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Leserbriefe

Blackout-Flyer noch immer Thema: „Letzte Schlafschafe“ sollen aufwachen und „russenfreundlicher Fake?“

Collage: Leser Peter Appel/Blackout-Flyer der Stadt Rosenheim
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Leser Peter Appel äußert sich zum Blackout-Flyer der Stadt Rosenheim.

Die Aufregung über die Broschüre der Stadt Rosenheim hat sich noch immer nicht ganz gelegt - darin beschrieben, wie sich die Bürger am besten auf einen sogenannten Blackout vorbereiten sollen. Also einen längeren Stromausfall. Gut gemeint sicherlich, doch der Flyer stieß nicht nur auf Gegenliebe. Noch immer schreiben Leser an die Redaktion, die sich darüber aufregen. Oder welche, die genau diese Aufregung nicht verstehen.

„Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht“ heißt es im Volksmund - und viele unserer Leser finden, dass genau dieser Spruch auf die Aktion der Stadt Rosenheim passt. Diese hat Ende September einen Flyer an die Haushalte der Stadt verteilt, mit dem Titel „Blackout - und dann?“ . Von Vorbereitungen auf einen zweiwöchigen Campingurlaub daheim war darin die Rede. Klingt zunächst fast witzig, doch die meisten waren verärgert. Selbst aus Stadtratsreihen kam Kritik. So distanzierte sich SPD-Stadtrat Abuzar Erdogan in den sozialen Medien deutlich von der Aktion, die auch nicht mit dem Kommunalparlament abgestimmt und kommuniziert gewesen sei. „Diese Angstmacherei ist definitiv übers Ziel hinausgeschossen“, schreibt der Fraktionsvorsitzende in seinem Facebook-Beitrag.

Oberbürgermeister Andreas März sagte auf der Bürgerversammlung (am 27. September): „Es war nicht unsere Absicht, Angst zu machen.“ Im Gegenteil. Die Broschüre sollte die Rosenheimer informieren, was bei einem flächendeckenden Stromausfall zu tun wäre.

Doch die Wogen sind noch nicht geglättet und die Diskussionen sind hitzig. Die Leserumfrage zeigt eindeutig: viele Bürger halten den Flyer für Panikmache, doch es gibt auch viele Stimmen, die dieses Vorgehen für richtig und notwendig halten.

Das sind Eure Leserbriefe:

Peter Appel

Dieser Flyer war nicht gut - auch nicht gut gemeint- er war völlig daneben. Erst dachte ich, das kann nur ein russenfreundlicher Fake sein.  Hier wird der Eindruck erzeugt, wir stehen eventuell vor einer Katastrophe - im Zusammenhang mit der russischen Aggression oder wettertechnisch gemeint, hier wird irgendwie unterschwellig Angst erzeugt - und das war sehr dumm.

Roland Wagner aus Rosenheim

Ich halte den Flyer für überflüssig! Warum? Noch halte ich unser Land und seine Bürger für so intelligent, auch ohne Anleitung Krisen zu meistern, Betonung liegt auf noch! Wenn weiterhin für alle Lebenslagen Gebrauchsanweisungen ausgegeben werden, dann, so befürchte ich, verblödet die Gesellschaft total! Wir sind auf einem guten Weg dahin!

Mischa Krempel aus Rosenheim

Leider ist es wahr, dass unsere Infrastruktur marode ist und den Ansprüchen der Gegenwart kaum noch genügt. Mehrere Jahrzehnte der Vernachlässigung durch die Politik bleiben halt nicht ohne Spuren.
Das Verwaltungen auch für Szenarien planen, die sich daraus ergeben könnten, ist etwas das ich als Bürger erwarte.
Das heißt: Relevante Institutionen (Kliniken, Feuerwehr, THW) koordinieren und schließen, falls nötig, Lücken in deren Planung. 
Die Empfehlung, dass sich jeder Haushalt vereinzelt vorbereitet, ist dagegen das genaue Gegenteil von politischem Handeln. Vor allem die Empfehlung sein gehortetes Bargeld gut zu verstecken offenbart ein Menschenbild, in dem nur fließend Strom uns davon abhält, unsere Nachbarn für etwas Kleingeld an die Kehle zu gehen. Ob ein längerer Stromausfall jetzt zu Chaos und allgegenwärtiger Gewalt führt oder uns doch eher zusammen rücken lässt und erfinderisch macht? Hoffentlich müssen wir es nicht herausfinden, bis dahin ist es eine Frage des eigenen Weltbilds was man hier glaubt. Der OB glaubt wohl weder an die Gestaltungsfähigkeit von Politik, noch an die Besonnenheit seiner Bürger. Traurig.

