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News-Ticker zur Corona-Pandemie

Biontech-Rationierung stößt in Bayern auf heftige Kritik - Massenproteste in Österreich

Impfgegner
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Ein Mann hält ein Schild gegen die Coronaimpfung hoch.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Samstag (20. November) im News-Ticker:

Die Fallzahlen im Überblick:

  • Hospitalisierte Fälle/7 Tage in Bayern: 1213 (Quelle/Stand: LGL, 19. November, 8 Uhr)*
  • Hospitalisierungsrate in Bayern: 9,2 (Quelle/Stand: LGL, 19. November, 8 Uhr)
  • Covid-19-Fälle auf Intensivstationen in Bayern: 894 (Quelle/Stand: DIVI, 20. November, 7.05 Uhr)**/***
  • Intensivbetten-Auslastung ILS Rosenheim: 92,2 % (Quelle/Stand: DIVI, 20. November, 7.15 Uhr)****
  • Intensivbetten-Auslastung ILS Traunstein: 90,9 % (Quelle/Stand: DIVI, 20. November, 7.15 Uhr)****
  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 820,9, Landkreis Rosenheim 975,5, Landkreis Traunstein 1122,9, Landkreis Berchtesgadener Land 1089,1, Landkreis Mühldorf 1140,9, Landkreis Altötting 988,8 (Quelle/Stand: RKI, 20. November, 3.12 Uhr)****
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 6584, Landkreis Rosenheim 25.591, Traunstein 20.934, Berchtesgadener Land 12.119, Mühldorf 12.893, Altötting 10.311 (Quelle/Stand: RKI, 20. November, 3.12 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 80, Landkreis Rosenheim 515, Traunstein 250, Berchtesgadener Land 113, Mühldorf 203, Altötting 224 (Quelle/Stand: RKI, 20. November, 3.12 Uhr)
  • ServiceFälle Deutschland --- Fälle weltweit --- Überblick Risikogebiete
    * = Steigt der Wert auf 1200 oder höher, tritt Warnstufe Gelb in Kraft
    ** = Steigt der Wert auf 450 oder höher, tritt ebenfalls Warnstufe Gelb in Kraft
    *** = Steigt der Wert auf 600 oder höher, tritt Warnstufe Rot in Kraft
    **** = Liegt die Intensivbetten-Auslastung im Rettungsleitstellenbezirk über 80% und die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis/der Stadt bei 300 oder höher, tritt ebenfalls Warnstufe Rot in Kraft

Update, 18.57 Uhr - Drei Corona-Fälle beim Skispringen: Deutscher Betreuer betroffen

Beim Weltcup-Auftakt der Skispringer im russischen Nischni Tagil hat es unmittelbar vor dem Auftaktspringen am Samstag (16.00 Uhr/ARD und Eurosport) drei Corona-Fälle gegeben. Betroffen ist auch das Team des Deutschen Skiverbandes (DSV), bei dem ein Betreuer positiv auf das Virus getestet wurde, wie ein Verbandssprecher am Samstag auf Anfrage bestätigte. Der namentlich nicht genannte Betreuer wurde vom restlichen Team isoliert, für das sechsköpfige Team um Karl Geiger und Markus Eisenbichler hat der positive Fall keine Auswirkungen. 

Zu den anderen beiden Corona-Fällen äußerte sich der Weltverband Fis bei seiner Bekanntmachung nicht im Detail. Es handelt sich aber um zwei Springer. Die Athleten aus Deutschland und Österreich sind dabei nicht betroffen.

Update, 17.24 Uhr - Biontech-Rationierung stößt in Bayern auf heftige Kritik

Die geplante Mengenbegrenzung bei der Bestellung des Biontech-Impfstoffs durch Praxen sorgt in Bayern für Ärger. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) forderte am Samstag den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer Resolution auf, die künstliche Verknappung des Vakzins rückgängig zu machen. Andernfalls gefährde er den notwendigen Fortschritt der Impfkampagne massiv. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nannte die Pläne inakzeptabel. Als Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz der Länder will er das Thema auf die Tagesordnung der für Montag geplanten Beratungen setzen.

