News-Ticker zur Corona-Pandemie

Deutschlandweit wieder Corona-Demos - Polizei beschlagnahmt gefälschten Impfpass

Von Martin Weidner und Christina Eisenberger

Teilnehmer einer „Querdenker“-Demonstration stehen in der Freiburger Innenstadt. Die Demo der „Querdenker“ mit 4000 angemeldeten Teilnehmern gegen die Corona-Maßnahmen verlief überwiegend friedlich, es gab jedoch vereinzelt Gegendemonstrationen.

München/Oberbayern – Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt noch immer für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Samstag (8. Januar) im News-Ticker:

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 19.28 Uhr - Impfpass-Fälscher von Polizei in Bus festgenommen

Ein Mann ist in Oberfranken mit einem gefälschten Impfpass, einem abgelaufenen Reisepass und einem gefälschten Ausweis in einem Bus in Hof von der Bundespolizei aufgegriffen worden. Den Impfpass habe der 51-Jährige nach eigener Aussage von einem Unbekannten in Berlin erworben, teilte die Polizei mit.

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Nachdem der Mann am Freitagnachmittag einen gefälschten rumänischen Ausweis vorgezeigt hatte, durchsuchten die Beamten der Bundespolizei den Mann und sein Gepäck. Die Polizisten fanden dabei den gefälschten Impfpass und einen seit Jahren abgelaufenen türkischen Reisepass, der aber eine gültige Niederlassungserlaubnis für Deutschland enthielt.

Der Kontrollierte wurde an die Polizeiinspektion Hof übergeben. Der Mann konnte keinen festen Wohnsitz in Deutschland nachweisen. Ihn erwarten nun Strafverfahren wegen Urkundenfälschung und Aufenthalt ohne Pass. Die falschen Dokumente wurden beschlagnahmt.

Update, 18.39 Uhr - Wieder zahlreiche Demos gegen Corona-Maßnahmen

Mehrere Tausend Impfgegner und Zweifler von Corona-Maßnahmen sind wieder in Deutschland auf die Straßen gegangen. Eine der größten Veranstaltungen gab es am Samstagnachmittag in Hamburg, wo die Polizei von etwa 16.000 Teilnehmern sprach. Zu der Demo unter dem Motto „Das Maß ist voll. Hände weg von unseren Kindern“ waren ursprünglich rund 11.000 Teilnehmer erwartet worden.

Viele Teilnehmer waren trotz Aufforderung ohne Masken und Abstand unterwegs. Ein Demoteilnehmer habe einen Davidstern mit der Aufschrift „ungeimpft“ an der Kleidung getragen, twitterte die Polizei. Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet worden.

Auch in Bayern sind wieder zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen und haben gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. In Ansbach zogen nach Polizeiangaben etwa 2700 Menschen durch die Stadt. Es gab zwei Gegendemonstrationen mit insgesamt etwa 260 Teilnehmenden.

In Regensburg kamen nach Polizeiangaben etwa 2000 Menschen zusammen, um gegen eine mögliche Impfpflicht zu demonstrieren. Zeitgleich gab es eine Gegendemonstration mit rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zum Teil versuchten, den Aufzug zu stoppen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Update, 17.30 Uhr - Aiwanger: 2G-plus-Regel für Gastronomie schwer begründbar

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sieht eine 2G-plus-Regel in der Gastronomie kritisch. „Jeder ist gefordert, sich auch freiwillig regelmäßig zu testen, doch den Restaurantbesuch für ungetestete Geimpfte zu verbieten, aber frisch Geboosterten zu erlauben, ist medizinisch nur schwer begründbar“, teilte der Politiker am Samstag mit.

„Wir müssen die aktuellen Maßnahmen ständig auf Verhältnismäßigkeit überprüfen, bevor es Gerichte tun.“ Im Handel sollte 2G generell wieder abgeschafft werden, forderte er. „Ebenso müssen wir jetzt nach mehreren Wochen Sperre auch Meisterkurse im Handwerk und Fahrunterricht genauso wie den Friseurbesuch mit Test auch für Ungeimpfte, also mit 3G, wieder ermöglichen.“

Nach den Beratungen von Bund und Ländern hatte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu einer 2G-plus-Regel für Restaurants, Cafés und Kneipen skeptisch geäußert und angekündigt, diese prüfen zu wollen. Eine Entscheidung ist für nächsten Dienstag geplant.

