Leser-Meinungen zu verschärften Einreisekontrollen

„Grenzschließung ist ein unglaublich essentieller Eingriff in unser Privatleben!“

Die verschärften Einreisekontrollen nach Deutschland beschäftigen zahlreiche Pendler. Unsere Leserin Adelheid Wolff aus Rosenheim äußert ihre Meinung dazu.
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Die verschärften Einreisekontrollen nach Deutschland beschäftigen zahlreiche Pendler. Unsere Leserin Adelheid Wolff aus Rosenheim äußert ihre Meinung dazu.

Seit einiger Zeit gelten verschärfte Einreiseregelungen an den Grenzen zu Tirol und Tschechien. Ihr habt uns eure Meinungen und Erfahrungsberichte zu den neuen Grenzregelungen geschickt.

Bayern/Tirol - Seit Sonntag, 14. Februar, sind die Grenzen nach Tschechien und Tirol weitestgehend dicht. Nach den neuen Vorgaben dürfen aus den betroffenen Gebieten nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Außerdem gibt es Sonderregeln für medizinisches Personal, Transit-Passagiere und den Warenverkehr (Plus-Artikel). Am Mittwoch, 3. März wurden die Grenzkontrollen dann bis zum 17. März verlängert. Das teilte der parlamentarische Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) im Innenausschuss des Bundestages nach Angaben von Teilnehmern einer nicht-öffentlichen Sitzung mit.

Derzeit braucht jeder Arbeiter, der aus Tirol oder Tschechien nach Deutschland einreist, neben einem negativen Coronatest (nicht älter als 48 Stunden) auch eine amtliche Bescheinigung des zuständigen Landratsamtes – sonst kann ihn die Bundespolizei zurückweisen. Diese amtliche Bescheinigung dürfen die Landratsämter nur für Personen ausstellen, die gemäß den Leitlinien der EU-Kommission systemrelevante Tätigkeiten ausüben.

Die OVB24-Redaktion hat euch gefragt, wie eure Meinungen zu den neuen Grenzregelungen sind.

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Verschärfte Einreiseregelungen nach Deutschland: Eure Meinungen und Erfahrungsberichte

Anm. der Red.: Der Inhalt der Leserbriefe gibt ausschließlich die Meinung der Einsender wieder und muss nicht der/den Ansicht(en) der Redaktion widerspiegeln.

Kirsten Nemsow aus Berlin:

Ich bin Berlinerin und habe seit über zehn Jahren einen Lebenspartner in Tirol! Schon im ersten Lockdown im letzten Jahr konnten wir uns zehn Wochen lang nicht sehen. Vorher haben wir uns an den Wochenenden gegenseitig besucht. Im letzten März hatte ich noch etwas Verständnis für die Maßnahmen der Grenzschließungen. Es war für alle eine unbekannte Situation! Allerdings kann ich nun, nach einem Jahr, nicht die kleinste Souveränität seitens der deutschen Bundesregierung feststellen.

Leider hat sich Herr Müller, der Berliner Bürgermeister, der Quarantänebestimmung angeschlossen. Wer kann es sich schon leisten, 14 Tage zu Hause zu bleiben! Ich bin entsetzt über diese deutsche Arroganz und schäme mich als Deutsche dafür. Dieses Vorgehen hat in der EU nichts verloren! Wie sollen die verschiedenen Bevölkerungen sich als EU-Bürger fühlen, wenn jedes Land sein eigenes Ding machen darf. 

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Adelheid Wolff aus Rosenheim

Unsere Leserin Adelheid Wolff aus Rosenheim äußert ihre Meinung zu den verschärften Einreisekontrollen.

Mein Partner lebt in Kufstein, ich in Rosenheim. Wir sind seid 2017 ein Paar, haben aber zwei getrennte Haushalte. Berufsbedingt und da ich noch einen minderjährigen Sohn habe, können wir uns nur an den Wochenenden sehen. Seit 7. Februar habe ich meinen Partner nicht mehr gesehen, da er seit 14. Februar nicht mehr einreisen darf. Und ich auch nicht, denn sollte ich ihn besuchen, muss ich bei der Rückreise nach Deutschland zehn Tage in Quarantäne! Das wiederum kann ich mir aus beruflichen Gründen nicht leisten. Wer kann das schon? Ein Ende - nicht in Sicht! 

Mich würde es interessieren, wie es für die verehrten Politiker, die diese Entscheidung getroffen haben, wäre, wenn sie ihre Partner und Familien nicht sehen dürften, geschweige denn zusammen zu sein? Diese Grenzschließung ist ein unglaublich essentieller Eingriff in unser Privatleben! Einfach unfassbar in der heutigen Zeit! Und die Betroffenen haben keine Möglichkeit sich zu wehren. 

Wie tief ist Deutschland gesunken? Wird alles auf dem Rücken von Kindern, die zum Teil aus Österreich nicht nach Deutschland zur Schule dürfen, oder von Paaren, die ein paar Kilometer durch eine Grenze getrennt sind und nicht zusammen sein dürfen, ausgetragen? Ist das der Weg, um Deutschland wieder in eine Sonderstellung in Europa zu bringen? Traurig, nur noch traurig.

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Schickt uns eure Leserbriefe zum Thema verschärfte Einreisekontrollen

Seid ihr Grenzpendler und möchtet von euren Erfahrungen berichten? Hattet ihr bereits Probleme bei der Einreise nach Deutschland? Seid ihr Lkw-Fahrer und habt durch die regelmäßigen Corona-Tests einen höheren Zeitaufwand? Erachtet ihr die verschärften Einreiseregeln als sinnvoll? Gerne könnt ihr uns von euren Erfahrungen berichten. OVB24 ist auf eure Meinungen gespannt. Schickt uns euren Leserbrief zum Thema per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Grenzpendler“ im Betreff).

Bitte sendet uns neben euren Zeilen auch unbedingt euren Namen und euren Wohnort - auch ein Foto von euch könnt ihr gerne mitschicken. Die Redaktion veröffentlicht eure Leserbriefe samt kompletten Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

jg

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