News-Ticker zur Corona-Pandemie

Astrazeneca-Erstimpfungen in Bayern sollen eingestellt werden - Aktuelle Zahlen aus der Region

Antigen-Schnelltest (Symbolbild).
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Antigen-Schnelltest (Symbolbild).

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag, 6. April, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 94,4, Landkreis Rosenheim 85,0, Landkreis Traunstein 163,0, Landkreis Berchtesgadener Land 89,7, Landkreis Mühldorf 136,4, Landkreis Altötting 144,4 (Quelle/Stand: RKI, 6. April, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3309, Landkreis Rosenheim 11.898, Traunstein 8709, Berchtesgadener Land 4950, Mühldorf 5325, Altötting 4655 (Quelle/Stand: RKI, 6. April, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 55, Landkreis Rosenheim 434, Traunstein 197, Berchtesgadener Land 98, Mühldorf 134, Altötting 194 (Quelle/Stand: RKI, 6. April, 0 Uhr)
  • Mindestens 77.103 Todesfälle in Deutschland (13.343 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.24 Uhr - Aktuelle Zahlen aus dem Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 1020 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 163,0.

Seit der letzten Pressemitteilung am 5. April sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 62 Neuinfektionen eingegangen. Es liegen insgesamt 8771 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Beim Gesundheitsamt Traunstein ist seit der letzten Pressemitteilung keine Todesmeldung eingegangen. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 197 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 23 COVID-19-Patienten behandelt, davon 16 auf der Normalstation und sieben auf der Intensivstation.

Mittlerweile wurden im Landkreis Traunstein 21.102 Personen mit der Erstimpfung versorgt, davon haben bereits 9.503 Personen die Zweitimpfung erhalten.

Informationen zum Mutationsgeschehen

In der Kalenderwoche 13 (29. März bis 4. April) wurden unter insgesamt 445 positiven COVID-19-Nachweisen im Landkreis Traunstein 194 Befunde mit der britischen Mutation und ein Fall mit der südafrikanischen Mutation gemeldet. Nachweise anderer Varianten erfolgten nicht.

Hinweise zu Zweitimpfungen mit Astra-Zeneca

Alle Personen, welche die Erstimpfung von Astra-Zeneca bereits erhalten haben und unter 60 Jahre sind, sollen nun einen Impfstoff der Firma BioNTech/Pfizer oder Moderna für die Zweitimpfung bekommen. Weitere Informationen liegen bisher nicht vor. Die Betroffenen werden durch das Impfzentrum informiert. Für Personen, welche die Erstimpfung mit Astra-Zeneca erhalten haben und über 60 Jahre alt sind, ist eine Zweitimpfung weiterhin mit Astra-Zeneca vorgesehen. Aufgrund des zeitlichen Abstands der Zweitimpfung mit Astra-Zeneca von 12 Wochen sind die ersten Zweitimpfungstermine für Mitte Mai vereinbart.

Update, 19.03 Uhr - EMA-Prüfung von AstraZeneca geht weiter

 Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat ihre Bewertung von möglichen schweren Nebenwirkungen des Impfstoffes des Herstellers Astrazeneca noch nicht abgeschlossen. Dabei geht es vor allem um mögliche Thrombose-Risiken. Die Überprüfung durch den Sicherheitsausschuss laufe derzeit, sagte eine Sprecherin der EMA der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Amsterdam. Ein Ergebnis werde für Mittwoch oder Donnerstag erwartet.

Update, 17.20 Uhr - Aktuelle Zahlen aus dem Berchtesgadener Land

Berchtesgadener Land. Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Samstag 24 weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich acht Personen als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle mit Wohnsitz im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 4.950 (Stand RKI: 6. April, 0 Uhr). Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land bei 89,7.

Von den insgesamt 4.950 COVID-19-Fällen sind mittlerweile 4.719 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 133 aktive COVID-19-Fälle im Landkreis, davon 13 in Einrichtungen im Landkreis Berchtesgadener Land (dazu zählen Alten- und Pflegeheime, Gemeinschaftsunterkünfte, Kindergärten und Schulen).

In den vergangenen sieben Tagen gab es insgesamt 95 neue COVID-19-Fälle. Davon wurde bei insgesamt 51 positiven Befunden eine Virusmutation festgestellt; dies entspricht einem Anteil von 54 %. Dabei handelte es sich 45 mal um die britische Variante (B.1.1.7) sowie sechsmal um eine Kombinations-Mutation (britische, südafrikanische und brasilianische Mutation (N501Y)).

