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News-Ticker zur Corona-Pandemie

„Unter diesen Bedingungen zu lernen, ist eine Qual“: Bayerischer Elternverband schreibt Offenen Brief an Söder

Bild von Mädchen mit Maske
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Symbolbild: Mädchen mit Maske

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Montag (21. Juni) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 4,7, Landkreis Rosenheim 16,8, Landkreis Traunstein 11,8, Landkreis Berchtesgadener Land 13,2, Landkreis Mühldorf 5,2, Landkreis Altötting 1,8 (Quelle/Stand: RKI, 21. Juni, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3933, Landkreis Rosenheim 13.907, Traunstein 11.043, Berchtesgadener Land 5999, Mühldorf 6960, Altötting 6058(Quelle/Stand: RKI, 21. Juni, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 64, Landkreis Rosenheim 458, Traunstein 216, Berchtesgadener Land 102, Mühldorf 153, Altötting 210 (Quelle/Stand: RKI, 21. Juni, 0 Uhr)
  • Mindestens 90.395 Todesfälle in Deutschland (15.187 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.49 Uhr - Bayerischer Elternverband schreibt Offenen Brief an Söder

In der Diskussion um eine Maskenpflicht in den Klassenzimmern schlägt der Bayerische Elternverband angesichts sommerlicher Hitze mehr Unterricht im Freien vor. Der Verband forderte am Montag das Kultusministerium in München dazu auf, die Verlagerung des Unterrichts nach draußen „energisch und unverzüglich“ anzuschieben.

„Dies ist die einfachste Lösung, die Hygiene zu wahren, ohne Masken tragen zu müssen. Außerdem bekäme der Unterricht vollkommen neue und höchst erwünschte Qualitäten“, heißt es in einem Offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Auch Piazolo hatte bereits erklärt, dass er die Maskenpflicht für Schülerinnen und Schülern in Regionen mit geringer Corona-Inzidenz für verzichtbar halte.

Der Elternverband betonte nochmals, dass die Kinder bei den sommerlichen Temperaturen sehr unter den Masken leiden würden. „Unter solchen Bedingungen zu lernen, ist eine Qual“, heißt es in dem Schreiben.

Die Staatsregierung müsse nun kreativ werden, fordern die Eltern. Dazu zähle auch, dass jedes Klassenzimmer eine Anlage bekommt, um die Luft zu reinigen. Dies darf nach Ansicht des Verbandes nicht länger den Kommunen überlassen bleiben. „Notfalls hat der Freistaat selbst die entsprechenden Geräte anzuschaffen und deren Einsatz anzuordnen.“

Update, 19.27 Uhr - Merkel dankt Beschäftigten in Kliniken für Corona-Kriseneinsatz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Beschäftigten in den Kliniken für ihren großen Einsatz in der Corona-Krise gedankt. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und andere Mitarbeiter seien seit Monaten an die physischen und psychischen Grenzen gegangen. „Das ist alles andere als selbstverständlich“, sagte Merkel am Montag in einer eingespielten Videobotschaft bei einer Veranstaltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Merkel betonte, dass inzwischen die dritte Corona-Welle gebrochen sei. Die Zahl intensiv-pflichtiger Covid-19-Patienten gehe zurück. Immer mehr Krankenhäuser könnten wieder in einen regulären Betrieb gehen und auch aufgeschobene Operationen nachholen. Das Virus sei nicht aus der Welt. Es sei aber „eine große Erleichterung“, dass man sich in der Diskussion über die Krankenhäuser nicht mehr alleine auf die akute Krisenbewältigung konzentrieren müsse.

Update, 18.41 Uhr - Corona-Ausbruch im Schloss Neubeuern: Zwei weitere Positivfälle

Nach dem Corona-Ausbruch im Schlossinternat Neubeuern (Plus-Artikel)sind nun zwei weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt sind damit 19 Menschen infiziert, darunter auch eine Lehrkraft.

Update, 17.38 Uhr - Virologe Dittmer: Curevac-Ausfall bremst Impfkampagne

Der Essener Virologe Ulf Dittmer befürchtet, dass die Probleme bei Curevac die Corona-Impfkampagne in Deutschland verlangsamen.

„Ich finde das schon schlimm“, sagte Dittmer der Kölnischen Rundschau: „Curevac hatte schon über 100 Millionen Dosen produziert, die sehr schnell hätten eingesetzt werden können.“ Derzeit gebe es „Impfstoffmangel an allen Ecken und Enden“.

Dittmer empfahl Impfstoffe, die zweimal gespritzt werden. „Ich habe ein großes Problem mit Johnson & Johnson, das wirkt nicht anderes als eine nur einmalige Impfung mit Astrazeneca“, sagte er: „Das schützt vor Erkrankung, aber nicht vor Infektionen.

