Kurioser Rechtsstreit in München und Lenggries

Wegen bayerischer Sprache: Plattenlabel zerrt Firma vor Gericht

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Lenggries/München - Das Unternehmen "Oberlandla" aus dem Isarwinkel ist von einem Münchner Plattenlabel nun wegen Verletzung des Urheberrechts verklagt worden. Die Hintergründe dazu klingen ziemlich kurios:

Nach Angaben des Firmeninhabers Fabio Cinelli pocht eine Liedermacherin (die bei der Plattenfirma unter Vertrag steht) darauf, dass ein Spruch auf einem "Oberlandla"-Shirt - die Firma bedruckt und vertreibt seit Jahren Klamotten mit "frechen" bayerischen Sprüchen - angeblich ihr geistiges Eigentum sei. "Do legst di nieda", "An Scheiß muass i", oder "Lem und lem lassn" ist auf T-Shirts oder Sweatern beispielsweise zu lesen.

Welchen Satz das Plattenlabel und die Liedermacherin angeprangert haben, wollte Cinelli wegen des laufenden Verfahrens nicht sagen, wie unser Partnerportal merkur.de nun berichtet. Cinelli: "Es ist eine bayerische Redewendung, die ich persönlich aus dem familiären Umfeld kenne. Meine Mutter hat sie schon verwendet und sie kennt sie von ihrem Vater."

Jetzt muss wohl das Landgericht München bald entscheiden, ob der bayerische Sprachschatz der Allgemeinheit oder einer Liedermacherin gehört, nachdem Cinelli die vom Plattenlabel geforderte Unterlassungserklärung nicht unterschrieben hat und eine außergerichtliche Einigung gescheitert ist.

"Wir lassen uns allgemein übliche Dialektbegriffe und Floskeln nicht wegnehmen", gibt sich Cinelli kämpferisch. Der Unternehmer sieht sich im Recht und verweist auf Belegstellen, dass der betroffene Spruch schon lange weit verbreitet sei - auch im Hochdeutschen und im Schwäbischen. Auch der Anwalt der Firma glaubt, dass die Klage des Plattenlabels keine großen Chancen hat.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa (Symbolbild)

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