschland

Während sich der Hochdruckeinfluss über weiten Teilen Mitteleuropas bereits am gestrigen Mittwoch abschwächte, baute sich im Gegenzug über dem Ostatlantik ein neues Hochdruckgebiet auf. Dieses erstreckt sich momentan von Grönland bis vor die Westküste Afrikas. Auf der Ostflanke dieses Hochdruckgebietes entstand eine Zone tiefen Luftdrucks, die nun von Spitzbergen über Skandinavien und Mitteleuropa hinweg bis nach Italien reicht. Darin eingebettet sind mehrere Tiefdruckzentren. Eines dieser Tiefdruckgebiete liegt aktuell mit seinem Kern über Südschweden und Dänemark. Mit diesem Tiefdruckgebiet ist eine markante Kaltfront verbunden, die derzeit etwa vom Schwarzwald über den Thüringer Wald bis nach Vorpommern verläuft und im Laufe des heutigen Nachmittags schließlich die Alpen erreichen wird. Mit Durchzug der Kaltfront dreht der zuletzt südwestliche Wind auf Nordwest bis Nord. Dadurch fließt allmählich maritime Kaltluft arktischen Ursprungs nach Mitteleuropa ein und verdrängt somit die milde Luft.

Lagen die Höchsttemperaturen am gestrigen Mittwoch noch meist zwischen 14 und 19 Grad, erwarten uns heute nur noch maximal 8 bis 14 Grad, in höheren Lagen auch noch darunter. Der kälteste Tag der Woche steht uns am morgigen Freitag vor allem in der Mitte und im Süden Deutschlands bevor. Dort werden kaum noch Höchsttemperaturen von 10 Grad erreicht. Milder bleibt es dagegen vor allem im Nordosten Deutschlands, wo die Temperatur tagsüber wieder auf Werte bis 16 Grad ansteigt.

Kräftige Niederschläge

Verbunden mit diesem Wetterumschwung sind teils kräftige und länger anhaltende Niederschläge. In der vergangenen Nacht hat es bereits in der Mitte Deutschlands angefangen kräftig zu regnen. Mittlerweile sind die Niederschläge auch in der Südhälfte Deutschlands angekommen. Besonders in Staulagen fallen 20 bis 40 Liter pro Quadratmeter Regen, an den Alpen sind bis zu 50 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden möglich. Dort halten die Niederschläge auch bis in den Freitag hinein an. Am morgigen Freitag wird es dann vor allem über der Mitte und dem Norden Deutschlands längere Zeit regnen. Aufgrund des Temperaturrückgangs sinkt auch die Schneefallgrenze, also die Höhenlage, oberhalb der die Niederschläge als Schnee fallen. Diese liegt heute zunächst bei etwa 1000 m und sinkt in der Nacht zum Freitag auf etwa 800 m ab. Somit dürfte der Regen in den höheren Lagen der Mittelgebirge und auch in den Hochtälern der Alpen in Schneeregen bzw. Nassschnee übergehen und dort mit einigen Zentimetern Neuschnee zumindest vorübergehend einen winterlichen Eindruck hinterlassen.

Nächste Woche leichte Beruhigung

Auch über das Wochenende hinweg verbleiben wir im Einflussbereich tiefen Luftdrucks. Erst im Laufe der nächsten Woche könnte sich wieder schwacher Hochdruckeinfluss durchsetzen und somit eine Wetterberuhigung bringen. Ein deutlicher Anstieg der Temperaturen ist allerdings aus heutiger Sicht in der nächsten Woche nicht zu erwarten.

Pressemeldung Deutscher Wetterdienst

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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