Eure Erfahrungen mit Corona

Andi aus dem Kreis Mühldorf musste ins Krankenhaus - „Mir ging‘s auf jeden Fall besser als anderen“

Corona-Test Leserbrief
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Ihr habt uns Eure Erfahrungen mit Corona erzählt.

Täglich liest man von steigenden Corona-Zahlen und neuen Fällen in unserer Region. Dennoch kennen viele Menschen niemanden, der direkt betroffen war oder ist. OVB24 möchte die Geschichten derer aufgreifen, die Corona hatten oder noch erkrankt sind. Ihr habt uns Eure Erfahrungen geschickt.

Seit Anfang des Jahres gibt es kaum ein anderes Thema als Corona. 687.200 Deutsche sind bislang an Covid-19 erkrankt, 11.506 starben (Stand 10. November, 0 Uhr, Quelle: RKI). Seit dem 2. November befindet sich Deutschland wieder in einem „Lockdown light“. Auch hier in der Region steigen die Zahlen seit Wochen wieder deutlich.

Berichten nach kann eine Erkrankung sehr unterschiedlich verlaufen. Manche Menschen bemerken von der Infektion gar nichts, obwohl sie bereits im gehobenen Alter sind. Andere landen im Koma, obwohl sie keine Vorerkrankungen haben. Eine einzige Erfahrung der Krankheit gibt es nicht.

Wir wollen Eure Geschichten erzählen und haben Euch nach Euren Erfahrungen mit dem Virus gefragt.

Martina Engels, Samerberg

„Ich fiel um wie ein Baum. An einen Samstagmorgen hatte ich Halsschmerzen und fühlte mich einfach, na ja, „langsam“. Gegen Abend überkam mich Schüttelfrost, Geruchssinn und Geschmack waren weg, ich hatte einen Hals, als hätte ich Rasierklingen verschluckt.

Ich schlief durch bis Montag Nachmittag, um von meinem Hausarzt geweckt zu werden, mit einem Teststäbchen. Die folgenden Tage waren mit hohem Fieber nicht besonders spaßig. Alles in allem war ich zwölf Tage lang ausgeknockt, bevor ich wieder aus dem Bett kam, das war Anfang September. Ich kann mich nicht erinnern, starken Husten gehabt zu haben, aber ich war sehr, sehr kurzatmig nach der Bettruhe und auch jetzt noch.“

Anonym

„Heute berichte ich von unserer persönlichen Erfahrung mit Covid-19. Aufgrund einer Untersuchung meiner ältesten Tochter im Krankenhaus Traunstein, die am 3. November geplant war, mussten ich, die Mutter und meine Tochter uns am 28. Oktober einem freiwilligen Coronatest unterziehen.

Am 2. November kam dann der Anruf der Klinik, Mutter positiv (keine Symptome), Tochter negativ. Den Befund des Tests ließ ich mit noch am selben Tag per E-Mail zukommen. Was mir darin besonders ins Auge stach, waren die Worte SCHWACH POSITIV. Die Quarantäneanordnung für die gesamte Familie galt ab sofort.

Bis dahin saßen wir also zu Hause rum und warteten auf den Anruf des Gesundheitsamtes. Dieser folgte am Mittwoch. Am Telefon sagte die Mitarbeiterin zu mir, dass das ja schon mein zweiter Abstrich gewesen sei, ich verneinte diese Aussage. Dann meinte die Dame, ob ich denn nicht in der Klinik angestellt sei, in der der Test gemacht wurde. Auch diese Aussage verneinte ich. Daraufhin meinte sie im Wortlaut „Ach so, dann hab ich mich völlig falsch auf das Telefonat vorbereitet“.

Was auch immer das zu bedeuten hatte. Im Laufe meiner Recherchen konnte ich herausfinden, dass der Coronatest bestimmt, wie infektiös man ist, was in meinem Fall bedeutet hätte, dass ich kaum ansteckend gewesen bin. Die Dame am anderen Ende der Leitung tippte etwas herum und meinte schließlich, dass meine Familie und ich bis einschließlich 8. November nun in Quarantäne müssen.

