mit 530 PS starken Boliden im Raum Landshut unterwegs

BMW-Ingenieur rast Schwiegermutter mit Erlkönig tot - Tumult nach Urteil

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Der Fahrer eines hochmotorisierten BMW-Erlkönig verlor auf der Kreisstraße von Bonbruck die Kontrolle über sein Auto und prallte gegen mehrere Bäume. Die Beifahrerin verstarb am Unfallort.
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Landshut - Am 9. Juni des vergangenen Jahres kam es bei Bonbruck zu einem Horror-Unfall. Ein BMW-Ingenieur und Testfahrer verlor in einer Kurve die Kontrolle über einen 530 PS starken Erlkönig und prallte gegen einen Baum. Die Beifahrerin, die Schwiegermutter des Fahrers, starb bei dem Unfall. Nun wurde der Mann vom Landgericht wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Ein 39-jähriger Mann aus Fürstenfeldbruck musste sich am Donnerstag, 22. November, wegen dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung und Straßenverkehrsgefährdung zum zweiten Mal vor Gericht verantworten. Mit dem ersten Urteil des Amtsgerichts war die Staatsanwaltschaft nicht zufrieden und ging in Berufung. Zwei Wochen nach der Verhandlung damals heiratete der 39-Jährige die Tochter der Toten.

Bonbruck: BMW-Erlkönig prallt gegen mehrere Bäume - Frau tot

Der Angeklagte erfüllte am Abend des 9. Juni seiner Schwiegermutter einen lang ersehnten Traum: Eine Spritztour mit einem hochmotorisierten Boliden. 

"Sie wollte sicher nicht nur das Interieur genießen", erklärte der BMW-Ingenieur sein rasantes Fahrverhalten vor Gericht, berichtete unser Partnerportal merkur.de. Laut Gutachter verlor er in einem Waldstück bei 116 Stundenkilometer die Kontrolle über den BMW M 850i. Nach einer Links-rechts-Kurvenkombination wurde das Fahrzeug gegen mehrere Bäume geschleudert und blieb auf dem Dach liegen. Seine Schwiegermutter starb noch an der Unfallstelle. 

„Ich kann mir nicht erklären, was in der Kurve passierte. Ich kenne das Auto in- und auswendig, bin 45 000 Kilometer damit auf der Straße und auf Rennstrecken gefahren", sagte der Angeklagte Chefentwickler, berichtet bild.de.

Horror-Unfall bei Bonbruck: Beifahrerin stirbt nach Unfall mit Erlkönig

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, den Erlkönig bewusst zum Driften gebracht und die Kurve geschnitten zu haben. Diese Version des Geschehens konnte der Sachverständige vor Gericht jedoch nicht bestätigen. Der 39-Jährige sei ein Könner und habe schnell reagiert. Letztendlich aber dennoch zu spät. Laut Einschätzung des Sachverständigen wäre an dieser Stelle eine Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometer angebracht gewesen. 

"Ich kann mir bis heute nicht verzeihen, was passiert ist, und ich wünschte, ich wäre nicht losgefahren und hätte ihr den Wunsch nicht erfüllt", sagte der Ingenieur aus.
Dennoch muss der Mann nun hinter Gitter. 

22 Monate Haft für BMW-Ingenieur

Das Landgericht kassierte gestern das Ersturteil. Vorsitzender Richter Peter Pöhlmann betonte bei der Urteilsverkündung, dass Besonderheiten vorlägen, die eine vom Amtsgericht ausgesprochene Bewährung „gerade nicht rechtfertigen“, berichtete idowa.de

In erster Instanz war die Strafe noch zur Bewährung ausgesetzt worden. Nun muss der Chefentwickler für ein Jahr und zehn Monate hinter Gitter. Seinen Führerschein verliert er für zwei Jahre. 

Nach der Verhandlung brach die Frau des Mannes in Tränen aus. Im Gerichtssaal kam es zu Tumulten. "Bist Du jetzt zufrieden, Du Wichser?“, musste sich Staatsanwalt Gerd Strohner von Freunden des 39-Jährigen anhören, schreibt idowa.de. „Du stürzt die Kinder noch mehr ins Unglück“, soll eine ältere Verwandte in Richtung Pöhlmann kommentiert haben.

mz

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