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News-Ticker zur Corona-Pandemie

Corona-Inzidenz bei 9,4: Experten erwarten Start der vierten Welle

Proben für PCR-Tests
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Symbolbild: Proben für PCR-Tests werden von einem Mitarbeiter in einem Corona-Testzentrum verpackt.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Samstag (17. Juli) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 9,4, Landkreis Rosenheim 6,5, Landkreis Traunstein 14,7, Landkreis Berchtesgadener Land 10,4, Landkreis Mühldorf 9,5, Landkreis Altötting 17,0 (Quelle/Stand: RKI, 17. Juli, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3945, Landkreis Rosenheim 13959, Traunstein 11117, Berchtesgadener Land 6041, Mühldorf 6984, Altötting 6074 (Quelle/Stand: RKI, 17. Juli, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 67, Landkreis Rosenheim 462, Traunstein 217, Berchtesgadener Land 102, Mühldorf 155, Altötting 210 (Quelle/Stand: RKI, 17. Juli, 0 Uhr)
  • Mindestens 91.359 Todesfälle in Deutschland (15.304 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 19.30 Uhr - Corona-Ausbruch und Ausgangsverbot nach Partys auf Insel Mykonos

Auf der griechischen Jet-Set-Insel Mykonos gilt aufgrund missachteter Corona-Regeln in Bars für sieben Tage ein nächtliches Ausgehverbot. Die griechische Regierung verhängte die Maßnahme überraschend am Samstag. Beginnend mit der Nacht zu Sonntag darf für die nächsten sieben Tage zwischen 1 Uhr und 6 Uhr niemand mehr auf die Straßen. Ausnahme gibt es nur für Notfälle und für Arbeitende in der Nacht. Auch Musik darf nicht mehr in allen Lokalen gespielt werden.

Wie der griechische Zivilschutz am Samstag mitteilte, fielen bei Corona-Schnelltest-Kontrollen in den vergangenen Tagen mehr als zehn Prozent der Tests positiv aus. Die Quarantäneunterkünfte seien bereits überfüllt, sagte die Chefin des Gesundheitsdienstes der Insel, Dina Sampsouni, im Staatsfernsehen. Griechische Medien berichteten, es habe einen „Hagel“ stornierter Buchungen nach Bekanntgabe des lokalen Lockdowns gegeben. 

Update, 18.23 Uhr - Experten erwarten Start der vierten Welle - Corona-Inzidenz bei 9,4

Steigende Infektionszahlen und teils stagnierende Impfzahlen befeuern in Deutschland die Sorge vor einer vierten Corona-Welle im Herbst. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg den zehnten Tag in Folge und lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen bei 9,4 - nach 8,6 am Vortag und 4,9 beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli.

Wissenschaftler an der TU Berlin werten den Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen als „beunruhigend“. „Laut unseren Simulationen wird im Oktober ein exponentieller Anstieg bei den Krankenhauszahlen starten. Falls die derzeitige Entwicklung anhält, wird dies sogar früher beginnen, und sich im Oktober dann nochmal verstärken“, heißt es im neuen Bericht der Gruppe um den Mobilitätsforscher Kai Nagel an das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Nur wenn die Impfstoffe gegen die Deltavariante deutlich besser wirkten als derzeit bekannt oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werde, bleibe eine vierte Welle in den Simulationen aus. Das Modell ergebe „unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen eine vierte Welle bei den Erwachsenen, welche mit der Verlagerung von Aktivitäten in Innenräume im Herbst verstärkt werden wird.“ Das Team um Professor Nagel nutzt Berliner Mobilfunkdaten, um das Infektionsgeschehen zu modellieren. Die Ergebnisse sind ihm zufolge mindestens auf andere Großstädte übertragbar.

„Die Infektionszahlen steigen wieder und absehbar weiter - wir sind beim Impfen im Wettlauf mit der Delta-Variante. Jede einzelne Impfung erhöht unser aller Schutz für Herbst und Winter“, twitterte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag.