Sie würde mit ein Formular zusenden bzgl. meiner letzten Kontakte vom 26. Oktober bis 2. November. Dieses soll ich ausfüllen und an Sie zurücksenden. Auf die Frage, was denn mit der Testung der restlichen Familienmitglieder, die mit mir in einem Haushalt leben sei, antwortete sie mir, mein Mann könne sich freiwillig testen lassen, müsse aber nicht und die restlichen Haushaltsmitglieder werden eh nicht getestet, da sie noch zu jung seien.

Mein Mann hat sich schließlich freiwillig am 5. November testen lassen, da aufgrund eigener Recherchen die Testung einer Person, die mit einer positiv getesteten Person Kontakt hatte, erst zwischen dem fünften und siebten Tag des Kontakts stattfinden soll. Ich habe aus eigenem Anlass alle meine Kontaktpersonen über meinen positiven Befund bereits am Montag den, 2. November, informiert. Diese haben sich alle freiwillig noch am selben Tag in Quarantäne begeben und testen lassen. Alle Kontaktpersonen sind negativ.

Da sich die Kontaktpersonen selbst auch mit dem Gesundheitsamt in Verbindung gesetzt haben, kam es zu unterschiedlichen Aussagen. Ein Mitarbeiter erzählte einer Kontaktperson, sie müsse ab dem letzten Kontakt mit mir zehn Tage in Quarantäne. Ein anderer Mitarbeiter verordnete einer anderen Person 14 Tage Quarantäne. Aufgrund dieser ganzen Verwirrungen habe ich selbst auch noch mal Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen.

Dann wurde mir gesagt, ich dürfe nach zehn Tagen Quarantäne das Haus wieder verlassen, wenn ich weiterhin ohne Symptome sei. Der Rest meiner Familie braucht insgesamt 14 Tage Quarantäne. Des Weiteren hätten alle Familienmitglieder sich einem Covid-Test unterziehen müssen! Nun ja, seit 7. November halte ich nun meinen Quarantänebescheid in Händen, wobei ich mich eigenständig aus der Quarantäne entlassen soll. Das Datum des Endes muss ich selbst eintragen. Bis heute, eine Woche nach Bekanntwerden meines positiven Ergebnisses, hat keiner meiner Kontaktpersonen eine Benachrichtigung vom Gesundheitsamt erhalten! Wenn all diese sich nicht freiwillig in Quarantäne begeben hätten, wäre vielleicht ein weiterer positiver Fall dazugekommen, der viele Menschen hätte anstecken können!“

Andi Schubert, Kreis Mühldorf

„Ich hatte bereits am 24. Oktober sowie 25. Oktober schwache Symptome, erst ab dem 26. Oktober wurden diese stärker. Ich hatte Husten und Fieber, ganz wie im Corona-Tagebuch.
 
Tag eins: 26/27. Oktober
Corona-Test durch den Hausarzt. Starkes Fieber mit 40,6°C und trockener Dauerhusten.
 
Tag zwei: 28. Oktober
Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn, Husten und Fieber 38,6-39,5°C.
Arzt und Gesundheitsamt riefen an, weil der Corona-Test positiv war.

Andi Schubert aus dem Landkreis Mühldorf erzählt von seiner Corona-Erkrankung.

Tag drei: 29. Oktober
Offizieller Quarantäne-Beginn durch Paragraph „Schlag-mich-tot“
Dauerhusten und Fieber mit 38,7°C, Verspannungen und Rückenschmerzen, keine Energie zum Stehen und Schwindel. Abends stieg das Fieber auf 39,5 Grad.
 
Tag vier und fünf sahen genauso aus.

Am 31. Oktober von 22.10 Uhr bis 3 Uhr war ich im Krankenhaus Mühldorf. Ich wurde mit dem Sanka ins Krankenhaus gebracht und an eine Infusion gehängt. Der Grund dafür waren starker Husten und Fieber. Ich wurde auch im Sanka wieder heimgefahren. Klar, mit Covid-19 geht‘s im Taxi schlecht. Warum ich wieder heim bin?