Zweifachimpfungen schützten sehr gut auch vor Infektionen mit der Delta-Variante. Bisher gelten 25,8 Millionen Personen (31,1 Prozent der Bevölkerung) in Deutschland als vollständig geimpft, knapp 1,7 Millionen davon haben das Produkt von Johnson & Johnson erhalten.

Grundsätzlich schaffen die Corona-Impfstoffe „sterile Immunität in einem viel höheren Maße“, als man zu hoffen gewagt habe, meinte Dittmer.

Update, 16.48 Uhr - Seit Samstag drei neue Covid-19-Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Samstag drei weitere bestätigte Covid-19-Fälle im Landkreis gibt.

Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten Covid-19-Fälle mit Wohnsitz im Landkreis Berchtesgadener Land erhöht sich damit auf 5.999 (Stand RKI: 21.06.2021, 0 Uhr). Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land bei 13,2 (Stand RKI: 21.06.2021, 0 Uhr).

Von den insgesamt 5.999 Covid-19-Fällen sind mittlerweile 5.876 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 21 aktive Covid-19-Fälle im Landkreis.

In den vergangenen sieben Tagen gab es insgesamt 14 neue Covid-19-Fälle. Bei drei positiven Befunden wurde eine Virusmutation festgestellt. Dabei handelte es sich zweimal um die Alpha-Variante (B.1.1.7), einmal um die Beta-Variante (B.1.351).

Update, 15.57 Uhr - Söder: Stadion München wäre jederzeit bereit für weitere EM-Spiele

Die Stadt München steht im Falle einer Verlegung von EM-Spielen wegen der Corona-Lage in England nach Angaben von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder als alternativer Spielort bereit.

„Wir würden uns jederzeit freuen, noch ein Spiel zu nehmen“, sagte der CSU-Chef am Montag nach einer Sitzung der Präsidien und Vorstände von CDU und CSU in Berlin. München sei bereit für alles und es wäre angesichts der Corona-Lage gut, wenn die UEFA einen „Plan B” in der Tasche hätte. In Großbritannien steigen wegen der sogenannten Delta-Variante des Virus die Infektionszahlen wieder deutlich an.

Söder betonte aber auch, zunächst müsse „als Plan A“ geprüft werden, wie in London die Hygienevorschriften nun besser eingehalten werden könnten. Dies gelte gleichermaßen für die noch ausstehenden Spiele in München. Auch hier gelinge die Umsetzung der Maskenpflicht noch nicht bei allen Stadionbesuchern.

Weiter sagte Söder, er halte es für ein „sehr gutes Signal”, wenn das Münchner Stadion tatsächlich für das Spiel am Mittwoch gegen Ungarn in den Regenbogenfarben erstrahlen solle, um damit ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen. Es wäre ein „Signal, dass für die Freiheit unserer Gesellschaft steht”.

Update, 15.11 Uhr - Kliniken weisen Schummelvorwurf um Betten für Covid-Patienten zurück

Deutschlands Krankenhäuser haben Vorwürfe zurückgewiesen, sie hätten aus finanziellen Gründen bei Angaben zu Betten für Covid-19-Behandlungen geschummelt. Der Bundesrechnungshof habe keine Belege für entsprechende Vorwürfe vorgelegt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Montag bei einer Veranstaltung seiner Organisation. Seit Tagen wird darüber spekuliert, die Kliniken hätten mit Manipulationen Pauschalzahlungen für frei gehaltene Betten bekommen wollen.

Gaß sagte, die Kliniken hätten die Infrastruktur zur Behandlung zahlreicher möglicher Covid-19-Patientinnen und -Patienten geschaffen. Diese möglichen Intensivbetten seien nicht komplett gebraucht worden. Aber wenn es nötig gewesen wäre, hätten die Behandlungskapazitäten hochgefahren werden können. Insgesamt forderte Gaß einen Kurswechsel in der Krankenhauspolitik mit einer auskömmlicheren Finanzierung.

Update, 14.25 Uhr - Intensivmediziner: Weniger Patienten in möglicher vierten Welle

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Christian Karagiannidis, rechnet in einer möglichen vierten Corona-Welle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen. „Wir werden, wenn es im Herbst zu einem Wiederanstieg der Infektionszahlen kommt, sehr genau auf die Neuaufnahmen auf den Intensivstationen schauen müssen. Wenn die vulnerablen Gruppen bis dahin sehr gut geimpft sind, könnte es auch bei höheren Inzidenzen viel weniger schwere Verläufe geben”, sagte er der „Rheinischen Post” (Montag).