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 18 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden zwei Patienten intensivmedizinisch betreut. 

Im Landkreis Berchtesgadener Land wurden bislang insgesamt 21.634 Impfungen durchgeführt, davon 7.165 Zweitimpfungen (Stand: 5. April, 20 Uhr).

Aufgrund mehrerer Nachfragen informiert das Landratsamt Berchtesgadener Land darüber, dass weiterhin die Corona-Maßnahmen nach den Regelungen für den 7-Tage-Inzidenzwert unter 100 gelten. Am Osterwochenende lag der Wert im Landkreis lediglich an zwei Tagen über 100. Änderungen der Maßnahmen müssen entsprechend der Zwölften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (12. BayIfSMV) erst nach drei Tagen über dem Grenzwert von 100 bekannt gegeben werden

Update, 16.20 Uhr - Nach Äußerungen zu AstraZeneca: EMA rudert zurück

Der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, hatte am Dienstag verkündet, dass er der Meinung sei, dass der Zusammenhang zwischen dem AstraZeneca-Impfstoff und dem Auftreten der Blutgerinnsel, bereits nachgewiesen sei. Nun ruderte die EMA zurück. Noch sei man zu keiner endgültigen Beurteilung gekommen, der Impfstoff werde noch Untersucht. Wie der Münchner Merkur berichtet, habe die EU-Arzneimittelbehörde noch keine Entscheidung getroffen, der Ausschuss tage noch.

Update, 15.27 Uhr - Corona-Wende? Astrazeneca-Erstimpfungen in Bayern angeblich vor Aus

Die Astrazeneca-Erstimpfungen in bayerischen Impfzentren stehen laut dem Münchner „Merkur“ vor dem Aus. Dies gehe aus einem Schreiben des bayerischen Gesundheitsministeriums hervor. Die Terminsoftware BayIMCO werde so umprogrammiert, dass eine Terminvergabe für Erstimpfungen mit Astrazeneca einschließlich 19. April nicht mehr möglich sei, ab diesem Zeitpunkt sollen in den Impfzentren keine Erstimpfungen mit Astrazeneca mehr stattfinden. Bis zu diesem Datum sollen die Impfzentren weiter mit Astrazeneca beliefert werden.

Zweitimpfungen sollen laut dem Bericht aber auch nach dem 19. April weiter in den Impfzentren stattfinden. Das Ministerium bittet die Einrichtungen, „Dosen für Zweitimpfungen von Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, zurückzustellen“. Im Hinblick auf jüngere Geimpfte schreibt das Ministerium, „dass angesichts der Empfehlungen der STIKO die anstehenden Zweitimpfungen mit AstraZeneca in einem Abstand von 12 Wochen mit BioNTech* durchgeführt werden sollen“.

Update, 14.54 Uhr - EMA-Vertreter sieht Verbindung zwischen Astrazeneca-Impfung und Thrombosen

Wie die „Welt“ in ihrer Online-Ausgabe berichtet, sieht der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, einen Zusammenhang zwischen der Impfung mit Astrazeneca und dem Auftreten von Blutgerinnseln bei manchen Geimpften: Es sei „klar“, dass es einen Zusammenhang gebe, sagte er im Interview mit der italienischen Zeitung „Il Messaggero“.

Er ließ weiters durchblicken, dass die EMA den Zusammenhang bereits „in den nächsten Stunden“ offiziell feststellen werde. Wie die Blutgerinnsel ausgelöst würden, sei laut Cavaleri noch nicht klar. Man versuche, ein genaues Bild davon zu erhalten, was passiere. Bei jüngeren Menschen gebe es eine Fallzahl an Hirnthrombosen, die höher sei, als „wir erwarten würden“, so der Chef der Impfabteilung.

Update, 13.44 Uhr - Zeuge meldet per Notruf Party in München

Am Osterwochenende (Freitag, 2. April bis Dienstag, 6. April, jeweils 6 Uhr) führte die Münchner Polizei in Stadt und Landkreis weit über 7000 Kontrollen durch, um die Einhaltung der aktuell gültigen Corona-Regeln zu kontrollieren. Dabei wurden knapp 500 Verstöße zur Anzeige gebracht.