Ich musste nicht beatmet werden und durch die Infusion ging es mir tatsächlich besser und die Temperatur sank. Ich wurde im Krankenhaus noch mal positiv getestet und da ich bereits vier Jahre vorher Patient durch einen schweren Unfall war, wollte ich keinem ein Bett wegnehmen, der es nötiger hatte.Tagsüber hatte ich regelmäßigen Husten und Schmerzen und Krämpfe im Körper. Ganz, ganz leicht kehrte der Geschmackssinn zurück, aber nur minimal.

Tag sechs: 1. November
Fieber in der Früh 37,0 Grad, abends 38,0, Grad, später nachts 40,9 Grad.

Tag sieben und acht:  
Das Fieber wurde langsam besser, die Temperatur stieg auf höchstens 38,8 Grad.
 
Tag neun:  4. Oktober
Leichter Husten, kein Fieber. Mir ging es besser, aber Bewegung war noch anstrengend.
 
Tag 10 bis Ende der Quarantäne: Das Fieber war weg. 
 
Mir geht‘s derzeit wieder gut. Der Kreislauf muss wieder in den Schwung kommen, daher ist mir beim Gehen noch schwindelig. Ich bin zwei Wochen lang nur gelegen und gesessen. Ich denke, mir ging‘s auf jeden Fall besser als anderen, die es schlimmer trifft. Ich hatte mich mit anderen unterhalten, die ebenfalls positiv waren. Die hatten keine Symptome. Manche trifft es härter, manche haben überhaupt nichts.“
 

Patrick Schulz aus Kiefersfelden

„Ich komme aus Kiefersfelden. Aufgrund eines Unfalls von meinem kleinen Sohn mussten wir eine Nacht im Kufsteiner Krankenhaus verbleiben. Wenn man stationär aufgenommen wird, wird man auf Covid-19 getestet. Drei Tage später bekam ich den Anruf, dass ich positiv getestet wurde und mein Sohn negativ.

Von da an waren wir zwei Wochen in Quarantäne. Ich hatte keine Symptome und war recht fit. Meine Frau wurde dann später auch negativ getestet. Ich musste auch sieben Tage nach dem ersten Test erneut zum Test, der dann negativ ausgefallen ist. Ich hatte vorher keinen Kontakt mit einem positiv Getesteten. Das ganze Schlechte daran war eigentlich der ganze Ablauf der Quarantäne. Unser Quarantäne-Zeitraum wurde drei Mal verschoben und es kam mir vor wie ein Durcheinander.

Wobei ich aber auch glaube, dass die Leute im Gesundheitsamt sehr viel zu tun haben. Nichtsdestotrotz war dies für uns mehr Stress als der positive Test an sich. Ich wünsche trotzdem allen Erkrankten einen guten Verlauf und gute Besserung.“

Wie ist es eigentlich, wenn man an Corona erkrankt ist? Wir möchten Eure Geschichten lesen!

Erkrankt an Corona - Wie habt Ihr das erlebt?
Wie hast Du von deiner Erkrankung erfahren? War das rein zufällig, oder hattest Du deutliche Symptome?
Wie hat dein soziales Umfeld auf deine Covid-19-Erkrankung reagiert?
Welche Konsequenzen hatte die Erkrankung für die Arbeit?
Wie stark bist Du erkrankt? Musstest Du ins Krankenhaus?
Welche Herausforderungen musstest Du in deiner Quarantänezeit bewältigen?
Was hat dich belastet und was hat Dir geholfen in dieser schweren Zeit?

Wenn Ihr von Euren Erfahrungen berichten möchtet, schickt uns einen Leserbrief zum Thema per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: „Meine Erfahrung mit Corona“ im Betreff). Wir sind gespannt auf Eure Geschichten und Erfahrungen.

Bitte sendet uns neben euren Zeilen auch unbedingt euren Namen und euren Wohnort; auch ein Foto von Euch könnt Ihr gerne mitschicken. Wir veröffentlichen eure Leserbriefe samt kompletten Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

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