Bisher seien die Intensiv-Neuaufnahmen weitestgehend parallel zu den Inzidenzen verlaufen. Wenn die vulnerablen Gruppen sehr gut geimpft seien, könne es im Sommer erstmals zu einem abweichenden Verhalten kommen. Die Inzidenzen würden dann stärker steigen als die Intensiv-Aufnahmen, weil die potenziellen Patienten durch Impfung besser geschützt seien.

Update, 13.34 Uhr - Holetschek droht Proficlubs bei Scheitern von EM-Zuschauer-Modell

Eine zu lasche Umsetzung der Maskendisziplin in der Münchner EM-Arena könnte nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek Auswirkungen auf die künftige Zulassung von Fans in der Bundesliga haben. Das deutete der CSU-Politiker in einem Interview des BR an und erinnerte daran, dass die vier Spiele der Europameisterschaft in München mit je 14.500 Zuschauern ein Modellversuch seien. „Wenn der Modellversuch schief läuft, dann sehe ich ehrlich gesagt schwarz, dass der Profifußball in Zukunft vor vielen Zuschauern spielen kann“, sagte der Minister in dem Beitrag.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte nach dem Frankreich-Spiel seine Bemühungen in der Arena intensiviert und wurde dafür auch von der Stadt gelobt. Beatrix Zurek als Leiterin des Gesundheitsreferats fand, dass die Maßnahmen vor der zweiten Partie deutlich verbessert worden seien. „Es waren in jedem Block Ordner, die durchgegangen sind. Es ist während des Spiels auf der Leinwand angezeigt worden, dass man die Maske tragen sollte. Die Ordner hatten sogar Bilder, dass selbst derjenige, der nicht der portugiesischen oder deutschen oder englischen Sprache mächtig war, das erkennen konnte“, sagte sie. Zurek ergänzte aber im BR: „Der Ordner ging vorbei, die Maske wurde draufgetan, und dann wieder weggenommen, als der Ordner, die Ordnerin nicht mehr da war. Es ist wirklich eine schwierige Geschichte.“

Update, 12.51 Uhr - Landkreis Mühldorf meldet einen neuen Corona-Fall

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Freitag, 18. Juni einen neuen bestätigten Corona-Fall (Stand: 21. Juni 2021, 0 Uhr). Die Zahl der aktiven Fälle beträgt 19. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 21. Juni 2021, 03:12 Uhr) bei 5,2.

Update, 12.02 Uhr - Merkel zu Corona: Richtiges Maß an Freiheit und Vorsicht finden

Kanzlerin Angela Merkel hat trotz der einstelligen Werte bei den Corona-Inzidenzen vor Übermut gewarnt. Man sei bei einer erfreulichen Inzidenz unter zehn, sagte Merkel am Montag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen bei einer gemeinsamen Klausur der Spitzen von CDU und CSU zum Wahlprogramm der Union in Berlin. Dies sei aber immer noch drei Mal so hoch wie vor zwölf Monaten. Man müsse „das richtige Maß an Freiheit und Vorsicht finden“, wurde sie zitiert.

Es dürfe nicht vergessen werden: „Maske tragen ist immer noch das Einfachste.“ Die Pandemie werde erst zu Ende sein, wenn die ganze Welt geimpft sei. „Wir müssen an den Rest der Welt auch denken“, sagte Merkel demnach. Trotz sinkender Corona-Zahlen in Deutschland gibt es verstärkt Sorgen wegen der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus.

Update, 11.09 Uhr - Umfrage: Mehrheit für Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht

Eine knappe Mehrheit der Bayern ist einer Umfrage zufolge für eine sofortige Abschaffung der Maskenpflicht im Unterricht. Bei der von der FDP-Landtagsfraktion beim Marktforschungsunternehmen Civey in Auftrag gegebenen Umfrage stimmten 50,4 Prozent für die sofortige Abschaffung und 39,7 Prozent dagegen. Der Rest hatte keine klare Meinung dazu.
„Angesichts sommerlicher Temperaturen und einstelliger Inzidenzwerte ist die Maskenpflicht im Unterricht nicht mehr verhältnismäßig”, bewertete FDP-Fraktionschef Martin Hagen das Ergebnis. Die Staatsregierung solle endlich ein Einsehen mit den Schülern haben, forderte er.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kurz zuvor allerdings noch betont, dass Corona-Maßnahmen in der Schule seiner Ansicht nach noch eine längere Zeit aufrechterhalten werden müssen. „Wir werden nicht völlig ohne Schutzmaßnahmen wieder in den Schulbetrieb gehen können”, sagte er am Samstag bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie Tutzing über die Zeit nach den Sommerferien. Im Herbst und Winter würden trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig sein.

