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„Klima-Kleber“ erhitzen die Gemüter

Leser fordern „20 Jahre Steinbruch“ und „wie in Frankreich von der Straße ziehen“

Collage: Leserin Steffi Pfaffinger/Ein Klimaaktivist hat sich in München auf der Straße festgeklebt.
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Leserin Steffi Pfaffinger/Ein Klimaaktivist hat sich in München auf der Straße festgeklebt. (Montage)

Auf Straßen festkleben, wertvolle Gemälde beschmieren – die radikalen Aktionen von Klima-Aktivsten stoßen vor allem auf Wut und Unverständnis. Auch unsere Leser reagieren empört und fordern, teils mit deutlichen Worten, ein Ende dieser Art der Proteste.

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ergab, dass 8 von 10 Deutschen die Aktionen von Umweltorganisationen wie „Letzte Generation“ ablehnen. Die wiederum sehen keine andere Möglichkeit als genau diese Art des Protestes, der die maximale Aufmerksamkeit erreicht. In einer Pressemitteilung der Organisation vom 14.11. wird Aktivistin Lisa Winkelmann zitiert: „Wir befinden uns schon heute Mitten in der Katastrophe: Fluten – wie im Ahrtal – und Hitzewellen sind an der Tagesordnung. Der Zusammenbruch des Klimas ist ein absoluter Notfall! Worauf warten wir noch?“

Deutliche Umfragewerte: Mehr als 90 Prozent sind genervt

„Bärendienst“ für den Klimaschutz

Vielen Menschen ist diese Tatsache, dass sich das Klima zum Schlechten verändert vermutlich durchaus bewusst. Doch im Moment wird vor allem über die Aktionen selbst berichtet, nicht aber der Blick auf die Klimaziele gerichtet. Und das ist auch die Befürchtung einiger führender Klima-Forscher, wie Mojib Latif vom Geomar-Zentrum in Kiel. Gegenüber der Tagesschau sprach er von einer dann am Ende gespaltenen Gesellschaft, der eigentlichen Sache sei damit ein Bärendienst erwiesen.

Klimaaktivist tritt in Stadelheim in den Hungerstreik

In Bayern sitzen unterdessen 13 Klimaaktivisten weiterhin in Haft - kritisiert von Politik und einigen Medien, sieht Staatskanzleichef Florian Herrmann darin eine „wehrhafte Demokratie“. Ein Klimaaktivist, der nach zwei Festklebe-Aktionen seit einer guten Woche im Polizeigewahrsam sitzt, ist in den Hungerstreik getreten. Er habe am Dienstag (15.11.) erstmalig die Annahme von Essen verweigert, so das Polizeipräsidium München. Der 48-Jährige werde medizinisch überwacht und regelmäßig untersucht. Der Mann hatte laut Polizei zunächst am 3. November an der ersten der beiden Straßenblockaden am Stachus in der Münchner Innenstadt teilgenommen. Nach einer zweiten Aktion am 7. November kam er dann in Gewahrsam.

Leser-Meinungen fallen deutlich aus

Wir haben über die Aktion der „Klima-Kleber“ und die daraus folgende Präventivhaft berichtet und wollten von Euch wissen, wie Ihr das seht: Ist diese Art der Strafe gerechtfertigt oder greift der Staat hier zu weit in die Freiheitsrechte von Bürgern ein, so die Kritik der Gegner dieser Maßnahme? Die Meinung ist beinahe eindeutig, manche würden noch härtere Strafen angemessen finden. Hier ein Auszug:

Rolf Müller

Die Klima -Aktivisten würden bei mir 20 Jahre in den Steinbruch gehen.

Steffi Pfaffinger (innsalzach24.de)

Das was mich am allermeisten stört ist, dass wir wegen der Lebensmittel rummotzen, aber dann das Öl für diese Deppen benutzen. Die sollten wie in Frankreich einfach von der Straße gezogen werden. Denn wenn die sich schon festkleben, dann sind die auch selber schuld.

Benny Schilbach (chiemgau24.de)

Klimaprotest ist notwendig. Wie aufmerksam machen ohne „AufmerksamMachen“. Protest ist Teil der Demokratie. Da wo es rechtliche Überschreitungen gibt, gibt es jetzt schon Gesetze, die das regeln. FFF hatten friedliche Demonstrationen und diejenigen, die jetzt hier „Einsperren“ rufen, haben damals „Die Faulenzer“ gerufen. Im Grunde ist kein Protest von diesen, gewünscht. (...)

Barbara König (innsalzach24.de)

Die 30 Tage Gefängnis finde ich zu lasch für Eingriffe in den Straßenverkehr und teilweise Gefährdung von anderen Menschen und für schwere Sachbeschädigungen. Verschmutzungen von beispielsweise Häuserfassaden und Autos sollte man diese Leute unter Aufsicht höchstselbst beseitigen lassen. Auch gemeinnützige Arbeit sollte hier zum Tragen kommen. Die meisten dieser Personen haben ganz offensichtlich zu wenig (Sinnvolles) zu tun.