Unter anderem wurde am späten Abend des Ostermontag gegen 23.55 Uhr von einem Zeugen per Notruf eine lautstarke Party in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Schwabing gemeldet. Zwei Streifen fuhren zu der Wohnung und trafen dort auf zwei Frauen und vier Männer, die zwischen 19 und 23 Jahre alt waren und alle unterschiedliche Wohnsitze in München bzw. im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hatten. Die Feier wurde daraufhin aufgelöst. Alle Beteiligten erhielten entsprechende Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz und - abgesehen vom Wohnungsinhaber - auch Platzverweise.

Update, 12.30 Uhr - Derzeit 68 aktive Fälle in Waldkraiburg

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Montag zwei neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 6. April, 0 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Mühldorf insgesamt 301 aktive Fälle - die meisten davon in Waldkraiburg (68), Mühldorf (49) und Neumarkt-St. Veit (43). Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 136,4

Update, 12 Uhr - Lauterbach: „Harter Lockdown“ nötig

Öffnungen von Gastronomie, Kinos und Sportstätten wie jetzt im Saarland sind aus Sicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach ein falsches Signal angesichts der weiter stark grassierenden Coronavirus-Pandemie. Nötig sei vielmehr ein „harter Lockdown“ mit verschärften staatlichen Beschränkungen, sagte er am Dienstag im RTL/ntv-“Frühstart“. „Ein Lockdown, der jetzt beginnt, ist nicht vermittelbar, wenn gleichzeitig in Modellprojekten gelockert wird.“ Zu einem harten Lockdown gehören aus seiner Sicht Ausgangsbeschränkungen, aber auch eine Homeoffice- und Testpflicht in den Betrieben.

Lauterbach hält Lockerungen erst für möglich, wenn die Zahlen nachweislich sinken. „Wenn man eine Woche lang sinkende Zahlen hat, kann man aus dem Lockdown rausgehen.“ Zum Start der Impfkampagne in den Hausarztpraxen sagte Lauterbach: „Das wird den Weg aus der dritten Welle nicht wirklich beschleunigen, denn dafür haben wir nicht genügend Impfstoff.“

Lauterbach würde bundeseinheitliche Corona-Regeln befürworten, wie er sagte. Doch für ein Gesetzgebungsverfahren fehle angesichts der Infektionslage die Zeit. „Wir müssen uns jetzt aber nicht damit beschäftigen, wie Politik zu funktionieren hat, sondern wir müssen einfach Politik machen.“

Update, 11.30 Uhr - Nur drei neue Corona-Fälle im Kreis Altötting

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun drei neue bestätigte Corona-Fälle gemeldet (Stand: 6. April, 0 Uhr). Bei den Neu-Infizierten handelt es sich um Personen aus Unterneukirchen, Garching/Alz und Kirchweidach. Damit stieg die Gesamtzahl der Infizierten in Stadt und Landkreis Altötting seit Pandemie-Ausbruch auf 4652. Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis 268 aktive Fälle - die meisten davon in Burghausen (32), Pleiskirchen (27) und Altötting (24). Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 144,4.

Zudem meldete das InnKlinikum, dass an dessen Standorten in den Landkreisen Mühldorf und Altötting derzeit 40 Patienten stationär im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung behandelt werden - 16 in Altötting, 13 in Burghausen und 11 in Mühldorf (Stand: 6. April, 8.15 Uhr). Insgesamt neun Personen davon müssen intensivmedizinisch versorgt werden.

Update, 10.52 Uhr - Lehrerverband fordert längere Schulschließungen

Bayerns Schulen sollen nach den Osterferien eine weitere Woche lang geschlossen bleiben - das fordert der Bayerische Realschullehrerverband. Diese Zeit müsse genutzt werden, um die Schulen auf die kommenden Monate vorzubereiten, hieß es. Demnach solle der Unterricht erst am 19. April wieder aufgenommen werden. Wichtig sei es vor allem, eine Teststrategie zu entwickeln, sagte Landesvorsitzender Jürgen Böhm laut einer Presseerklärung.