Eine Einschränkung des Biontech-Impfstoffs sei „absolut inakzeptabel und zerstört das notwendige Vertrauen, dass die Bürgerinnen und Bürger in dieser hochdramatischen Lage in uns haben müssen“, sagte Holetschek. Nicht nur für die Impfzentren sei dies inakzeptabel, sondern vor allem auch für die Ärzteschaft, die darauf sämtliche Planungen ausgerichtet habe.

Die Mediziner begründen ihre Kritik mit dem Vertrauen der meisten Patienten in das Vakzin von Biontech. Nach Auskunft des Verbandes wurden in den Praxen im Freistaat bislang mehr als 7,5 Millionen Corona-Impfungen verabreicht. In mehr als 85 Prozent aller Fälle handelte es sich demnach um das Vakzin von Biontech/Pfizer.

In den vergangenen Tagen seien bereits Millionen Impftermine in den Praxen vereinbart worden, sowohl explizit als auch implizit für Biontech. „Der Erklärungsbedarf in den Praxen bei einer Umstellung des Impfstoffs wäre gewaltig und bei der sowieso bereits enormen Arbeitsbelastung für die Ärztinnen und Ärzte sowie die Praxisteams in keiner Form zu leisten“, heißt es in der Erklärung.

„Es kann nicht sein, dass das Restvertrauen gerade bei den Menschen, die sich impfen lassen, jetzt in der Booster-Kampagne durch so einen Dilettantismus zerstört wird. Hier wird dem Land, den Menschen, unseren Praxen und der Gesundheit schwerster Schaden zugefügt“, schimpfte auch Markus Beier, Landesvorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes und Vize auf Bundesebene.

Update, 16.41 Uhr - 35.000 Menschen protestieren in Österreich gegen Lockdown

In Österreich haben Zehntausende gegen die bevorstehenden Corona-Verschärfungen protestiert. In Wien nahmen laut Polizei rund 35.000 Menschen an Demonstrationen gegen den Lockdown und die Impfpflicht teil. Der Protestzug legte am Samstagnachmittag weite Teile des Verkehrs in der Wiener Innenstadt lahm. „Die Stimmung ist aufgeheizt“, sagte ein Polizeisprecher. Es sei zu mehreren Festnahmen gekommen. Einige Teilnehmer warfen nach Beobachtungen von Medien Flaschen auf die Polizisten.

Die Teilnehmer kritisierten die am Montag in Kraft tretenden Ausgangsbeschränkungen sowie die ab 2022 geltende Corona-Impflicht als Zwangsmaßnahmen. Immer wieder wurde „Freiheit“ skandiert. Viele Demonstranten trugen keine FFP2-Masken und verstießen damit gegen die Auflagen. Die Polizei war mit 1300 Beamten im Einsatz.

Zu den Protesten hatte unter anderem die rechte FPÖ aufgerufen. Deren selbst an Corona erkrankte Chef Herbert Kickl meldete sich mit einer Videobotschaft zu Wort. Darin rief er zu einem möglichst breiten Widerstand auf. Schon zuvor hatte er die Strategie der Regierung scharf kritisiert und von einer „Diktatur“ in Österreich gesprochen.

Unter die Demonstranten mischten sich nach Informationen der österreichischen Nachrichtenagentur APA auch bekannte Neonazis und weitere Personen aus dem rechtsextremen Umfeld.

Die österreichische Regierung hatte wegen der massiven vierten Corona-Welle einen Lockdown für alle ab Montag angekündigt. Während die Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte und Genesene am 13. Dezember enden sollen, ist der Lockdown für Ungeimpfte unbefristet. Außerdem wird Österreich als erstes Land in der EU im Februar 2022 eine Corona-Impfpflicht einführen.

Die Impfquote liegt inzwischen bei rund 66 Prozent. Die Bereitschaft zur schützenden Injektion hat in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Die Impfzahlen haben sich gegenüber dem Sommer vervierfacht. Gründe dafür sind die 3G-Regel am Arbeitsplatz und die 2G-Regel, die Ungeimpfte von weiten Teilen des öffentlichen Lebens ausschließt.

Update, 15.28 Uhr - Corona-Lage in Bayern bleibt angespannt - Mediziner kritisieren Spahn: Zu wenig Impfstoff für Ärzte?

