Noch ist das Chaos nicht überstanden

Kommt nach dem Schnee das Hochwasser?

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Landkreise – Zwölf Tage dauert das Schneechaos nun schon an. Die Lage in den betroffenen Regionen scheint sich langsam zu entspannen. Was bleibt ist die Frage: Kommt nach dem Schneechaos jetzt das Hochwasser?

Das Schneechaos aktuell: Hier finden Sie die aktuellen Meldungen.

Auch am zwölften Tag des Schneechaos gibt es für die Helfer noch jede Menge Arbeit, vor allem in den südlichen Teilen der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land. Der Katastrophenfall bleibt für die Landkreis MB, BGL und TS nach wie vor aufrecht. Die Lage scheint sich aber langsam zu entspannen. Was bleibt ist die Frage, ob nach dem Schneechaos jetzt das Hochwasser kommt.

Gewaltige Schneemassen

Feuerwehrler aus den Landkreisen AÖ und Mü waren dabei Schneechaos in BGL: Hier wird jede helfende Hand gebraucht.

Es sind gewaltige Schneemassen, die da runter gekommen sind. Um die Hausdächer von der gewaltigen Schneelast zu befreien, sind hunderte von Einsatzkräften im Einsatz. Die Angst: Die Dächer könnten einbrechen. So beschreibt beispielsweise der Kreisbrandrat des Landkreises Mühldorf (selbst vor Ort im Einsatz) die Lage: „So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen.“ In höheren Lagen habe man die Häuser teilweise nur erahnen können, so hoch soll der Schnee gelegen haben.

Wohin mit diesen Schneemassen?

Klar: Erst einmal runter vom Dach. Was dann? Kommt jetzt das Hochwasser? Schnee ist schließlich nix anderes als Wasser und das sucht sich bekanntlich seinen Weg. innsalzach24.de hat nachgefragt.

Zunächst einmal muss der Schnee erst abtauen. Dazu schreibt die Pressestelle des Bayerischen Landesamtes für Umwelt: „Der Schmelzprozess beginnt in den unteren Tallagen und den Südseiten der Hänge. Dieses Wasser ist schon abgelaufen bevor der Schmelzprozess auch in den Hochlagen einsetzt. Nur wenn es im Frühsommer zu ergiebigen Regenfällen kommt, kann im alpinen Bereich eine Restschneemelze das Wasserdargebot eines Hochwasserregens noch erhöhen.“ Deswegen gebe es für den Alpenraum keine besonders gefährdeten Bereiche.

Kommt jetzt das Hochwasser?

Grundsätzlich gilt laut Bayerischem Landesamt für Umwelt: „Aus der Schneeschmelze allein entstehen (…) im alpinen Raum keine extremen Hochwasser.“ Das Flussnetz als Entwässerungssystem werde durch das abfließende Wasser geformt. „Im Alpenraum, wo viel Wasser abfließt, ist das Flussbett tiefer sowie breiter und kann mehr Wasser aufnehmen.“ Ein gleich hohes Regenereignis würde demnach im Norden Bayerns zu weit höheren Ausuferungen und Überschwemmungen führen als im Alpenraum.

Kurzum: Es gibt derzeit keine Anzeichen für eine Hochwassergefahr. Das Tauwasser fließt der Reihe der unterschiedlichen Höhen nach ab. „Die Vorsorgemöglichkeiten bei Hochwassergefahr finden Sie (sollte es dazu kommen) unter: https://www.hochwasserinfo.bayern.de/.

Lesen Sie dazu auch: "Zehn Fakten über den Inn".

Entwarnung auch vom VERBUND Innkraftwerke. Auf Nachfrage von rosenheim24.de erklärt Sprecher Wolfgang Syrowatka, dass man dort keinerlei Anzeichen für Hochwasser am Inn sehe. Es gebe keine Anzeichen für einen plötzlichen Wärmeeinbruch. Somit sei die sukzessive Abgabe von Wasser aus der vom Schneechaos betroffenen Alpenregion für den gesamten Verlauf des Inns unter Kontrolle. 

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