Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Geteilte Meinung über Betreuer ohne Ausbildung

Quereinsteiger im Kindergarten: „Hilfskräfte, die null Ahnung haben“ oder doch die Rettung?

Collage: Kinder in einem Kindergarten / Leserin Renate Huber
+
Sind Quereinsteiger die Lösung für Bayerns brennende Personalfrage in Kindergärten? Leserin Renate Huber hat dazu eine klare Meinung.

Alarmstufe Rot in bayerischen Kitas und Kindergärten. Laut den neuesten Berechnungen der Bertelsmann Stiftung werden im Freistaat nächstes Jahr voraussichtlich fast 62.000 Kita-Plätze fehlen. Hauptgrund ist der Fachkräftemangel - unterstützend eingreifen sollen nun Quereinsteiger. Doch die Meinung über deren Einsatz geht weit auseinander.

Der Anspruch auf einen Kita-Platz ist gesetzlich verankert. Doch was nutzt ein Gesetz auf Papier, wenn es in der Realität schlicht nicht umgesetzt werden kann? Die Zahlen sind alarmierend: Fast 62.000 Kinder bleiben nächstes Jahr womöglich ohne den so wichtigen Betreuungsplatz, ein Alptraum für berufstätige Eltern. „Das ist in doppelter Hinsicht untragbar: Die Eltern werden bei der Betreuung ihrer Kinder nicht unterstützt, während Kindern ihr Recht auf professionelle Begleitung in ihrer frühen Bildung vorenthalten wird“, teilte die Expertin für frühkindliche Bildung der Bertelsmann Stiftung, Kathrin Bock-Famulla, mit.

Fachkräftemangel bringt Kitas in Bedrängnis

Laut der Studie der Bertelsmann-Stiftung müssten 14. 500 zusätzliche Kräfte eingestellt werden. Und das ist nur die Anzahl an Erziehern, die einen geregelten Betrieb möglich machen. Damit es im kommenden Jahr in Bayern nicht nur ausreichend Kita-Plätze, sondern auch überall kindgerechte Personalschlüssel gebe, müssten rund 35.300 Fachkräfte zusätzlich beschäftigt werden. Doch gerade der Bereich Erziehung ist vom Fachkräftemangel schwer getroffen, zu schlecht ist die Bezahlung bei einem doch so anspruchsvollen Beruf, mit langer Ausbildungszeit. Wer eine Ausbildung zum Kinderpfleger macht, muss auf Vergütung sogar oft ganz verzichten, da es sich um eine schulische Ausbildung handelt. Nicht gerade ein großer Anreiz, zumal auch nach Beendigung der Ausbildung das Gehalt, je nach Region, nicht gerade üppig ausfällt. Um Entlastung in die Kindertagesstätten zu bringen, sollen es nun Quereinsteiger richten.

Geteilte Meinung über Quereinsteiger

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) erklärte, dass Bayern ergänzend zur klassischen Erzieher- und Kinderpflegeausbildung weitere Qualifikationswege für den Quer- und Neueinstieg geschaffen hat. Zur weiteren Entlastung werden vom Freistaat seit 2020 Hauswirtschafts- und Verwaltungskräfte in rund 7000 Kitas finanziert. Doch sind Quereinsteiger wirklich die Lösung?

Nach dem Bericht der OVB-Heimatzeitungen „Ohne Ausbildung im Kindergarten? Das sagt der Kita-Verbund Haag zu Quer-Einsteigern“ wurde in den sozialen Netzwerken heftig diskutiert. Während die Fachkräfte in dem Artikel sehr froh über die zusätzliche Unterstützung sind, sehen viele Leser den Einsatz zwiegespalten. Einige befürworten die Quereinsteiger-Regelung, schließlich können Menschen aus anderen Bereichen des Lebens durchaus bereichernd sein. Andere befürchten, dass die Qualität der Betreuung nachlässt - zu Lasten der Kinder. Ebenso sehen manche Erzieher die Quereinsteiger kritisch und möchten lieber qualitativ hochwertig ausgebildete Kollegen an ihrer Seite haben. Viele richtige und sachliche Argumente. Einigkeit herrschte vor allem beim Gehalt: das haben die meisten in ihren Zuschriften als viel zu gering betitelt.

Das sind Eure Leserbriefe:

Conny Kolb

Leserin Conny Kolb

Wenn jemand liebevoll, geduldig und super mit Kinder umgehen kann, ist es doch nicht so wild. Sollen ja nur unterstützen. Da wäre mir lieber, ein, zwei Leute mehr in der Gruppe, als eine Kraft, die alles alleine stemmen muss und auf - keine Ahnung - 20 Kids aufpassen soll. Es gibt auch Kindergärtnerinnen die gelernt sind und überhaupt nicht dafür gemacht sind. Finde es nicht schlimm, wenn eine gute/er Quereinsteiger/in da etwas mithilft, um die Fachkräfte etwas zu entlasten. Sie sollen ja keine Gruppe leiten. Warum wird immer nur gemotzt.