Die Corona-Zahlen in Bayern steigen und steigen - auch am Samstag meldete das Robert Koch-Institut wieder deutlich mehr Neuinfektionen. Demnach lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat bei 635,6 (Stand: 3.12 Uhr). Am Vortag waren es noch 625,3. Die Hospitalisierungsinzidenz lag bei 9,15, allerdings nach Zahlen vom Freitag. Zudem warnte das RKI, die Zahlen könnten wegen eines Verzugs bei der Übermittlung unterschätzt werden. Eine schwierige Lage vor allem für die Krankenhäuser, gab es doch Regionen, in den am Samstag nur noch wenige oder sogar gar kein Intensivbett mehr frei war.

Null freie Intensivbetten hieß es beim Divi-Intensivregister etwa um 15.15 Uhr in den Landkreisen Erding, Bayreuth, Erlangen-Höchstadt, Regen oder München. Doch wohin mit gravierenden Notfällen? Für Rettungsdienste ein Problem, müssen sie doch oft weite Wege fahren, um Patienten irgendwo unterzubringen.

Der Freistaat stockte wegen der Corona-Pandemie die Luftrettung für Intensivpatienten auf. Am Flughafen Nürnberg sei dafür seit Samstag befristet ein zweiter Intensivtransporthubschrauber stationiert, der auch bundesweit eingesetzt werden könne, teilte die DRF Luftrettung mit. Von 8 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang stehe die Maschine vom Typ H145 schwerpunktmäßig für Intensivpatienten zur Verfügung, um das öffentlich-rechtliche Versorgungssystem zu entlasten. Der andere Intensivtransporthubschrauber in Nürnberg ist rund um die Uhr bereit.

Eine wichtige Hoffnung ist die Impfkampagne. Mancherorts bildeten sich auch am Samstag lange Schlangen von Menschen, die sich impfen lassen wollten, so etwa vor der Impfstation im Münchner Rathaus.

Nun sehen Mediziner diese Kampagne in Gefahr. Grund sind Pläne, die Menge des Impfstoffs Biontech/Pfizer zu begrenzen, die Praxen bestellen können, während das Moderna-Mittel unbegrenzt zur Verfügung stehen soll. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) forderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer Resolution auf, dies umgehend rückgängig zu machen. Andernfalls gefährde er den notwendigen Fortschritt der Impfkampagne massiv. 

Update, 14 Uhr - Drosten verweist auf begrenzte Aussagekraft von Antigen-Schnelltests

Der Virologe Christian Drosten hat auf eine begrenzte Aussagekraft von Antigen-Schnelltests zum Erkennen einer Coronavirus-Infektion hingewiesen. „Vor Symptombeginn sind Schnelltests einfach nicht empfindlich genug. Daher meine Zweifel an 3G“, schrieb er am Samstag auf Twitter mit Bezug auf Regeln, die Geimpften, Genesenen und Getesteten Zugang zu Einrichtungen oder Veranstaltungen gewähren.

Hinsichtlich des Einsatzes solcher Schnelltests bei Geimpften sagte er der „Bild“: „Es sieht nach meiner vorläufigen Einschätzung so aus, als ob Infektionen bei Geimpften gerade in den ersten Tagen der Infektion nicht so gut durch den Antigen-Schnelltest nachzuweisen sind. Leider ist die Studienlage dazu aber noch nicht ausreichend.“

Der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, sagte „Bild“, gerade bei asymptomatischen Patienten sei der PCR-Test dem Antigen-Schnelltest deutlich überlegen. „Hier stellt die deutlich geringere Sensitivität eines Antigen-Schnelltestes ein Problem dar.“ Der Virologe an der Universität Hamburg, Jonas Schmidt-Chanasit, sagte: „In kritischen Bereichen wie Altenheimen oder Kliniken sollte man daher auf zuverlässigere PCR-Pooltests setzen.“ Dabei werden Proben mehrerer Personen gleichzeitig geprüft und nur bei einem positiven Ergebnis noch einmal einzeln untersucht.