Marianne Pawelczyk (chiemgau24.de)

Was diese selbsternannten Klimaaktivisten da abziehen, hat mit einer Demonstration so rein gar nichts zu tun. Das sind m.E. Straftaten in jeglicher Hinsicht, bei denen die Gefährdung unbeteiligter in Kauf genommen wird. Denn es kann nicht sein, dass unser Leben künftig von irgendwelchen Aktivisten bestimmt wird.
Hier sollte schnellstmöglich eine Ansage aus Berlin kommen, damit Polizei und Staatsanwaltschaft handeln können.
Und den Klimaaktivisten sei gesagt...handelt, in dem ihr euch mit Institutionen für Klimaforschung usw. in Verbindung setzt, um dort eure Hilfe und Ideen anzubieten. Das Klima wird nicht besser, wenn ihr euch überall anklebt oder das Eigentum anderer beschädigt.

Simon J. Richter (bgland24.de)

Diese Art von „Aktivismus“ ist nichts anderes als eine gewisse Form von Terrorismus. Wer derart markant ins Leben anderer eingreift, sollte dafür die Rechnung (in jeglicher Form) bekommen.
Ist zwar nur eine kleine Begleiterscheinung, aber wenn diese Blödiane schon so extrem auf die Umwelt bedacht sind (oder sie’s zumindest vordergründig angeben), scheuen sie es dennoch nicht, umweltschädlichsten Kleber zu verwenden. Unzählige Verkehrsteilnehmer verbrauchen mehr Sprit, weil sie stundenlang stehen. Die Mehrheit der Betroffenen fahren sicher nicht zum Spaß mit dem Auto. Und zuletzt auch die Einsatzkräfte benötigen unter anderem Sprit, um diesen Psychopathen zu gelangen.
Unterm Strich merkt man nur, dass es schlichtweg egoistische Menschen mit keinerlei guten Ansätzen sind.
Die Strafen hierfür sollten deutlich höher ausfallen.

Olivier Nachbagauer aus Bayerisch Gmain

3 Jährige Kinder die an der Kassa sich am Boden wälzen, weil sie den Loli nicht bekommen, 20 Jahre später, nichts dazu gelernt. Denen geht es nur um sich selbst und sich zu profilieren mit ihren wohlgenährten Wohlstandsbäuchen und jeglichem Schnickschnack was die Welt so bietet. Sollen doch mal 5 Jahre nach Afrika und Entwicklungshilfe machen – ehrenamtlich versteht sich. Oder bei uns Wälder und Auen vom Müll befreien, die die lieben Mitaktivisten bei den Demos produzieren – ehrenamtlich versteht sich. Oder wenn zu viel Energie, es gibt genug alte, behinderte oder bedürfte Menschen die dringend Hilfe brauchen – ehrenamtlich versteht sich. Aber mal etwas produktives und sinnvolles in die Hand zu nehmen, dafür ist man sich zu fein und steht ja nicht im Mittelpunkt.
Einfach nur egozentrische Egoisten die wie kleine Kinder mit ihrer Selbstdarstellung anderen ihren Willen aufzwingen wollen, mit aller Gewalt und ohne Rücksicht auf Verluste. Abseits von jeglicher Demokratie außerhalb des Rechtsraumes aber dann die ersten sein, die sich darauf berufen und jammern wenn z.B. Heizung und Licht (VW - wir berichteten, Anmerkung der Red.) ausgeschaltet werden.

Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ haben am 15.11. im Leopold Museum das Gemälde „Tod und Leben“ von Gustav Klimt mit Öl überschüttet. Einer der Aktivisten klebte sich auch mit der Hand an das Schutzglas.

Schreibt uns Eure Meinung

Wie sollte man Eurer Meinung nach mit dieser Art von Protesten umgehen oder anders gefragt: wie könnte man sinnvoller für die Erreichung der Klimaziele demonstrieren? Die Rechtfertigung der Aktivisten ist ja, dass sie nur mit krassen Aktionen wie der Verschmutzung von wertvollen Gemälden oder dem Festkleben an Verkehrsknotenpunkten die nötige Aufmerksamkeit bekommen. Aber erreichen sie damit nicht genau das Gegenteil? Nämlich, dass die Menschen verärgert reagieren und nur noch über die Art der Proteste, aber nicht die eigentlichen Ziele sprechen? Was meint Ihr dazu? Schreibt uns Eure Meinung an leserbriefe@ovb24.de (Stichwort Klima) Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort – und am besten auch ein Foto von Euch. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt Namen und Wohnort anschließend in einem entsprechenden Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

si

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