Hochwasser verstärkt die Hitzeschäden

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Landkreise - Die Hitze macht den Bauern in der Region schwer zu schaffen. Bei Kartoffeln befürchten sie sogar einen Ernteausfall von über 30 Prozent.

"Es ist wirklich mehr als schlimm", sagt Anton Kreitmair, Präsident des Bayerischen Bauernverbands in Oberbayern. "Bei den Leute, die am Montag keinen oder wenig Regen hatten, stirbt das Getreide regelrecht ab." Ums Grünland ist es aber nicht viel besser bestellt. "Die Wiesen sind dürr, ausgetrocknet. Das ist Gift", bringt es Kreitmair auf den Punkt.

Niederschläge sorgten für schwaches Wurzelwerk

Anton Kreitmair, Präsident des Bayerischen Bauernverbands Oberbayern

Nachdem das Hochwasser bereits an einigen Wiesen und Felder große Schäden angerichtet hat, setzt den Bauern nun die Hitze zu. Und die trifft die Landwirte gerade wegen des Hochwassers besonders hart. Das nasse Frühjahr habe zu einer schwachen Wurzelbildung geführt, erklärt der 50-Jährige. Und Pflanzen mit vergleichsweise kurzen Wurzeln trotzen der Trockenheit vergleichsweise schlecht. Lediglich in Franken gebe es "schöne Bestände", denn dort habe es im Frühjahr weniger Niederschläge gegeben.

So ging es den heimischen Bauern nach dem Hochwasser

In Oberbayern jedoch, wo laut Kreitmair jeder Landkreis ähnlich stark von den Folgen der Hitze betroffen ist, muss mit massiven Ernteausfällen gerechnet werden. Bei Kartoffeln und Zuckerrüben summiere sich der Ernteausfall mit Sicherheit auf ein Drittel, so der 50-Jährige. Bei Grünland sind die Einbußen mit etwa 25 Prozent ebenfalls sehr deutlich. "Extrem" treffe es auch den Mais, der immer noch die wichtigste Futterpflanze sei. Bei der Kartoffel kommt neben der Hitze auch noch hinzu, dass sie wegen des nassen Frühjahrs später ausgesät werden konnte.

Für Anton Kreitmair bewegen sich die Einbußen schon fast auf historischem Niveau. "Dieses Ausmaß habe ich noch nicht gekannt", so der 50-Jährige. Dennoch gehe es zum Glück nicht an die Existenzgrundlage der Bauern.

Kommt der Durchbruch beim Hochwasserschutz?

Beim Hochwasserschutz, ein weiteres für die Landwirte sehr wichtiges Thema, konnte der Bauernverband erste Erfolge erzielen. Es habe vor wenigen Wochen im Landtag Gespräche mit Umweltminister Marcel Huber und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner gegeben, erzählt Kreitmair. Dort hätten die Landwirte die Problematik dargelegt und auf Fehler hingewiesen, die ihrer Meinung nach beim Hochwasserschutz gemacht wurden. "Die Bauern haben sich sehr ernstgenommen gefühlt", so Kreitmair.

Die Vorschläge der Landwirte sollen nun geprüft werden. Das sei allerdings keine Sache, die man von heute auf morgen erledigen könne, schätzt Kreitmair.

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Anton Kreitmair äußert sich im Interview zu den Hochwasserschäden

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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