Pressemeldung Unwetterservice Südostbayern

Zwischenbericht der Schneefälle vom Unwetterservice Südostbayern

+

Da es am Freitag endlich eine kurze Pause bei den Schneefällen der letzten Woche gibt, nutzt der  Unwetterservice Südostbayern die Gelegenheit und fasst die Daten und Ereignisse der letzten Tage zusammen:

Am Freitag, den 4. Januar, begannen die Schneefälle, von denen zu diesem Zeitpunkt zwar zu erwarten war, dass sie zu Problemen führen könnten, das heutige Ausmaß aber war noch nicht absehbar. Es wurden die ersten Unwetterwarnungen ausgegeben. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1140432162788213/)

Am Samstag, den 5. Januar, kam es dann zu den ersten Problemen und leider auch tödlichen Zwischenfällen. Es waren wieder Unwetterwarnungen aktiv (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1140947999403296/, https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1141037202727709/) und auch die Lawinengefahr stieg auf Stufe 3-4 von 5. Dass diese Stufe gerechtfertigt war hat leider der tragische Tod eine jungen Frau durch eine Lawine am Teisenberg deutlich unter Beweis gestellt. Glimpflicher kam eine Dame davon, deren Auto von einer Lawine verschüttet wurde, sie hat überlebt. 

Leider kam es am Samstag auch außerhalb der Berge zu einem Toten bei einem Autounfall. Autounfälle gab es an diesem Tag in allen Landkreisen unseres Gebietes Dutzende, bei den meisten blieb es aber zum Glück bei Blechschäden.

Auch kapitulierten die ersten Bäume unter der Schneelast. In Trostberg wurde dadurch ein Wohnblock beschädigt, auf vielen Straßen lagen die ersten umgestürzten Bäume und führten zu massiven Behinderungen.(https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1141877952643634/)

Am Flughafen München mussten 130 Flüge annulliert werden.

Im Flachland fielen bis zur Nacht auf Sonntag 10 bis 20cm Neuschnee, an und in den Bergen bis zu einem Meter.

Weitere Infos zum Samstag findet ihr bei OVB24: Ticker Samstag 

Am Sonntag, den 6. Januar, sorgte dann vor allem die Schneelast auf den Bäumen zu erheblichen Problemen. Durch den nassen Schnee brachen viele Äste ab oder es stürzten die Bäume komplett um. Das führte natürlich zu erheblichen Behinderungen auf Straßen und Schienen. Erste Bahnverbindungen wurden unterbrochen. Selbst auf der A8 kam es zu Sperrungen, bie B305 wurde bei Schneizelreuth komplett gesperrt.

Im Berchtesgadener Land wurden alle Passstraßen gesperrt. Auch fast alle Grenzübergänge nach Österreich wurden dicht gemacht.

Im Achthal Gemeinde Markt Teisendorf wurde die Verbindungsstrecke zwischen Neukirchen und Oberteisendorf wegen Schneefalls und umgefallener Bäumen gesperrt.

Durch den Schneefall kam es auch zu vielen Glätteunfällen, LKWs standen quer, Autos rutschten von der Straße.

Bei unseren österreichischen Nachbarn wurden an der Tauernautobahn die ersten Lawinensprengungen durchgeführt.

Am Sonntag Nachmittag ließen die Schneefälle zumindest im Flachland nach und leichtes Tauwetter setzte ein, was aber nicht wirklich zu einer Entspannung der Situation führte. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1141877952643634/)

Am späten Nachmittag dann wurde an einigen Schulen der Unterricht zuerst nur für Montag, später auch für Dienstag abgesagt: Im Landkreis Traunstein entfällt der Unterricht an allen Schulen der Großen Kreisstadt Traunstein sowie an allen Schulen südlich der Linie Chieming-Nußdorf. Hinzu kamen die Grundschulen Neukirchen und Marktschellenberg im BGL.(https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1141927222638707/)

Am Sonntagabend haben das THW und die Feuerwehr Traunstein zur Klosterkirche an der Ludwigstraße in Traunstein ausrücken müssen. Die Schneemassen auf dem Dach haben das Gerüst an der Kirche, die derzeit renoviert wird, teilweise stark eingerissen. Daraufhin sind die Ludwigstraße und die Klosterstraße komplett gesperrt worden. Auch mehrere Bundes-, Staats-, Kreis- und Ortsverbindungsstrassen blieben gesperrt oder wurden am Sonntag abgeriegelt.