Update, 16.01 Uhr - 54 neue Corona-Fälle im Landkreis Altötting

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 54 neue Corona-Fälle gemeldet (Stand: 8. Januar, 0 Uhr). Damit haben sich seit Pandemie-Ausbruch bislang insgesamt 13.962 Menschen in Stadt und Landkreis Altötting mit Corona infiziert.

Unter den jetzt Neuinfizierten sind auch zahlreiche Kinder im Alter zwischen sechs und 12 Jahren. Aktuell gibt es in Stadt und Landkreis Altötting insgesamt 467 aktive Fälle – die meisten davon in Burghausen, Burgkirchen/Alz (je 70), Altötting (65) und Töging am Inn (45). Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 251,7.

Update, 14.42 Uhr - Nicht in Skihütte angesteckt - Österreichs Kanzler positiv auf Corona getestet

Die Corona-Erkrankung des österreichischen Regierungschefs Karl Nehammer (ÖVP) (Corona-Ticker vom 7. Januar) hat laut dessen Pressesprecher Daniel Kosak nichts mit einem Aufenthalt in einer Skihütte zu tun. Ein entsprechendes Foto, das in sozialen Medien kursiert, sei bereits am 29. Dezember unter Einhaltung der 2G-Regel aufgenommen worden, schreibt Kosak auf Twitter. Eine Woche später sei Nehammer noch negativ auf das Coronavirus getestet worden. „Die Ansteckung ist nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub erfolgt.“ Nehammer wurde am Freitag positiv getestet. „Die Ansteckung geschah über ein Mitglied meines Sicherheitsteams», so Nehammer auf Twitter.

Er habe keine Symptome, sagte der Kanzler am Samstag im ORF-Radio. Dank einer Auffrischungsimpfung verlaufe die Erkrankung harmlos. Trotz jüngster kritischer Stimmen werde die ÖVP-Grünen-Regierung an der zum 1. Februar geplanten Corona-Impfpflicht festhalten, betonte Nehammer. Eine Impfprämie, um die Bereitschaft zur schützenden Injektion zu erhöhen, wolle er nicht ausschließen. Es habe sich bei genaueren Analysen aber gezeigt, dass allein Geld die Impfskeptiker nicht überzeugen könne. Der Kanzler verwies auf Erfahrungen von Unternehmen, die selbst mit höheren Prämien keine überzeugenden Impferfolge hätten verbuchen können.

Update, 13.35 Uhr - Söder warnt vor Angst und Panik wegen Omikron

Trotz der auch in Bayern immer stärker steigenden Omikron-Fallzahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Bevölkerung vor Angst und Panik gewarnt. Zwar sei die neue Virusvariante deutlich ansteckender, es zeige sich aber immer mehr, dass Infizierte vermehrt einen milderen Krankheitsverlauf aufweisen würden, sagte er in seiner Rede beim CSU-Neujahrsempfang. Deshalb sollten die Regelungen von der Delta-Variante nicht einfach auf Omikron übertragen werden, vielmehr müsse auch geschaut werden, wie sich die Auflagen gesellschaftlich auswirken. Wegen der Pandemie fand der CSU-Empfang nur digital statt.

Laut Söder liegt der Anteil der Omikron-Fälle in Bayern bei 43 Prozent. „Wir müssen tun, was notwendig ist, um Land und Leute zu schützen“, sagte Söder. Es sei aber auch wegen der gespaltenen Gesellschaft klar, dass man nicht übereifrig sondern behutsam reagieren müsse. Bayern sei gerade bei den normalen Bettenkapazitäten in den Kliniken und den Pflegekräften dank Millioneninvestitionen gut aufgestellt. „Corona ist nicht das Ende der Welt“, sagte Söder.