Update, 13.30 Uhr - Nach Erfolg vor Gericht: Sauter steht zu Maskengeschäft

Der CSU-Landtagsabgeordnete Alfred Sauter hat nach seinem juristischen Erfolg gegen die Generalstaatsanwaltschaft München sein Verhalten bei umstrittenen Maskengeschäften verteidigt. „Ich bin nicht nur Landtagsabgeordneter, sondern auch Unternehmer“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstag).

Das Oberlandesgericht München hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass es im Handeln unter anderem Sauters „den Tatbestand der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern nicht erfüllt“ sieht. „Der Beschluss spricht für sich“, sagte der CSU-Politiker der Zeitung.

Sauter und der mitbeschuldigte Ex-Bundestagsabgeordnete Georg Nüßlein hatten Beschwerden eingereicht und Recht bekommen. Allerdings kündigte die Generalstaatsanwaltschaft München bereits an, beim BGH Beschwerde gegen die OLG-Entscheidungen einzulegen. Auch die Richter hatten die aktuelle Rechtslage, an die sie gebunden seien, auffallend deutlich kritisiert.

Im Zuge der Maskenaffäre war Sauter im März nach massivem Druck aus der CSU-Landtagsfraktion ausgetreten und damit wohl einem Ausschlussverfahren zuvorgekommen. Über sein Verhältnis zum CSU-Chef und bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder sagte Sauter der Zeitung: „Mit Markus Söder habe ich seitdem kein Wort mehr gesprochen.“

Nüßlein und Sauter sollen für die Vermittlung von Corona-Maskengeschäften im Jahr 2020 viel Geld bekommen haben, Nüßlein 660.000 Euro, Sauter sogar 1.243.000 Euro. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte deshalb ein Ermittlungsverfahren gegen die beiden Politiker und einen Unternehmer unter anderem wegen Korruptionsverdachts eingeleitet. Grundlage ist Paragraf 108e des Strafgesetzbuchs - Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern.

Alle drei hatten sich vor dem OLG gegen Durchsuchungsbeschlüsse und gegen sogenannte Vermögensarreste gewehrt. Der Unternehmer legte zudem Beschwerde gegen einen Haftbefehl ein, der zwischenzeitlich aber bereits außer Vollzug gesetzt worden war. Diesen Beschwerden gaben drei verschiedene OLG-Senate weitgehend statt.

Nüßlein und Sauter bekommen damit das Geld aus den Maskengeschäften zurück. Der Haftbefehl wurde nun ganz aufgehoben. Und im Fall Sauter war, anders als bei den beiden anderen, laut OLG-Entscheidung auch schon der Durchsuchungsbeschluss rechtswidrig: Schon bei dessen Erlass habe kein ausreichender Verdacht bestanden, „dass die ihm zugesagte Gewinnbeteiligung auch parlamentarische Tätigkeiten einschließen sollte“, hatte es in der Mitteilung des OLG geheißen.

Update, 12.35 Uhr - Scholz ruft zu großer Werbeaktion für Corona-Impfungen auf

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, für Corona-Impfungen zu werben und Skeptiker zu überzeugen. „Wir sollten aktiv diejenigen ansprechen, die Zweifel haben“, sagte Scholz am Samstag beim Landesparteitag der SPD Brandenburg in Schönefeld. „Wir sollten versuchen, sie zu überzeugen.“ Es gehe darum, Nachbarn, den Freundeskreis, Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit anzusprechen. „Es sind so viele, die man noch überzeugen kann und deshalb ist es, glaube ich, eine große gemeinsame Anstrengung, die wir unternehmen müssen.“

Scholz rief auch zu einem „Ruck“ für Booster-Impfungen auf. Millionen Bürgerinnen und Bürger müssten davon überzeugt werden, sich die Auffrischungsimpfung geben zu lassen, sagte der SPD-Kanzlerkandidat. „Das ist der beste Schutz für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger - und darum geht es jetzt zuallererst.“ Scholz warb für die neuen Corona-Regeln aus dem Infektionsschutzgesetz der Ampel-Parteien, denen Bundestag und Bundesrat mehrheitlich zugestimmt hat. „Es sind viele neue Möglichkeiten, die viel schärfer sind als das, was wir im letzten Jahr verfügbar hatten.“

Update, 11.50 Uhr - Rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland „geboostert“

In Deutschland haben mittlerweile 5,6 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Allein in dieser Woche seien bisher 1,7 Millionen Bürger „geboostert“ worden, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag auf Twitter mit. „Das Tempo nimmt weiter zu, danke an alle, die mithelfen, es weiter zu steigern!“ Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kamen allein am Freitag 357.000 sogenannte Booster-Impfungen hinzu. Insgesamt wurden an dem Tag 475.000 Impfdosen gegen Corona gespritzt (Stand: Samstag, 9.08 Uhr.)

