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Leserbriefe zur Impfpflicht im Gesundheitswesen

Pflegekräfte sauer: „Diskriminierend“ und „erst wird uns applaudiert, jetzt werden wir ausgesondert“

Impfpflicht Gesundheitswesen Leserbriefe
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Die Impfpflicht für das Personal in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen kommt zum 15. März 2022. Auch unsere Leserin Liane Schenker aus Garching an der Alz äußert ihre Meinung dazu.

Bis zum 15. März müssen Beschäftigte des Gesundheits- und Pflegebereichs nachweisen, dass sie gegen Corona geimpft oder genesen sind. Das sorgt in der Bevölkerung für viele Diskussionen. Zahlreiche Leser haben uns ihre Meinung dazu geschildert:

Landkreis – Bundestag und Bundesrat haben am 10. Dezember 2021 die einrichtungsbezogene Impfpflicht beschlossen. Diese sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. März nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Damit sollen Patienten sowie Pflegebedürftige besser vor einer Corona-Infektion geschützt werden.

Doch dürfen Beschäftigte ohne Nachweis dann überhaupt noch zur Arbeit kommen? Nein. „Arbeitnehmer, die keinen Nachweis vorlegen, dürfen nicht beschäftigt werden“, erklärte Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Offenburg, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „In einem solchen Fall wird die Person freigestellt – und zwar ohne weiter eine Vergütung zu erhalten. Wer sich nicht impfen lassen will und auch nicht anderswo beschäftigt werden kann, muss absehbar mit einer Kündigung rechnen.“

Was meint Ihr? Was haltet Ihr von der kommenden Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen? Wir haben Euch um Leserbriefe gebeten und Ihr habt fleißig geschrieben.

Impfpflicht im Gesundheitswesen: Das sind Eure Leserbriefe

Anm. der Red.: Der Inhalt der Leserbriefe gibt ausschließlich die Meinung der Einsender wieder und muss nicht die Ansicht(en) der Redaktion widerspiegeln.

Andrea Schnurrer aus Schönau am Königssee

Ich bin die Heimleitung eines Pflegeheims und empfinde die einrichtungsbezogene Impfpflicht als diskriminierend. Dies entspricht auch voll der Ansicht unserer Mitarbeiter, vor allem der jungen Azubis. Kliniken und Pflegeheime sind ja schließlich keine „Hochsicherheitstrakte“ (hoffentlich bleibt das auch so).

Was ist dann mit Besuchern, Angehörigen, Therapeuten, Friseuren, Ehrenamtlichen und so weiter? Der Schutz vulnerabler Gruppen funktioniert nur mit einer allgemeinen Impfpflicht! Eine solche würden auch alle Mitarbeiter akzeptieren.

Michaela aus Bayern

Ich bin 49 Jahre alt und schon immer in der Pflege tätig. Meinen Beruf mache ich leidenschaftlich gerne, aber die Impfpflicht im Gesundheitswesen finde ich absolut nicht in Ordnung. Entweder gibt es gleiches Recht für alle, oder gar nicht. Das Gesundheitswesen ist ständig überlastet, mit Überstunden und, und, und. Zudem stehen die Arbeitskräfte auch nicht gerade Schlange für diesen Beruf, weil man am Wochenende, an Feiertagen oder am Sonntag arbeiten muss und dazu noch recht wenig verdient. Und jetzt sollen genau wir den Kopf dafür hinhalten. Viele wissen gar nicht, was da alles dranhängt, um die Patienten zu beruhigen, weil von den Angehörigen mal wieder keiner Zeit hat.

Ich lasse mich nicht impfen. Ich lasse mich freistellen, bis die Regierung genau weiß, was sie will. Über den neuen Impfstoff Novavax habe ich mich schon erkundigt und damit würde ich mich eher von einer Impfung überzeugen lassen. Aber der Zeitraum bis zum 15. März kann nicht mehr eingehalten werden, da der Impfstoff Novavax erst am 21. Februar nach Deutschland kommen soll. Ich höre von vielen Kollegen, dass sie sich mit Novavax impfen lassen würden, aber man hat ja schon wieder eine Zeitvorgabe von den Herrschaften der Politik.

Liane Schenker aus Garching an der Alz

Unsere Leserin Liane Schenker aus Garching an der Alz äußert ihre Meinung zur kommenden Impfpflicht im Gesundheitswesen.

Ich arbeite seit über 20 Jahren im Gesundheitswesen, von Normalstation über Intensivstation, im Klinikum Traunstein, im Landeskrankenhaus Salzburg, Vogtareuth und jetzt in der außerklinischen Intensivpflege. Es gab schon damals, Anfang 2000, einen Pflegemangel. Wir arbeiteten stets am Limit, betreuten regelmäßig zusätzlich zwei bis drei Patienten am Gang, die multimorbid waren und Operationen wurden fast täglich verschoben, da kein Intensivbett frei war.

Jetzt soll mit einer Impfpflicht plötzlich das Gesundheitssystem entlastet werden. Doch die Impfung hilft weder gegen eine Ansteckung, noch Erkrankung. Mit der Impfpflicht vergrault man sich nur noch mehr Pflegekräfte, die dringend gebraucht werden. Was hilft es, wenn ich als geimpfte Pflegekraft, dennoch einen ungeimpften 80-Jährigen betreuen muss? 

In den zwei Jahren Pandemie, in denen wir so beklatscht wurden, wurde NICHTS für die Stärkung der Pflege getan. Zuallererst sollte hier ein Ansatz erfolgen, sei es mit Lohnerhöhung, Steuererleichterungen und/oder früheres Renteneintrittsalter. Obwohl ich aus persönlichen Gründen gegen Corona geimpft bin, plädiere ich gegen eine Impfpflicht, sei es im Gesundheitswesen oder allgemein. Eine Impfung sollte jedem seine freie Entscheidung sein und bleiben.

Eine Krankenschwester aus Bayern

Erst wird uns applaudiert, jetzt werden wir ausgesondert. Wir sortieren aber auch nicht aus, bei der Aufnahme der Patienten. Ungeimpfte werden bei uns genauso behandelt bzw. aufgenommen. Wir haben bereits einen extremen Personalmangel und wenn die Impfpflicht durchgezogen wird, wird es mit Sicherheit zu Stationsschließungen kommen. Ich bin aber allgemein der Meinung, dass der Beruf besser bezahlt werden muss, um nicht auszusterben.

Impfpflicht im Gesundheitswesen: Schickt uns Eure Leserbriefe

Eure Meinung ist gefragt: Was haltet Ihr von der kommenden Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen? Seid Ihr für eine allgemeine Impfpflicht oder geht das für Euch zu weit? Wie ist Eure Haltung zu diesem Thema oder empfindet ihr es als eine überzogene Diskussion?

Arbeitet Ihr vielleicht sogar im Gesundheitswesen und spielt wegen der Impfpflicht mit dem Gedanken, Euren Job zu kündigen oder habt dies bereits getan? Wir freuen uns auf Eure Meinungen und Erfahrungsberichte.

Schreibt uns zum Thema per Mail an leserbriefe@ovb24.de (Kennwort: „Impfpflicht im Gesundheitswesen“ im Betreff). Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort – und am besten auch ein Foto von Euch. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt komplettem Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel. d

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

jg

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