Update, 17.23 Uhr - Trotz Impfung: Britischer Gesundheitsminister an Covid-19 erkrankt

Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid ist trotz Impfung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Javid am Samstag in einer Videobotschaft auf Twitter mit. Er habe sich etwas angeschlagen gefühlt und dann einen Antigen-Test gemacht - der habe sich als positiv herausgestellt. Nun warte er auf das Ergebnis eines PCR-Tests. „Ich bin dankbar, dass ich zwei Impfdosen bekommen habe und bisher sind meine Symptome sehr mild“, so Javid weiter. Er rief die Menschen auf, sich ebenfalls impfen zu lassen.

In Großbritannien steigt die Zahl der Neuinfektionen seit Wochen wieder massiv an. Die 7-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit rund 345 angegeben (Stand: 11. Juli). Allein am Freitag wurden mehr als 50.000 Neuinfektionen registriert. Zurückgeführt wird das unter anderem auf die starke Ausbreitung der Delta-Variante.

Update, 16.30 Uhr - Zuckerbrot statt Peitsche: Freikarten für Corona-Impfung

Mit Freikarten will die Stadtratsfraktion von SPD und Volt mehr Menschen in München zu einer Corona-Impfung motivieren. Statt auf Zwang wie in anderen Ländern setze man auf Anreize, teilte SPD-Stadtrat Roland Hefter mit. Dies könnten Freikarten für Museen, Konzerte, Sportveranstaltungen, den öffentlichen Nahverkehr oder den Tierpark sein. Auch eine Tombola in Zusammenarbeit mit der Gastronomie und der Wirtschaft mit Sachpreisen und Gutscheinen sei vorstellbar.

In einem Antrag fordert die Fraktion nun, dass die Stadtverwaltung diese Möglichkeiten prüfen solle. Medien hatten zuvor über den Vorschlag berichtet. Da die Impfbereitschaft nachlasse, müsse man nun wirklich alles versuchen, um die Menschen zum Impfen zu bewegen. „Auch wenn es Geld kostet, ein nächster Lockdown kostet mehr, von den Menschenleben ganz zu schweigen, die wir verlieren, wenn uns die Delta-Variante bei einer schlechten Impfquote im Herbst mit voller Wucht treffen würde“, betonte Hefter.

Update, 14.58 Uhr - Oktoberfest-Kopie in Dubai wird verschoben

Die umstrittenen Pläne für eine Art Oktoberfest in Dubai liegen auf Eis. Die Veranstalter müssen die ab 7. Oktober geplante Kopie der Münchner Wiesn wegen der Ausbreitung der Corona-Pandemie in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Zusammenhang mit der Delta-Variante verschieben. „Sobald die Corona-Politik des Landes einen Eröffnungstermin zulässt, werden wir starten“, sagte Mitorganisator Dirk Ippen der „Bild“-Zeitung (Samstag).

„Das Oktoberfest in Dubai stand nie infrage und wird sicher stattfinden“, zeigte er sich überzeugt. Mit einer fehlenden Lizenz für den Alkoholausschank habe die Terminverschiebung nichts zu tun. Die Stadt München sieht die Pläne für ein Wüsten-Wiesn kritisch und ist wegen der Werbung dafür sogar vor Gericht gezogen.

Update, 13.35 Uhr - Erste Bundesländer knacken Marke von 50 Prozent vollständig Geimpfter

In Bremen und dem Saarland ist jeweils mehr als die Hälfte der Einwohner nun vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die beiden Bundesländer überschritten als erste die Marke von 50 Prozent, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag (Stand: 10.05 Uhr) hervorgeht.

Laut RKI wurden am Freitag in Deutschland 601 220 Impfdosen verabreicht. Bundesweit sind damit nun rund 38,2 Millionen Menschen oder 45,9 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft, wofür bei den meisten eingesetzten Impfstoffen zwei Dosen nötig sind. Insgesamt haben 59,7 Prozent oder rund 49,6 Millionen Einwohner mindestens die erste Spritze erhalten.