56,5 Millionen Menschen und damit 67,9 Prozent der Gesamtbevölkerung sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 58,6 Millionen Menschen wurden mindestens einmal geimpft. Das entspricht einer Quote von 70,4 Prozent.

Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Update, 11.05 Uhr - Patientenschützer wirft Spahn Behinderung der Boosterkampagne vor

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeworfen, in der Corona-Krise das geplante Hochfahren der Auffrischungsimpfungen zu behindern. Hintergrund ist eine Ankündigung des Spahn-Ministeriums, dass die sogenannten Booster-Impfungen verstärkt mit dem Impfstoff von Moderna anstelle von Biontech vorgenommen werden sollen.

„Während die amtierende Bundeskanzlerin, die Regierungschefs der Länder und der Bundestag die große Boosteroffensive ausrufen, torpediert Jens Spahn das Vorhaben“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. „Denn offensichtlich gibt es nicht genügend frei wählbare Vakzine für die impfwilligen Menschen. Praktisch wird das Angebot ausgebremst.“

Das Gesundheitsministerium hat als Ziel 20 bis 25 Millionen Auffrischungsimpfungen bis zum Ende des Jahres genannt. In einem Bericht des Ministeriums hatte es Mitte der Woche geheißen, dass angesichts des stark steigenden Bedarfs in den kommenden Wochen zusätzlich zum Präparat von Biontech auch wieder vermehrt Impfstoff von Moderna dafür eingesetzt werden solle.

Das Bundesgesundheitsministerium betonte am Freitag, dass bis Jahresende genug Impfstoff für solche Booster zur Verfügung stehe. Nachdem das Präparat von Biontech bisher mehr als 90 Prozent der Bestellungen ausmache, solle aber vermehrt Moderna eingesetzt werden. Dies solle sichern, dass kurzfristig ausreichend Impfstoff verfügbar ist. Zudem verfielen eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022, was aber vermieden werden müsse.

Update, 10 Uhr - Zahl der Neuinfektionen sinkt leicht: Neun weitere Corona-Todesfälle in der Region

7-Tage-Inzidenzen und regionalisierte Klinik-Ampel für Südostbayern (Stand: 20. November 2021).

Die Zahl der Neuinfektionen ist etwas zurückgegangen. In der Region wurden binnen der letzten 24 Stunden laut RKI 1626 Neuinfektionen erfasst. Damit sind die Neuinfektionen um 187 höher als letzten Samstag, jedoch kein neuer Höchststand an Neuinfektionen - dieser wurde am Donnerstag (18. November) mit 1831 erfasst.

Die Inzidenzen im Detail: Landkreis Altötting (von 967,3 auf 988,8), Landkreis Mühldorf (von 1095,4 auf 1140,9), Kreis Berchtesgadener Land (von 1120,1 auf 1089,1), Landkreis Traunstein (von 1117,8 auf 1122,9), Stadt Rosenheim (von 792,6 auf 820,9) und Landkreis Rosenheim (von 914,3 auf 975,5).

In der Region wurden laut RKI neun weitere Todesfälle gemeldet. Zwei Personen verstarben im Landkreis Mühldorf, vier im Landkreis Rosenheim, eine im Stadtgebiet Rosenheim und zwei im Landkreis Traunstein. Nähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort der Verstorbenen gab es bislang nicht.

Update, 9.24 Uhr - Geisterspiele und 2G-Szenarien: Corona-Druck auf Profifußball wächst

Inmitten der verschärften Corona-Lage in Deutschland könnte es für ungeimpfte Fußballprofis immer ungemütlicher werden. So häufen sich aus der Politik die Stimmen, die ein 2G-Modell (Geimpfte und Genesene) auch für Aktive in Betracht ziehen. Nach Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) äußerte sich nun auch der in der Bundesregierung tätige CSU-Politiker Stephan Mayer.