Leider war schon abzusehen dass es am Montag mit dem Schnee weitergeht: https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1142000229298073/

Weitere Infos zum Sonntag findet ihr im Ticker Sonntag von OVB24.

Am Montag, den 7. Januar, schneite es verbreitet weiter, an und in den Bergen leider auch sehr ergiebig. Auf Der A8 kam es, genau wie auch auf sehr vielen anderen Straßen, zu erheblichen Behinderungen durch die Schneebruchgefahr oder bereits umgestürzte Bäume.

Der Nachbarlandkreis Miesbach hat auf Grund der kritischen Situation im Laufe des Vormittags den Katastrophenfall festgestellt um auch Kräfte wie die Bundeswehr und das THW effektiver zur Gefahrenabwehr und Hilfeleistung anfordern zu können. Auch wurde daraufhin der Unterricht an allen Schulen im Landkreis Miesbach bis einschließlich Freitag abgesagt.

Aber auch in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land wurden für Dienstag wieder einige Schulen geschlossen, da der Schulweg zu gefährlich oder gar unmöglich war. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1142599435904819/)

Die Lawinengefahr war auch am Montag weiterhin erheblich, weshalb die Warnstufe 4 von 5 erhalten blieb. In Österreich wurden leider auch wieder Menschen Opfer von Lawinen und es wurden einzelne Skigebiete gesperrt.

Gegen Mittag wurden die seit Freitag bestehenden Unwetterwarnungen des DWD vor Starkschneefall vorerst aufgehoben.

Am Nachmittag sorgte eine gerissene Hochspannungsleitung für Aufregung in Siegsdorf und Ruhpolding, da diese Ortschaften ohne Strom waren. Die B306 musste zwischen Siegsdorf und Inzell gesperrt werden. Bis zum Abend konnte aber die Stromversorgung wiederhergestellt und die Straßensperre aufgehoben werden.

An der A8 bewiesen die Helfer am Montag Nachmittag ihr helles Köpfchen. Um die Schneebruchgefahr entlang der Autobahn zu verringern nutzten sie clever den Abwind eines Hubschraubers um den Schnee von den Bäumen zu blasen oder gefährdete Bäume gesichert umstürzen zu lassen. Das hätte natürlich kurzzeitige Sperrungen der Autobahn und längere Staus zur Folge, es konnte aber die Verkehrssicherheit der Autobahn wieder hergestellt werden. Diese Aktion wurde dann auch am Dienstag fortgeführt. Hias B. vom Unwetterservice Südostbayern aus Neukirchen am Teisenberg konnte uns live davon berichten: https://www.facebook.com/unwetterservice.suedostbayern/videos/385223328879403/

Leider waren dann die Aussichten am Montag Abend für Dienstag nicht unbedingt beruhigend, es wurden starker Wind und Schneeverwehungen vorhergesagt: https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1142660569232039/

Weitere Informationen zum Montag findet ihr wieder bei OVB24: Ticker Montag 

Auch am Dienstag, den 8. Januar, hat der Schnee die Region fest im Griff.

Die Schneesituation verschärfte am Dienstag besonders der lebhafte Wind der in Böen auch Sturmstärke erreicht hat. Das führte neben den sowieso schon hohen Schneemengen auch noch zu teils riesigen Schneeverwehungen die etlich Straßen und Wege unpassierbar machten und vor denen die Räumdienste kapitulieren mussten. Die einzige Chance bestand in der Beseitigung durch schweres Gerät wie Radladern und Baggern. Grundsätzlich hat sich aber die Wettersituation kurzzeitig etwas entspannt.

Aber die Schneebruchgefahr war weiter sehr hoch und bescherte weitere Unfälle und Strassensperrungen. Die Zahl der gesperrten Bahnstrecken und gestrichenen Buslinien stieg immer weiter. Wo der Bus- und Zugverkehr aufrecht erhalten werden konnte musste teils mit erheblichen Verspätungen gerechnet werden.

Am Vormittag kam das erste mal das Wort „Schneekatastrophe“ ins Spiel; Dipl. Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net beschrieb die Situation als äußerst bedrohlich.