Während Bremen mit 50,6 Prozent und das Saarland mit 50,1 Prozent vollständig Geimpfter beim Impftempo an der Spitze liegen, bilden Sachsen und Brandenburg mit je 42,6 Prozent das Schlusslicht. Das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen liegt mit 48,8 Prozent derzeit auf Platz drei.

Bei der Zahl der Erstgeimpften ist zunehmend ein Gefälle zu sehen: Schlusslicht ist Sachsen mit 50,7 Prozent, gefolgt von Thüringen (54,2), Brandenburg (54,7), Sachsen-Anhalt (55,6) und Bayern (57,6 Prozent). In Bremen sind dagegen mittlerweile mehr als zwei Drittel (68,8 Prozent) aller Einwohner mindestens einmal immunisiert, auch das Saarland (65,0 Prozent) steht an dieser Marke.

Update, 12.44 Uhr - Söder rügt Aiwanger wegen Apartheids-Äußerung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat seinen Vize Hubert Aiwanger (Freie Wähler) scharf gerügt und ihn aufgefordert, sich für umstrittene Äußerungen in der Corona-Politik zu entschuldigen. Aiwanger hatte in der Diskussion über möglichen politischen Druck auf Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, zuletzt vor einer „Apartheidsdiskussion“ gewarnt und damit zuletzt schon viel Kritik auch aus der CSU auf sich gezogen.

Nun sah sich auch Söder selbst, der zuletzt geschwiegen hatte, zu einer Intervention genötigt: Das seien „verstörende Aussagen“, die für einen stellvertretenden Ministerpräsidenten unangemessen seien, sagte Söder am Samstag auf dem Bezirksparteitag der Oberbayern-CSU in Unterhaching bei München. Aiwanger solle die Wortwahl zurücknehmen und sich dafür entschuldigen, verlangte der Regierungschef.

Aiwanger hatte angesichts der Kritik an seiner Wortwahl schon vor einigen Tagen deutlich gemacht, dass er sich missverstanden fühlt. „Ich habe davor gewarnt, dass wir durch eine unüberlegte Vorgehensweise in der Impfpolitik den Impfgegnern Munition liefern und in eine Apartheidsdiskussion geraten“, erklärte er. Er habe damit nicht sagen wollen, dass Unterschiede zwischen Geimpften und Nichtgeimpften mit der Apartheid verglichen werden könnten.

Die Apartheidspolitik war ein international weitgehend geächtetes Vorgehen der weißen Bevölkerungsminderheit vor allem gegen die schwarze Mehrheit in Südafrika, aber auch gegen andere Ethnien.

Update, 10.55 Uhr - Erster Corona-Fall im Olympischen Dorf in Tokio

Eine Woche vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio gibt es den ersten Corona-Fall im Athletendorf. Das bestätigte das Organisationskomitee am Samstag. Angaben zur Person wie der Nationalität wollte OK-Geschäftsführer Toshiro Muto nicht machen. Auch könne er nicht sagen, ob die Person geimpft sei. Es würden alle erforderlichen Maßnahmen zum Schutz vor einer Ausbreitung getroffen, damit sich jeder im Athletendorf sicher fühlen könne, hieß es.

Daneben gibt es bislang fünf Athleten, die bei der Einreise nach Japan positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Die Athleten und ihre Begleitpersonen sind im Athletendorf von der Bevölkerung isoliert und müssen strenge Verhaltens- und Hygieneregeln befolgen. Die Organisatoren und das Internationale Olympische Komitee (IOC) haben immer wieder versichert, es würden für alle „sichere“ Spiele.