Update, 12.17 Uhr - Söder skeptisch bezüglich 2G-Plus in Gastronomie

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern zur Einführung einer 2G-Plus-Regel für Restaurants, Cafes und Kneipen ist die Umsetzung in Bayern noch nicht entschieden. „Ich habe den Gesundheitsminister gebeten zu prüfen, ob das aus unserer Sicht wirklich notwendig ist. Wir sind da sehr, sehr zurückhaltend und skeptisch. Wir haben dazu heute auch eine Erklärung gemacht, wir werden es am Dienstag dann abschließend entscheiden“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Söder betonte, Bayern habe eine Protokollerklärung abgegeben, wonach der Bund-Länder-Beschluss „in weiten Teilen hinter der bereits geltenden bayerischen Rechtslage“ zurückbleibe. Weitere Verschärfungen - wie eine inzidenzunabhängige 2G-Plus-Regel in der gesamten Gastronomie - müssten erst auf Basis einer möglichst gesicherten wissenschaftlichen Expertise geprüft werden. In Bayern sind Schankwirtschaften und Discos anders als in anderen Bundesländern derzeit geschlossen, zudem tritt ggf. in Hotspots ein regionaler Lockdown in Kraft.

Update, 11.20 Uhr - Über 7000 neue Fälle in Bayern gemeldet

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat sich in Bayern weiter erhöht. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Samstagmorgen 7072 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 269,8 pro 100.000 Einwohner in einer Woche - am Vortag hatte diese noch bei 243,8 gelegen. Bundesweit meldete das RKI am Samstagmorgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 335,9. Binnen 24 Stunden wurden bundesweit 55.889 Neuinfektionen und 268 Todesfälle registriert. In Bayern waren es 22 Todesfälle. Seit etwas mehr als einer Woche steigen die Corona-Zahlen im Freistaat wieder. Fachleute führen das auf die schnelle Ausbreitung der ansteckenderen Omikron-Variante zurück.

In den bayerischen Krankenhäusern hat sich die Zahl der Corona-Intensivpatienten seit Anfang Dezember nahezu halbiert. Am Samstag wurden 522 schwer kranke Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen behandelt (Stand: 9.45 Uhr). Der bisherige Höchststand wurde laut bundesweitem Intensivregister mit 1081 Patienten am 3. Dezember erreicht.

Update, 9.25 Uhr - Drei Kreise/Städte wieder über 300er-Inzidenz

7-Tage-Inzidenzen in Südostbayern (Stand: 8. Januar 2022).

Die 7-Tage-Inzidenzen in den Städten und Kreisen der Region sind im Vergleich zum Vortag größtenteils angestiegen. Laut den neuesten RKI-Daten meldeten lediglich die Kreise Traunstein (von 222,0 auf 210,2) und Berchtesgadener Land (von 145,8 auf 119,4) sinkende Zahlen. In der Stadt Rosenheim (von 243,7 auf 309,8) und den Kreisen Rosenheim (von 269,8 auf 325,5) und Mühldorf (von 258,4 auf 324,5) ist die Inzidenz dagegen wieder über die 300er-Marke gestiegen. Auch im Landkreis Altötting stieg die Inzidenz um rund 20 Zähler (von 231,1 auf 251,7).

Insgesamt wurden in der Region in den letzten 24 Stunden 466 neue Corona-Fälle registriert - die meisten davon mit 206 im Landkreis Rosenheim, gefolgt von 120 im Landkreis Mühldorf. Zudem gab es einen weiteren Todesfall im Landkreis Mühldorf. Nähere Angaben zu Alter, Geschlecht und/oder Wohnort des Opfers machten die Behörden bislang nicht.

Starker Anstieg von neuen Fällen in Vergleich zu Vorwoche

Das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) hat einen starken Anstieg der Zahl der binnen 24 Stunden übermittelten Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche gemeldet (News-Ticker Freitag, 7. Januar). Der Wert wurde am Samstagmorgen mit 55.889 angegeben, in der Woche davor waren es 26.392 erfasste Neuinfektionen. Die bundesweite 7-Tage Inzidenz gab das RKI mit 335,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 303,4 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 220,3 (Vormonat: 427,0). Dies geht aus den neuesten RKI-Zahlen hervor (Stand: 8. Januar, 3.24 Uhr).

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 268 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 184 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.473.884 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,15 (Donnerstag: 3,26) an. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 6.692.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 113.900.

mw/dpa

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