Martin G. (rosenheim24.de)

Nicht schon wieder die Idee, uns Erziehern die Lösung des Personalmangels durch Quereinsteiger zu präsentieren. Wir arbeiten in Kinderhospizeinrichtungen, in der beruflichen Rehabilitation, in tiergestützten Wohngruppen, in Sozialtherapeutischen Wohngruppen, in heilpädagogischen Wohngruppen, in AWGs, Internaten und natürlich auch in Kitas. Wir brauchen keine Qualitätsminderung bei der Auswahl zukünftigen Personals. Wenn ein Klient im Drogenrausch, bewaffnet mit einem Messer, vor mir steht, möchte ich gut ausgebildete Kollegen und Kolleginnen an meiner Seite. Zurück zur Kita: Eine Kita dient nicht der Aufbewahrung und der Bespaßung. Eine Kita ist eine Bildungseinrichtung. Sollte sie zumindest sein. Dies ist nur mit gut ausgebildeten Fachkräften zu leisten. Nicht weniger haben unsere Kinder verdient. Des Weiteren ist ein klarer Betreuungsschlüssel vorgegeben, Quereinsteiger werden mit diesem pauschal nicht berücksichtigt., d.h. es ist vom jeweiligen Modell abhängig, dem Fachkräftemangel ist damit ein Bärendienst geleistet. Ähnlich wie in der Pflege, Klatschen und schöne Worte locken keine zusätzliche Fachkraft hinter dem Ofen hervor.

Ramona Seidl (innsalzach24.de)

Des ist irgendwie so unglaublich traurig, ein Azubi in der Kinderpflege verdient 0€ und muss alle Materialien bezahlen, DANN verdient er einen Hungerlohn und da wundert man sich, dass es keiner machen will und jetzt sollen es ungelernte richten, an Kindern arbeiten, die noch so unschuldig sind und denen man noch des Leben versauen kann durch falsche Arbeit. KEIN Arbeiter MIT Kind kann ohne Kindergarten arbeiten, keine Krankenschwester, kein Arzt, kein Polizist, kein Politiker - niemand, ABER da sollen jetzt ungelernte ran. Sorry da fehlt mir das Verständnis .... Arbeitet lieber an ordentlichen Vergütungen.

Christin Brenner (innsalzach24.de)

Ich find es gut. Man kann auch als Quereinsteiger sich schnell Wissen etc. aneignen und wofür gibt es denn schließlich Probezeit. Und bei dem Mangel ist es auch verständlich. Ich find es gut

Leserin Christin Brenner

Sigrid Rotter (rosenheim24.de)

Ausbildung sagt nichts darüber aus, wie man seinen Job macht. Gerade im Bereich Kindergärtnerinnen, Lehrer und ähnliches sind oft unmögliche Menschen dabei. Meine Meinung und meine Erfahrung.

Christiane Angrick (rosenheim24.de)

In der Altenpflege gibt es ja auch Hilfskräfte. Warum nicht im Kindergarten? Schließlich hat ja jede Mutter auch eine erzieherische Funktion. Ich würde das gerne machen, es soll ja nur eine Unterstützung sein und soll keine Fachkräfte ersetzen.

Renate Huber (rosenheim24.de)

Keine gute Idee. Erzieher durchlaufen eine fundierte Ausbildung die 5 Jahre dauert. Und dann Hilfskräfte, die von der Materie null Ahnung haben, zur Erziehung von Kindern heranziehen. Besser die Ausbildung und die Bezahlung attraktiver machen. Da wird das Pferd wieder von hinten aufgezäumt.

Peter Borkowski (rosenheim24.de)

Warum soll das nicht funktionieren? Ein erfahrener Erzieher/in kann 3 Personen anlernen und leiten. Jede Frau weiß das doch am besten, wenn sie ein Kind bekommt, muss sie nach und nach auch lernen wie sie dem Kind alles beibringt. Nur Deutschland meint, sie brauchen für alles nur Spezialisten.

Kerstin Fahn (rosenheim24.de)

Leserin Kerstin Fahn

Halte ich für eine gute Idee, da Menschen die gerne in diesem Bereich arbeiten würden so eine Chance bekommen. Diese sind oft sehr engagiert. Natürlich bekommen sie nicht die gleiche Verantwortung wie eine Fachkraft, aber es ist ein zusätzliches Paar Augen und Hände, dass mit anpacken kann. Das ist im Kindergartenalltag sehr entlastend, es fallen genug andere Tätigkeiten an die eine ungelernte Kraft mit übernehmen kann und so bleibt den Fachkräften mehr Zeit am Kind. Aber, ich wäre dafür dass es für solche Kräfte eine Fortbildung gibt, damit ein paar Grundkenntnisse vermittelt werden, auch rechtlich. Allerdings ist das auf Dauer nicht die Lösung, denn in den Schlüssel werden diese Kräfte nicht eingerechnet. Aber als Entlastung für die Fachkräfte zumindest mal ein Lösungsansatz.

Wie ist Eure Meinung? Schickt uns Eure Leserbriefe:

Können Quereinsteiger tatsächlich Teil der Lösung des gigantischen Personalproblems in Kindergärten und Kitas sein? Sind sie fachlich überhaupt dazu in der Lage? Vielleicht habt Ihr ja selbst Erfahrungen als Quereinsteiger oder berichtet aus Eurem Kindergarten - wie sieht da die personelle Lage aus? Und das Problem besteht ja im gesamten Bildungsbereich. Auch an den Schulen fehlt es an Lehrkräften, vor allem an Grund-, Real- und Mittelschulen. Unterricht muss entfallen, vielerorts steht Homeschooling wieder im Raum. Wie kann man diese Problematik auf Dauer beheben?

Schreibt uns Eure Meinung an leserbriefe@ovb24.de (Stichwort Kita) Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort – und am besten auch ein Foto von Euch. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt Namen und Wohnort anschließend in einem entsprechenden Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

si

Kommentare