Update, 9.23 Uhr - Auch in der Region steigen die Inzidenzen: Sprunghafter Anstieg in Altötting

Auf Bundesebene ist die 7-Tage-Inzidenz den zehnten Tag in Folge gestiegen und liegt aktuell bei 9,4 (Vortag: 8,6). Und auch in der Region ist am Samstag ein Anstieg zu beobachten - vor allem in Altötting. Aufgrund von 13 Neuinfektionen stieg der Wert um fast 12 auf 17,0 an. Auch in Mühldorf stieg die Inzidenz leicht auf 9,5 (Vortag: 7,8). Das RKI meldet für Rosenheim nach fünf Neuinfektionen einen Wert von 6,5 (Vortag: 6,1). In der Stadt Rosenheim liegt die Inzidenz bei 9,4 (Vortag: 7,9), hier wurde allerdings keine Neuinfektion gemeldet.

Corona-Ampel für die Region

Der Wert im Berchtesgadener Land verharrt bei 10,4. Einzig im Kreis Traunstein ging die 7-Tage-Inzidenz zurück. Hier liegt der Wert bei 14,7 (Vortag:15,2). Todesfälle wurden es an diesem Samstag in der Region nicht gemeldet.

Update, 8.25 Uhr - Berliner Modellierer: Vierte Corona-Welle zu erwarten

In der Corona-Pandemie erwartet eine Wissenschaftlergruppe der Technischen Universität Berlin (TU) anhand von Modellierungen eine vierte Welle, die auch an Krankenhäusern nicht vorbeigeht. „Laut unseren Simulationen wird im Oktober ein exponentieller Anstieg bei den Krankenhauszahlen starten. Falls die derzeitige Entwicklung anhält, wird dies sogar früher beginnen, und sich im Oktober dann nochmal verstärken“, heißt es im neuen Bericht der Gruppe um den Mobilitätsforscher Kai Nagel an das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Den zuletzt bereits verzeichneten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenzen wertet das Team wegen hohen relativen Zunahmen als „beunruhigend“. Nur wenn die Impfstoffe gegen Delta deutlich besser wirkten als derzeit bekannt oder wenn eine Impfquote von 95 Prozent erreicht werde, bleibe eine vierte Welle in den Simulationen aus. Das Modell ergebe „unter allen derzeit realistisch erscheinenden Bedingungen eine vierte Welle bei den Erwachsenen, welche mit der Verlagerung von Aktivitäten in Innenräume im Herbst verstärkt werden wird.“

Die Simulationen zu Schulen zeigen laut dem Bericht, dass Lüftungssysteme und flächendeckender Einsatz von Schnell- und/oder PCR-Tests die Infektionsdynamik verringern könnten. Würden solche Maßnahmen konsequent umgesetzt, seien Schulschließungen oder Wechselunterricht nicht notwendig, hieß es. Die zwei Schnelltests pro Woche, die derzeit typisch seien, halten die Wissenschaftler ohne zusätzliche Maßnahmen allerdings bei weitem nicht für ausreichend.

Würden die Schulen nach den Sommerferien ohne Schutzmaßnahmen geöffnet, ergäbe sich laut Modell eine Infektionswelle bei den Schülerinnen und Schülern, die zu einer Welle bei Erwachsenen führe.

Weltweit arbeiten Wissenschaftler mit verschiedenen Ansätzen an Covid-19-Simulationen. Diese beruhen auf bestimmten Annahmen und sind mit Unsicherheiten behaftet. Das Team um Professor Nagel nutzt anonymisierte Berliner Mobilfunkdaten, um das Infektionsgeschehen zu modellieren. Die Ergebnisse sind ihm zufolge mindestens auf andere Großstädte übertragbar.

Inzidenz steigt auf 9,4 - 1608 Neuinfektionen

Zum zehnten Tag infolge ist die Sieben-Tage-Inzidenz angestiegen und kratzt am zweistelligen Bereich. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagmorgen lag sie bei 9,4 - am Vortag betrug der Wert 8,6, beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 1608 Corona- Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.05 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 952 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 22 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 35 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 743 389 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 638 800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 359.

mz/mh/dpa

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