„Es ist aus meiner Sicht den Zuschauern nicht zu vermitteln, dass für sie und auf den Tribünen zu Recht die 2-G-Regel gilt, aber die Spieler auch ungeimpft am Spielbetrieb teilnehmen können“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag). „Deshalb halte ich eine Impfpflicht für Fußballprofis für vertretbar und geboten.“

Söder hatte 2G für den Profifußball als „sinnvoll“ beschrieben, auch wenn das rechtlich schwierig durchzusetzen sei. „Es ist ein lebensgefährliches Unterfangen, sich nicht zu impfen“, sagte Söder. Zuletzt hatte die Debatte um den ungeimpften Bayern-Profi und Nationalspieler Joshua Kimmich für Aufsehen gesorgt.

Kimmich verpasste zuletzt zwei Länderspiele und das 1:2 der Münchner beim FC Augsburg, weil er sich als Kontaktperson zweimal in Quarantäne begeben musste. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann sagte am Freitagabend der ARD: „Ich weiß nicht, warum Profisportler jetzt eine Impfpflicht brauchen und andere nicht.“

Noch schneller und drastischer drohen Verschärfungen im Bereich der Zuschauer. Angesichts der dramatischen Corona-Lage dürfen Kultur- und Sportveranstaltungen in Bayern nur noch in deutlich kleinerem Rahmen stattfinden. Söder sprach von einer Auslastung von maximal 25 Prozent an Zuschauern. Die 26.000 Fans, die noch am Freitagabend in Augsburg Bundesliga-Fußball sahen, werden sich zumindest in Bayern nicht so schnell wiederholen.

Update, 8.30 Uhr - Holetschek protestiert gegen Begrenzung der Biontech-Auslieferungen

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) protestiert gegen eine vom Bundesgesundheitsministerium angekündigte Begrenzung der Biontech-Auslieferungen. Das sei inakzeptabel, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in München. Holetschek, der auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz der Länder ist, will dies nun auf die Tagesordnung der für Montag geplanten Beratungen setzen. „Das muss besprochen und gelöst werden.“

Das Bundesgesundheitsministerium hatte in einem Schreiben an die Länder betont, dass bis Jahresende genug Impfstoff auch für Auffrischungsimpfungen zur Verfügung stehe. Neben dem Präparat von Biontech/Pfizer solle dafür aber vermehrt das von Moderna eingesetzt werden. Andernfalls drohten eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 zu verfallen, was aber vermieden werden müsse.

Für Biontech sollen daher „Höchstbestellmengen“ definiert werden, wie es in dem Schreiben heißt. Praxen sollen demnach vorerst maximal 30 Dosen pro Woche bestellen können, Impfzentren und mobile Impfteams 1020 Dosen. Betont wird: „Bestellungen für Moderna-Impfstoff werden keiner Höchstgrenze unterliegen und vollumfänglich beliefert.“

Bund und Länder hätten gemeinsam festgelegt, dass es nun eine große, gemeinsame Kraftanstrengung beim Impfen brauche, sagte Holetschek. „Diese werden alle Bundesländer mit aller Kraft in Angriff nehmen.“ Erst- und Zweitimpfungen seien wichtig, besonders aber auch die Booster-Impfungen. Wenn man nun höre, dass der Biontech-Impfstoff eingeschränkt werden solle, sei das „absolut inakzeptabel und zerstört das notwendige Vertrauen, dass die Bürgerinnen und Bürger in dieser hochdramatischen Lage in uns haben müssen“. Nicht nur für die Impfzentren sei dies inakzeptabel, sondern vor allem auch für die Ärzteschaft, die darauf sämtliche Planungen ausgerichtet habe.

RKI registriert 63.924 Corona-Neuinfektionen - Bundesweite Inzidenz bei 362,2

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut auf einen Höchststand gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 362,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 340,7 gelegen, vor einer Woche bei 277,4 (Vormonat: 80,4). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 63.924 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.02 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 45.081 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 248 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 228 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.312.215 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Freitag mit 5,34 an (Donnerstag: 5,30). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit des Vorjahres bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.610.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 98.987.

mda/mz/dpa

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