Es sei unsinnig, Schüler zunächst mit überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln in die Schule zu bringen, dort freiwillige Tests abzunehmen, um dann die positiv Getesteten zu isolieren und von ihren Eltern abholen zu lassen, so Böhm: „Die Tests müssen entweder verbindlich zu Hause oder aber von Experten außerhalb von Schulen durchgeführt werden.“ Wie Böhm betonte, unterstützt der Verband angesichts der besonders ansteckenden Virusmutationen den Stufenplan, der derzeit für Bayerns Schulen gilt: Bei einer lokalen Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 findet Wechselunterricht mit geteilten Klassen statt, bei einem Wert von über 100 wird vollständig auf Distanzunterricht umgestellt.

Update, 10 Uhr - Frühlingsfest in Traunstein abgesagt

Das Frühlingsfest in Traunstein, das vom 7. bis zum 16. Mai hätte stattfinden sollen, fällt auch heuer der Corona-Pandemie zum Opfer. Dies teilte die Stadt Traunstein soeben mit. „Es ist sehr schade, dass wir es absagen müssen, aber uns bleibt leider keine andere Wahl. Wir hoffen auf die nächste Auflage im Jahr 2022“, wird die stellvertretende Bürgermeisterin Walburga Mörtl-Körner in einer Pressemitteilung zitiert.

Update, 9.05 Uhr - Stadt Rosenheim erstmals seit einem Monat wieder unter 100

Sieben-Tage-Inzidenzen in Südostbayern (Stand: 6. April 2021).

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen haben sich in den Städten und Kreisen der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. Während die Inzidenz im Kreis Berchtesgadener Land unverändert bei 89,7 blieb, stiegen die Werte in den Landkreisen Rosenheim (von 80,7 auf 85,0), Traunstein (von 160,2 auf 163,0) und Mühldorf (von 135,5 auf 136,4).

Gesunken sind die Werte dagegen im Landkreis Altötting (von 151,5 auf 144,4) und in der Stadt Rosenheim (von 102,3 auf 94,4). Dort unterschritt die Inzidenz erstmals seit über einem Monat - am 5. März lag der Wert bei 91,3 - die kritische 100er-Marke. Sollte dies nun zwei weitere Tage in Folge so bleiben, wären für die Bürger in der Stadt nach langer Zeit erstmals Lockerungen möglich. Diese sind unterdessen für den Landkreis Rosenheim bereits am Dienstag, 0 Uhr, in Kraft getreten, nachdem dort drei Tage in Folge die kritische Grenze unterschritten worden war. rosenheim24.de hatte darüber bereits gesondert berichtet. Weitere Todesfälle aus der Region wurden unterdessen nicht gemeldet.

Update, 7.55 Uhr - Hausärzte-Chef: „Impfen darf nicht zur Mutprobe werden!“

Zum Start der Corona-Impfungen in vielen Hausarztpraxen fordert der Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt Klarheit über die Nebenwirkungen des Präparats von Astrazeneca: „Impfen darf nicht zur Mutprobe werden - weder für die Patienten noch für den Arzt!“ Bund und Länder hatten vor einer Woche nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, den Impfstoff von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

Es fehle an Klarheit, welche Vorerkrankungen und Prädispositionen die Geimpften gehabt hätten, bei denen solche Hirnvenenthrombosen aufgetreten seien, kritisierte Weigeldt in der Bild-Zeitung: „Hausärzte kennen ihre Patienten und könnten differenzierte Entscheidungen treffen - alle unter 60 Jahre von der Impfung mit Astrazeneca auszuschließen, ist sehr holzschnittartig.“ Dennoch will Weigeldt seinen Kollegen nicht empfehlen, die Vorgabe der Stiko zu umgehen. «Wenn da irgendetwas passiert, gibt es einen Riesenaufstand.»

RKI meldet knapp 7000 neue Fälle und 90 Todesopfer

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) jetzt binnen eines Tages 6885 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 90 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor (Stand: 6. April, 0 Uhr). Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9549 Neuinfektionen und 180 neue Todesfälle verzeichnet. Das RKI weist darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage vielerorts meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden.

Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln, hieß es. Die berichteten Fallzahlen dürften dadurch niedriger ausfallen und nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben (News-Ticker Ostermontag, 5. April). Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 123,0. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 128,0 an, vor drei Wochen mit 83,7.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.900.768 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 2.597.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 77.103. In Bayern kamen 20 weitere Todesfälle hinzu (gesamt nun 13.343).

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 0,90 (Stand: 5. April; Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

mw/dpa

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