Am Vormittag wurde in den betroffenen Gebieten in Traunstein und dem Berchtesgadener Land der Schulunterricht bis einschließlich Freitag, den 11. Januar, abgesagt. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1143326375832125/)

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat seit Freitagfrüh, 4. Januar, 358 Verkehrsunfälle verzeichnet. "Dabei sind die meisten glimpflich ausgegangen, es entstanden lediglich Blechschäden", berichtete der Polizeisprecher Stefan Sonntag. "Leider gab es bei diesen Unfällen aber auch drei Tote und drei Schwerverletzte."

Im Laufe des Dienstag wurden auch in unserer Region die ersten Skigebiete geschlossen, in manchen waren nur noch die kleinen Lifte im Tal in Betrieb.

Am Nachmittag warnte das Forstministerium die Bevölkerung die Wälder zu betreten, da die Schneebruchgefahr zu hoch sei.

Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 aus Bischofswiesen, die ‚Struber Jager‘, haben auf der Buchenhöhe in Berchtesgaden in den Schneemassen gestrandete Schüler in Sicherheit gebracht. Die Marktgemeinde hatte ein dringendes Eilhilfeersuchen an die Gebirgsjäger gestellt. Die Schüler sowie Lehrer der Christopherus-Schule steckten aufgrund einer Straßensperre an der Schule im Berchtesgadener Ortsteil Buchenhöhe fest.

Auch Unwetterwarnungen wurden wieder aktiv, es sollte noch mehr Schnee kommen.(https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1143394432491986/)Die Wetterberichte sahen dementsprechende Schneemengen. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1143394432491986/)

Weiterführende Informationen zum Dienstag findet ihr wieder auf OVB24: Ticker Dienstag

Der Mittwoch, 9. Januar, sorgte leider auch nicht für Entspannung.

Durch schneeglatte Straßen kam es besonders am Morgen zu vielen Behinderungen und Unfällen. Besonders dramatisch war der Unfall eines Schulbusses bei dem mehrere Kinder und der Busfahrer verletzt wurden.

Die Situation auf der A8 war teilweise chaotisch, Schneeglätte und liegengebliebene LKW am Irschenberg sorgten für kilometerlange Staus. Streckenweise war nur eine Spur befahrbar.

Am Vormittag wurde gemeldet, dass rund 350 Menschen in Buchenhöhe bei Berchtesgaden festsitzen und per Lastwagen mit Lebensmitteln und dem Nötigsten versorgt werden müssen.

Am Mittwochmittag gegen 11.15 Uhr ging in Marktschellenberg eine Lawine ab. Dabei wurden Teile der Alten Berchtesgadener Straße von einer etwa fünf meterhohen Lawine verschüttet. Zum Glück kamen keine Personen zu Schaden.

Im Laufe des Tages wurden Hausbesitzer darauf hingewiesen die Schneelasten auf ihren Dächern zu überprüfen und gegebenen Falls diese zu räumen. Als Anhaltspunkt wurde ein Merkblatt ausgegeben. (http://www.bauen.bayern.de/assets/stmi/buw/baurechtundtechnik/iib8_merkblatt_der_naechste_winter_kommt_bestimmt_201211.pdf)

Für Donnerstag wurden die Schulausfälle aufrechterhalten bzw. um einige Schulen erweitert. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1144041225760640/)

In der Stadt Traunstein kommt es zu Problemen bei der Restmüllabfuhr, diese musste teilweise verschoben oder abgesagt werden.

Der Almgasthof Grafenherberg in Oberaudorf ist seit Mittwochnachmittag nicht mehr erreichbar, wie er auf seiner Facebookseite mitteilte. Wegen einer witterungsbedingten Straßensperrung können Gäste weder an- noch abreisen.

Auf der Facebookseite des Unwetterservice Südostbayern trafen viele Meldungen und Fotos der Schneemengen ein. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1143808442450585/, https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1143982475766515/)

Die Lawinenwarnstufe wurde kurzfristig auf 3 gesenkt, später aber wieder auf 4 angehoben Auch die Unwetterwarnungen wurden aufrecht erhalten, die Wetterberichte machten ebenfalls wenig Hoffnung auf eine Entspannung der Lage. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1144092852422144/)

Alle Meldungen des OVB findet ihr im Ticker Mittwoch

Am Donnerstag, den 10. Januar, wurde der vorläufige Höhepunkt erreicht. Die Schneefälle der Nacht sorgten in den Morgenstunden zu erheblichem Chaos auf den Straßen und im Bahnverkehr was auch zu Schulausfällen fast aller Schulen in den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf, Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land führten. Die Warnmeldungen überschlugen sich. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1144397665724996/)