Ela Golka

Na ja, 14 Tage Campingurlaub als Titel, sollte die brisante Lage wohl entschärfen. Und daheim stelle ich mir das nicht so romantisch vor. Der Flyer ist sehr gut und verständlich erklärt und sollte nun endlich auch einmal die letzten Schlafschafe wecken. 

Brigitte Schiefele  aus Bad Tölz 

Also das ist schon übertrieben. Da geht‘s jetzt wieder los mit Hamsterkäufen. Angst ist doch eh schon verbreitet. Was war das wieder für ein schlauer Mensch.

Alexandra Hasenöhrl aus Rosenheim

Puhhh…wie anfangen? Da sieht man mal wieder, wie dumm unser Volk ist. Die Regierung propagierte das doch schon lange. Die großflächigen Stromausfälle im LK, alles gewollt. Anscheinend wissen Experten nicht, woher er kommt.
Computergesteuert, was wohl den sonst? Ich verstehe nicht, wie das Volk DIESER Regierung noch glaubt, noch vertraut.
Dieser Flyer ist übertrieben. Wir sind seit Wochen vorbereitet. Das einzigste, was mir zu denken gibt, warum NUR die Stadt Rosenheim? Werden wir die ersten sein? Diese Wackel-Dackel, Duckmäuschen-Mentalität dieses Volkes beweist sich hier wieder mal. (..)

Viola Fiegl

Schade, dass man mit einem wahrscheinlich gut gemeinten Flyer, die Menschen erreicht, die alles glauben und nur Bildzeitung lesen!…durch Corona hat man gemerkt wie sich Menschen beeinflussen lassen(wollen)…wir sollten zusammen halten und aufeinander achten...und nicht zu Egoisten werden nur weil man angst vor der Zukunft hat...Hirn einschalten und zusammen halten! So bekommen wir das alles hin!

Gabriele Rechenauer aus Bruckmühl 

Was soll die Aufregung über Panikmache? Sollte so ein Blackout wirklich auftreten, und das evtl auch noch über mehrere Tage ist es doch definitiv besser darauf vorbereitet zu sein. Ohne Vorbereitung kann ein solches Vorkommnis Menschenleben kosten, und das gäbe dann erst einen Aufschrei, höchstwahrscheinlich genau bei den Menschen die sich jetzt über den Flyer empören. Da würde die Stadt beschuldigt werden, warum sie nicht rechtzeitig gewarnt hat! Und zum Zeitpunkt: es wird doch wohl ernsthaft niemand bestreiten mögen, dass genau zum jetzigen Zeitpunkt die Gefahr für ein Blackout so groß ist wie schon lange nicht mehr. Also, ruhig bleiben aber gewappnet sein!

Welcher Meinung seid Ihr?

Die Diskussionen gehen auseinander: Glaubt Ihr, dass es zu einem großflächigen Blackout kommen könnte und wenn ja, bereitet Ihr euch tatsächlich darauf vor? Hat die Stadt Rosenheim also Recht und lieber vorher informiert, damit man sich nachher nichts vorwerfen lassen muss? Schreibt uns Eure Gedanken und Meinung zum Thema an leserbriefe@ovb24.de (Kennwort Blackout) Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort – und am besten auch ein Foto von Euch. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt Namen und Wohnort anschließend in einem entsprechenden Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.
Die hier veröffentlichten Leserbriefe stehen für sich und geben weder die Meinung der Autorin, noch der Redaktion wieder.

si

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