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Eingetragene Lebenspartnerschaft

Landrat Adam gibt  Partner das Jawort

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Michael Adam ist seit November 2011 Landrat in Regen.

Regen - Mit seiner Homosexualität geht Michael Adam, Landrat von Regen, offen um. Jetzt bekannte sich der 27-Jährige auch amtlich zu seinem Freund.

Es ist nichts Ungewöhnliches daran, wenn sich ein Landrat für zwei Wochen in den Urlaub verabschiedet. Bis 10. September beantworte er weder dienstliche noch private E-Mails, sein Handy sei aus, schrieb Michael Adam, Landrat von Regen, am Freitag auf seiner Facebook-Seite. Dass er sich damit in die Flitterwochen verabschiedete – das wusste in seinem Heimatort Bodenmais und Umgebung kaum jemand. In größter Abgeschiedenheit, ohne Trauzeugen, Freunde oder Familie, gab Adam – 27 Jahre jung, Sozialdemokrat, homosexuell und damit wohl der ungewöhnlichste Landrat Bayerns – seinem langjährigen Partner Tobias Eckert, jetzt Adam, das Ja-Wort.

Adam war 2008 bundesweit bekannt geworden, als er damals in Bodenmais zum jüngsten Bürgermeister Deutschlands gewählt wurde. Im vergangenen November luchste er der CSU im katholisch geprägten Niederbayern den Landkreis ab. Seither wird er als das größte Talent der Bayern-SPD gehandelt, viele sehen ihn in naher Zukunft (mindestens) als Landtagsabgeordneten in München. Adam wiegelt bislang energisch ab. Mit seiner sexuellen Orientierung geht der 27-Jährige offen um, er kokettiert damit aber auch nicht: Sein gleichaltriger Partner, Heilerziehungspfleger und Mitarbeiter in einem Seniorenheim, begleitete ihn auch zu einigen Wahlkampfveranstaltungen, als Bürgermeister Adam im Herbst 2011 Landrat in Regen werden wollte. Doch Adam hielt seinen Freund Eckert aus dem Rampenlicht heraus: „Ich würde das auch nicht tun, wenn ich hetero wäre“, sagte er zum Beispiel im November 2011 am Rande eines Auftritts in der Stadthalle Viechtach. „Ich würde es megapeinlich finden, wenn ich meine Freundin im Wahlkampf vor mir herschieben würde.“

Adam will mit seiner Homosexualität nicht provozieren, sagt er. Dass er von der Schwulenbewegung als eine Art Ikone gesehen wird, passt ihm nicht so recht: „Ich sehe da keinen missionarischen Auftrag.“ Deshalb hielt er wohl auch die Eintragung der Lebenspartnerschaft am Samstag geheim. „Wir betrachten unsere Lebenspartnerschaft als reine Privatangelegenheit“, schreibt der Landrat dazu in einer Mitteilung, die sein Sprecher am Wochenende verbreitete. Weil er aber wisse, dass „der Familienstand des Landrats durchaus von öffentlichem Interesse ist“, mache er daraus auch kein Geheimnis.

Auf Adams Facebook-Seite haben seit Samstag zahlreiche Bürger, Freunde und Bekannte ihre Glückwünsche zum Ja-Wort ausgesprochen – und dem Paar schöne Flitterwochen gewünscht.

Von Carina Lechner

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