Update, 10.33 Uhr - Sonderimpfaktion im Berchtesgadener Land: Terminvergabe

Das Impfzentrum des Landkreises Berchtesgadener Land erhält am Dienstag (22. Juni) eine Sonderzuweisung von 2000 Dosen des Vakzins von AstraZeneca. Jeder Bürger und jede Bürgerin mit Wohnsitz im Landkreis Berchtesgadener Land oder einer beruflichen Tätigkeit im Landkreis ab 18 Jahren kann das Angebot annehmen.

Termine für die Sonderaktion werden ausschließlich telefonisch vergeben. Eine entsprechende Terminvergabe ist ab Montag, 21. Juni um 8.30 Uhr möglich. Das Callcenter des Impfzentrums ist täglich von 8.30 - 17 Uhr unter der Telefonnummer 08654 58839-40 erreichbar. Die ersten Termine im Rahmen der Sonderaktion werden ab Samstag, 26. Juni angeboten.

Update, 9.38 Uhr - Ein neuer Corona-Fall im Landkreis Altötting

Das Landratsamt Altötting meldet in seinem täglichen Lagebericht eine Corona-Neuinfektion.

Landkreisweit gibt es derzeit zehn aktive Fälle, die meisten davon in Garching (4), gefolgt von Reischach (2). Insgesamt sind aktuell 18 Kommunen „Corona-frei“.

Im InnKlinikum Altötting werden derzeit zwei Covid-positiv getestete Patienten stationär behandelt, beide werden zudem intensivmedizinisch betreut und beatmet.

Update, 9.04 Uhr - Studie: Distanzunterricht so effektiv wie die Sommerferien

Eine Studie stellt dem Distanzunterricht während der Corona-Krise ein schlechtes Zeugnis aus. Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen - das Ergebnis ist ernüchternd: „Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien“, erklärte Prof. Andreas Frey, der an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie lehrt, einer der Autoren der Studie.

Forscherinnen und Forscher haben in einem systematischen Review mit wissenschaftlichen Datenbanken weltweit jene Studien identifiziert, die über die Auswirkungen der Corona-bedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern berichteten.

Besonders stark seien Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Elternhäusern. „Hiermit sind die bisherigen Vermutungen durch empirische Evidenz belegt: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten Corona-bedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet“, schlussfolgerte Frey. Allerdings gebe es auch erste Anhaltspunkte dafür, dass die Effekte der späteren Schulschließungen ab Winter nicht zwangsläufig ebenso drastisch ausfallen müssen: Inzwischen habe sich die Online-Lehre vielerorts verbessert.

Update, 7.48 Uhr - „Keine gute Idee“: Infektiologe sieht Fußball-EM mit Sorge

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger, sieht die Fußball-Europameisterschaft mit Sorge. „Ich verstehe den Drang nach draußen und in die Biergärten. Draußen zu feiern ist sicher besser als in geschlossenen Räumen zu feiern, aber gerade die Begeisterung lässt auch Tröpfchen und Viren fliegen“, sagte der Infektiologe vom Universitätsklinikum Regensburg der Deutschen Presse-Agentur. „In dieser Situation ist die EM beziehungsweise jede große Veranstaltung vermutlich keine gute Idee.“

Tausende Fans hatten am Wochenende im Stadion, in der Münchner Innenstadt und in vielen anderen deutschen Städten feucht-fröhlich - und vielfach ohne Masken oder Abstand - den Sieg der deutschen Mannschaft gegen Portugal gefeiert. Biergärten und Gaststätten waren teilweise brechend voll mit Fans in Deutschland-Trikots, die auf Bildschirmen das Spiel verfolgten.

„Mit einer gewissen Hoffnung schaue ich auf die niedrigen Inzidenzen in fast ganz Europa“, sagte Salzberger. „Trotzdem machen mir die vollen Stadien zur Zeit Sorgen. Der Zustand in Großbritannien zeigt, dass wir auch mit dem derzeitigen Stand der Impfung noch nicht sicher sind.“

Erstmals seit August weniger als 500 Neuinfektionen

Erstmals seit zehn Monaten haben die Gesundheitsämter weniger als 500 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 346 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Zuletzt hatte die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 10. August mit 436 unter der Schwelle von 500 gelegen. Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor einer Woche hatte der Wert bei 549 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 8,6 an (Vortag: 8,8; Vorwoche: 16,6; Vormonat: 67,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden zehn neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls zehn Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.722.327 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.605.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder mit einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.395 angegeben.

Im RKI-Lagebericht von Sonntagabend wurde aus „technischen Gründen“ kein bundesweiter Sieben-Tage-R-Wert ausgewiesen. Am Samstagabend gab ihn das RKI mit 0,69 (Vortag: 0,70) an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 69 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

mh/aic/dpa

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