Im Berchtesgadener Raum wurde der Katastrophenfall festgestellt, später auch im Landkreis Traunstein. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1144472395717523/)

In der Nähe von Heldenstein ereignete sich an einer Autobahneinschleifung ein LKW-Unfall. Dieser kam bei schneeglatter Straße von der Fahrbahn ab und rutschte in den Graben. Dies war der dritte Unfall ähnlichen Musters an der selben Stelle innerhalb von 8 Tagen. Zu erheblichen Behinderungen und langen Stauungen führte ein umgekippter LKW auf der A8 zwischen Bernau und Felden.

Am Bahnhof in Altenerding hat sich am frühen Morgen ein schwerer Unfall zwischen einer S-Bahn und einem Schneeräumfahrzeug ereignet.

Von den Behinderungen war natürlich auch der Busverkehr betroffen, viele Linien könnten ihren Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten oder es könnten einige Haltestellen nicht mehr bedient werden. Ein ähnliches Bild also wie bie den Bahnen.

In Mühldorf war eine geregelte Müllabfuhr nicht mehr möglich.

Ein tragischer Todesfall erschütterte Aying: In Trautshofen stürzte am Donnerstagnachmittag ein Baum auf Grund der Schneelast um und fiel auf ein neunjähriges Kind. Dieses wurde unter einem umgestürzten Baum eingeklemmt gefunden. Die eingeleitete Wiederbelebung war leider erfolglos.

Aufgrund der angespannten Schneesituation und der schwierigen Erreichbarkeit von Reit im Winkl, wurde an der BRK Rettungswache in Reit im Winkl zusätzlich eine Anlaufstelle für medizinische Versorgungen eingerichtet. Notfälle waren nach wie vor über die Integrierte Leitstelle Traunstein unter der Telefonnummer 112 zu melden. Die Anlaufstelle an der BRK Rettungswache in Reit im Winkl ist bis zur Entspannung der Schneelage und der Zufahrtssituation besetzt. Die Artzpraxen in Reit im Winkl sind regulär geöffnet.

In Traunstein mussten aufgrund der hohen Schneelasten auf den Dächern zwei Supermärkte vorsorglich geschlossen werden.

Die Regierung von Oberbayern wies die Bevölkerung zum wiederholten Male darauf hin die Schneelasten ihre Dächer zu beobachten und diese gegebenenfalls zu räumen. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1144662449031851/)

Zum Mittag hin wurden dann auch für Freitag alle Schulen in den Landkreisen Rosenheim, Muehldorf, Altötting, Traunstein und Berchtesgaden abgesagt. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1144726285692134/)

Am Donnerstagabend sagt denn mehrere Unfälle auf der A8 für stundenlange und Kilometer lange Staus. Die Rettungskräfte hatten alle Hände voll damit zu tun die Situation in den Griff zu bekommen.

Zum Abend hin konnte aber für Freitag wenigstens aus Sicht der Meteorologen leichte Entwarnung gegeben werden. Die Wetterberichte sahen sogar Sonnenschein. (https://www.facebook.com/211441455687293/posts/1144741935690569/)

Weitere Informationen zu den Geschehnissen am Donnerstag bekommt ihr bei OVB24 im Ticker Donnerstag.

Die aktuellen Schneehöhen am Freitag um 7 Uhr:

Hochfelln Berg: 400cm

Hochschwarzeck Berg: 300cm

Reit im Winkel: 240cm

Jenner Bergstation: 220cm

Bischofswiesen: 200cm

Kampenwand: 200cm

Obersalzberg: 140cm

Hochplatte Berg: 120cm

Aschau im Chiemgau: 100cm

Piding: 50cm

Brannenburg: 45cm

Marquartstein: 40cm

Ostermünchen/Tuntenhausen: 25cm

Chieming: 24cm

Kastl: 23cm

Surheim: 20cm

Neuötting: 15cm

Mühldorf: 14cm bis 27cm

Töging: 12cm

Immer aktuelle Informationen rund ums Wetter in unsere Region sowie Warnmeldungen und Wetterberichte findet ihr beim Unwetterservice Südostbayern https://www.facebook.com/unwetterservice.suedostbayern/

Pressemeldung Unwetterservice Südostbayern

Zurück zur Übersicht: Bayern

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT