News-Ticker zur Corona-Pandemie

Stiko: „Impfreihenfolge darf nicht weiter verwässert werden“ - Holetschek: Impfungen schnell in Betriebe bringen

Bild von Klaus Holetschek
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Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU).

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Donnerstag, 15. April, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 166,8, Landkreis Rosenheim 141,2, Landkreis Traunstein 248,7, Landkreis Berchtesgadener Land 162,4, Landkreis Mühldorf 330,5, Landkreis Altötting 249,3 (Quelle/Stand: RKI, 15. April, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3446, Landkreis Rosenheim 12.326, Traunstein 9306, Berchtesgadener Land 5182, Mühldorf 5805, Altötting 5022 (Quelle/Stand: RKI, 15. April, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 56, Landkreis Rosenheim 438, Traunstein 200, Berchtesgadener Land 99, Mühldorf 137, Altötting 198 (Quelle/Stand: RKI, 15. April, 0 Uhr)
  • Mindestens 79.381 Todesfälle in Deutschland (13.657 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 19.58 Uhr - Stiko gegen Abweichen von Impfpriorisierung: „Impfreihenfolge darf nicht weiter verwässert werden“

Entgegen der Forderungen nach einem Ende der Priorisierung bei Corona-Impfungen hält die Ständige Impfkommission an der Impfreihenfolge zum Schutz von Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko fest. „Diese Diskussion nützt jetzt wirklich keinem“, sagte Thomas Mertens, Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko) der „Rheinischen Post“ am Freitag. „Damit schützen wir doch auch unsere Intensivstationen“, erklärte er. Die sogenannte dritte Welle könne durch eine Aufhebung der Reihenfolge auch nicht wesentlich beeinflusst werden, sagte Mertens. „Dazu hätte man viel früher viel mehr Impfstoff haben müssen.“

Zuvor hatte der Medizinische Vorstand des Universitätsklinikums Dresden, Michael Albrecht, das Ende der Impfpriorisierung gefordert. „Es geht darum, in kurzer Zeit möglichst viele Leute zu impfen und sich nicht endlos in bürokratischen Diskussionen um Priorisierungslisten aufzuhalten“, sagte Albrecht.

Dagegen warnte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, die Impfpriorisierung aufzugeben. Viele Bundesländer machten Angehörigen von Berufsgruppen und über 60-Jährigen ein Impfangebot, Betagte und Schwerkranke sowie ihre Kontaktpersonen aus den ersten beiden Prioritätsstufen hätten immer mehr das Nachsehen, sagte Brysch der Deutschen Presse-Agentur. „Doch die ethische Impfreihenfolge hat ihren Sinn und darf nicht weiter verwässert werden. Denn von den täglichen 300 gemeldeten Corona-Toten sind 90 Prozent über 70 Jahre alt“, mahnte Brysch.

Update, 18.31 Uhr - Gesundheitsminister Holetschek: Impfungen schnell in die Betriebe bringen

Die Einbindung der Betriebsärzte bei den Impfungen wird in Bayern konsequent vorangetrieben. Darauf hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Donnerstag (15. April) in München hingewiesen. Der Minister betonte: „Wir wollen das Impfangebot schnellstmöglich auch in die bayerischen Unternehmen bringen und entwickeln dazu gemeinsam mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) ein gleitendes Stufenkonzept. Sobald alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, wollen wir möglichst noch im April mit den ersten Modellprojekten beginnen.“

Die Modellunternehmen werden nach festgelegten Kriterien ausgewählt und sollen sich vor allem in stark infektionsbelasteten Regionen befinden. Holetschek erklärte: „Mir ist es wichtig, dass bei den Modellprojekten unterschiedliche Unternehmen vertreten sind, um möglichst unterschiedliche Wirtschaftszweige bzw. Unternehmensgrößen abbilden zu können.“

Die ersten Modellprojekte werden sich zunächst auf kleine und mittelständische Unternehmen sowie auf kleinere Standorte von Großunternehmen in den bayerischen Hochinzidenzregionen konzentrieren. Ziel der Modellprojekte ist es, Organisation und Abläufe der Impfungen in den Betrieben zu erproben und gegebenenfalls zu optimieren. „Diese Vorgehensweise hat sich bereits bei den Haus- und Facharztpraxen bewährt“, ergänzte Holetschek.

Update, 18 Uhr - 33 weitere Corona-Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern 33 weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich zehn Personen als direkte Kontaktperson in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle mit Wohnsitz im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 5.182 (Stand RKI: 15. April, 0 Uhr). Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land bei 162,4 (Stand RKI: 15. April, 0 Uhr).

Von den insgesamt 5.182 COVID-19-Fällen sind mittlerweile 4.852 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 231 aktive COVID-19-Fälle im Landkreis, davon 16 in Einrichtungen im Landkreis Berchtesgadener Land (dazu zählen Alten- und Pflegeheime, Gemeinschaftsunterkünfte, Kindergärten und Schulen). In den vergangenen 7 Tagen gab es insgesamt 172 neue COVID-19-Fälle.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 15 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden 2 Patienten intensivmedizinisch betreut.

Update, 17.30 Uhr - CSU und Freie Wähler streiten auf offener Bühne um Notbremse

Im Streit um eine bundesweit einheitliche Corona-Notbremse ist in der bayerischen Regierungskoalition ein offener Schlagabtausch zwischen CSU und Freien Wählen entbrannt. CSU-Generalsekretär Markus Blume warf dem Koalitionspartner mangelndes Urteilsvermögen vor: „Die Freien Wähler haben den Ernst der Lage nicht erkannt“, erklärte Blume. Es sei verantwortungslos, gegen die Bundes-Notbremse vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen - zumal die Freien Wähler die Ausgangsbeschränkungen in Bayern alle mitbeschlossen hatten.

„Realität ist: Klagen eines Herrn Aiwanger beeindrucken das Virus nicht. Die Menschen brauchen jetzt verlässliche Lösungen und keinen Flickenteppich“, sagte Blume. Der Freie-Wähler-Bundesvorsitzende und bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hatte zuvor angekündigt, seine Partei werde nach Karlsruhe ziehen.

Die Freien Wähler reagierten umgehend: Das Virus reagiere nicht auf die Umverteilung von politischen Kompetenzen, sondern auf Impfungen, Tests und Schutzmaßnahmen, heißt es in einer am Donnerstag verbreiteten Stellungnahme des parlamentarischen Geschäftsführers, Fabian Mehring. „Mit dem Impfdesaster, dem Testdebakel sowie dem Chaos um die Osterruhe hat dabei keine politische Ebene kläglicher versagt und mehr Vertrauen verspielt als der Bund.“

Update, 17.05 Uhr - 83 Neuinfektionen und ein Todesfall im Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 1344 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 248,7. Seit der letzten Pressemitteilung am 14. April sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 83 Neuinfektionen eingegangen. Es liegen insgesamt 9388 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 7843 Personen (50 Personen mehr seit der Meldung vom 14. April).

Beim Gesundheitsamt Traunstein ist seit der letzten Pressemitteilung eine Todesmeldung eingegangen. Es handelt sich um einen 71-jährigen Mann. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 201 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor .Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 29 COVID-19-Patienten behandelt, davon 17 auf der Normalstation und 12 auf der Intensivstation. Mittlerweile wurden im Landkreis Traunstein 29.690 Personen mit der Erstimpfung versorgt, davon haben bereits 10.519 Personen die Zweitimpfung erhalten.

Update, 15.57 Uhr - Holetschek: Keine Quarantänepflicht für Geimpfte - Neue Allgemeinverfügung Isolation tritt in Kraft

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelten jetzt angepasste Kriterien für Kontaktpersonen von Infizierten. Darauf hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Donnerstag in München hingewiesen.

Holetschek betonte: „Weil sich das Infektionsgeschehen aktuell wieder rasant ausbreitet, muss auch das Kontaktpersonenmanagement entsprechend angepasst werden. Gerade angesichts schwerer und lebensbedrohender Krankheitsverläufe - zunehmend auch bei jüngeren Menschen - müssen wir die Ausbreitung des Coronavirus so gut wie möglich verlangsamen. Dazu zählt auch die häusliche Quarantäne von Kontaktpersonen mit engem Kontakt zu COVID-19-Fällen.“

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Richtlinien zur Ermittlung sogenannter enger Kontaktpersonen (bisher „Kontaktpersonen der Kategorie 1“), insbesondere auch aufgrund der Verbreitung der neuen hochansteckenden Virusvarianten, geändert. Die neuen Bestimmungen setzt Bayern mit der am 15. April in Kraft getretenen Allgemeinverfügung „Quarantäne von Kontaktpersonen und von Verdachtspersonen, Isolation von positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getesteten Personen“ (AV Isolation) um.

Künftig wird nicht mehr in Kontaktpersonen der Kategorie 1 und Kategorie 2 unterschieden. Neu definiert hat das Robert Koch-Institut jetzt die Gruppe der „engen Kontaktpersonen bestätigter Fälle“. Enge Kontaktpersonen sind demnach Personen mit Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall, bei denen mindestens eine der folgenden Situationen und somit ein erhöhtes Infektionsrisiko bestand:

  • Enger Kontakt (weniger als 1,5 m) länger als 10 Minuten ohne adäquaten Schutz (adäquater Schutz = Infizierte Person und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt einen Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske).
  • Gespräch (sogenannter „face-to-face-Kontakt“, weniger als 1,5 m und unabhängig von der Gesprächsdauer) ohne adäquaten Schutz (adäquater Schutz = infizierte Person und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske).
  • Gleichzeitiger Aufenthalt im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für mehr als 10 Minuten, auch wenn durchgehend und korrekt ein Mund-Nasen-Schutz oder eine FFP2-Maske getragen wurde.

Wie zuvor die Kontaktpersonen der Kategorie 1 müssen sich enge Kontaktpersonen unverzüglich für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und dürfen diese weder verlassen, noch Besuch von haushaltsfremden Personen empfangen. Nähere Informationen zu den Verhaltensregeln in häuslicher Quarantäne hat das Robert Koch-Institut unter www.rki.de/covid-19-quarantaene veröffentlicht.

Es gibt bestimmte Personen, die als enge Kontaktpersonen keine Quarantäne antreten müssen: Das sind vollständig geimpfte Personen ab dem 15. Tag nach der abschließenden Impfung, Personen, die innerhalb der letzten sechs Monate eine bestätigte Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchgemacht haben sowie Personen, deren Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 länger als sechs Monate zurückliegt und die eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben. Denn diese Personengruppen sind nach neuesten Erkenntnissen des Robert Koch-Instituts und den Erfahrungen aus bisherigen Ausbruchsgeschehen kaum infektiös.“

Weiterhin in Quarantäne gehen müssen jedoch alle engen Kontaktpersonen einer Person, die mit einer sogenannten „besorgniserregenden Variante“ (VOC) infiziert ist. Das gilt nicht für die britische Variante B.1.1.7, da diese in Bayern mittlerweile die vorherrschende Variante ist. Die aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts und weitere Informationen finden Sie auch unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html. Die Neufassung der AV Isolation vom 14. April 2021 ist unter https://www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2021-276/ veröffentlicht.

Update, 14.56 Uhr - Neuer Impfrekord in Deutschland

In Deutschland sind am Mittwoch so viele Corona-Impfdosen verabreicht worden wie an keinem Tag zuvor. Laut Robert Koch-Institut waren es rund 739 000 Impfungen nach 564 000 am Vortag. „Das ist ein neuer Tagesrekord“, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mit. Vor einer Woche waren es schon einmal 725 000 an einem Tag.

17,8 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. In Bremen und im Saarland sind es mehr als 20 Prozent - in Hessen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern weniger als 17 Prozent. In der Altersgruppe 60+, die im Infektionsfall besonders von schweren Verläufen betroffen ist, liegen die Impfquoten je nach Land zwischen 33 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und knapp 50 Prozent in Bremen.

Spahn hatte zuvor betont, dass die Impffortschritte derzeit nicht groß genug seien, um die dritte Corona-Welle zu brechen.  

Update, 14.27 Uhr - Merkel wird sich am Freitag mit Astrazeneca impfen lassen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge am kommenden Freitag mit dem Impfstoff Astrazeneca gegen Corona impfen lassen. Die Kanzlerin ist über 60 Jahre alt und fällt damit in die Gruppe derjenigen, die in Deutschland für Astrazeneca-Impfungen infrage kommen. Ein Regierungssprecher wollte die Information am Donnerstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht bestätigen.

Er verwies auf Regierungssprecher Steffen Seibert, der am Montag gesagt hatte: „Die Bundeskanzlerin wird sich zeitnah impfen lassen und wird die Öffentlichkeit dann darüber informieren.“ Dies gelte nach wie vor.

Update, 13.21 Uhr - Spahn zum Sommer: „Bis zur Nordsee wird man sicher kommen“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erwartet trotz Rückschlägen bei den Impfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson, dass bis zum Ende des Sommers weiterhin jeder Impfwillige eine Corona-Impfung bekommen kann. Der CDU-Politiker verwies am Donnerstag in Berlin auf erwartete 50 Millionen Dosen von „Hauptlieferant“ Biontech/Pfizer im laufenden zweiten Quartal. „Das gibt schon mal viel Trittsicherheit auch mit diesem Impfstoff in einer sehr verlässlichen Liefersituation.“ Die Geschwindigkeit beim Impfen nehme zu und werde weiter zunehmen, versprach Spahn. Er sei weiterhin „Stand heute, mit allem, was wir haben und erwarten dürfen, sehr sehr sicher, dass wir im Sommer werden alle impfen können.“

Zu den allgemeinen Aussichten für den Sommer gefragt, zeigte sich der Minister vorsichtig optimistisch. „Ob dann gleich schon wieder alle bis zu den Seychellen fliegen müssen, weiß ich nicht. Bis zur Nordsee wird man sicher kommen.“ Die Frage sei jetzt, wie gut es gelinge, die dritte Welle zu brechen. „Gleichzeitig bin ich sehr, sehr zuversichtlich, dass wir im Sommer mit dem, was die Impfkampagne jetzt auch hergibt in der weiteren Entwicklung eine deutlich andere Lage haben. Unbedingt.“

Update, 12.26 Uhr - Landkreis Mühldorf meldet 62 neue Corona-Fälle

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Mittwoch, 14. April 62 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 15. April 2021, 0 Uhr). Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 564 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 15. April 2021, 03:09 Uhr) bei 330,5.

Eine Gruppe der Kindertagesstätte Christkönig in Waldkraiburg sowie die Kinderkrippe in Unterreit befinden sich aufgrund eines positiven Falls in Quarantäne. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Update, 11.57 Uhr - Bundestag hebt erneut Immunität des Abgeordneten Nüßlein auf

Der Bundestag hat erneut die Immunität des unter Korruptionsverdachts stehenden Abgeordneten Georg Nüßlein aufgehoben. Das Parlament machte damit am Donnerstag den Weg für weitere Maßnahmen gegen den ehemaligen CSU-Parlamentarier frei. Nüßlein steht wegen Geschäften mit Corona-Schutzmasken in der Kritik. Konkret erteilte das Parlament die Genehmigung „zum Vollzug gerichtlicher Vermögensarrest- und Durchsuchungsbeschlüsse“. Auslöser war ein Schreiben des Bundesjustizministeriums. Der Beschluss erfolgte - wie in diesen Fällen üblich - einstimmig.

Nüßlein soll Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Maskengeschäften kassiert haben. Gegen ihn ermittelt die Münchner Generalstaatsanwaltschaft unter anderem wegen des Anfangsverdachts der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern. Der frühere CSU-Politiker hat inzwischen seine Partei und die Unionsfraktion im Bundestag verlassen. Sein Mandat will er aber bis zum Ende der Wahlperiode behalten. Die Vorwürfe weist er zurück.

Update, 11.04 Uhr - „Bundes-Notbremse“ sorgt für Streit in Bayern: Holetschek für Ausgangssperren

Die Corona-Krise verschärft die Meinungsverschiedenheiten in der bayerischen Staatsregierung: Nachdem die Freien Wähler Verfassungsbeschwerde gegen die geplante „Bundes-Notbremse“ einlegen wollen, verteidigte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) die darin vorgesehenen Ausgangssperren: Die Beschränkungen seien ein wichtiges Mittel, um die dritte Pandemie-Welle unter Kontrolle zu bringen, sagte der CSU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). „Wir brauchen einen spürbaren und dauerhaften Rückgang der Infektionszahlen und müssen unser Gesundheitssystem vor einer Überlastung schützen.“

Auch von wissenschaftlicher Seite werde die Effektivität der Ausgangsbeschränkungen überzeugend bestätigt, sagte der CSU-Politiker. „Die erste Welle der Pandemie hat gezeigt, dass zuverlässig eingehaltene kontaktreduzierende Maßnahmen zusammen mit einem strikten Containment maßgeblich zur Eindämmung der Pandemie beitragen.“ Die Koalitionspartner von der Freien Wählern hingegen wollen die „Bundes-Notbremse“ in Karlsruhe kippen lassen.

Update, 10.11 Uhr - Landkreis Altötting meldet 42 neue Corona-Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 42 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch in Stadt und Landkreis Altötting auf insgesamt 5018 Personen (Stand: 14. April, 16 Uhr).
Aktuell gibt es im Landkreis 441 aktive Fälle. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Burghausen (59), Altötting (56) und Burgkirchen (43). Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Altötting lag zum o.g. Zeitpunkt bei 249,3.

PK von Spahn und Wieler zur aktuellen Corona-Lage

Update, 9.20 Uhr - Wieler: „Es ist naiv zu glauben, dass wir das Virus wegtesten können“

Wieler wird noch deutlicher: „Wir brauchen jetzt die Umsetzung der wirksamen Strategie, die kennen wir doch alle. Ich appelliere an alle Entscheidungsträger: Wir müssen jetzt nochmal drastisch Kontakt reduzieren.“

Anschließend greift der RKI-Chef zu einer Veranschaulichung und vergleicht die Pandemie mit einer steilen Kurve in den Dolomiten. „Wenn ich da zu schnell reinfahre, dann hilft auch keine Notbremse mehr.“ Jetzt erwarte er, dass die Entscheidungsträger alles notwendige tun müssten, um die dritte Welle zu brechen. Erst dann könnten Öffnungsschritte folgen. „Dann kontrollieren wir Covid-19 – da müssen wir hin und das so schnell wie möglich. Es ist naiv zu glauben, dass wir das Virus wegtesten können. Das funktioniert nicht, das sieht man in vielen Regionen des Landes.“

Update, 9.13 Uhr - Wieler mit dringendem Appell: „Wir müssen jetzt handeln!“

Nun spricht RKI-Chef Wieler. „Wir müssen jetzt handeln“, sagt er. „Wir müssen jetzt die dritte Welle brechen, jetzt impfen, jetzt die Kontakte reduzieren.“ Trotz der Zunahme der Impfungen sei „der Großteil der Bevölkerung nicht geimpft“. Die Fallzahlen würden nicht zunehmen, weil mehr getestet wird, betont Wieler.

Wieler ist der Meinung, das nun zwei Dinge geschehen müssten: „Es soll nur noch ein eingeschränkter Regelbetrieb geschehen, damit wir mehr Platz für Intensivipatienten schaffen. Und betroffene Patienten sollen so schnell wie möglich in weniger betroffene Regionen verlegt werden – bevor wir das schnell überhastet machen müssen.“ Er wisse, dass das dramatisch sei, aber es sei auch nötig.

Update, 9.07 Uhr - Spahn: „Jeder Tag zählt gerade in dieser schwieriger Lage“

Einen Tag früher als gewohnt findet in dieser Woche die Bundespressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler zur aktuellen Corona-Lage statt. Dies ist notwendig, weil am Freitag im Bundestag über das neue Bundesinfektionsschutzgesetz beraten wird.

„Imfpen und Testen reicht nicht, um die dritte Welle zu brechen“, beginnt Spahn und nennt die aktuellen Zahlen, die ihn besorgen. Speziell die Belegung der Intensivstationen beunruhige ihn. „Schon jetzt können wir absehen, dass ohne einen Stopp unsere Intensivstationen am Ende des Monats fast vollständig belegt sein werden.“ Das Ziel seit weiterhin „eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden“.

Update, 8.24 Uhr - Inzidenzen in der Region weiterhin auf hohem Niveau

Entwicklung der 7-Tage-Inzidenzen in der Region (Stand 15. April).

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen in den Städten und Kreisen der Region bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau und haben sich unterschiedlich entwickelt. Gestiegen ist die Inzidenz im Kreis Mühldorf (von 322,8 auf 330,5) und im Kreis Rosenheim (von 131,3 auf 141,2). Gesunken sind die Inzidenzen dagegen im Kreis Altötting (von 252,0 auf 249,3), dem Kreis Berchtesgadener Land (von 163,3 auf 162,4), der Stadt Rosenheim (von 174,7 auf 166,8) und dem Kreis Traunstein (von 253,8 auf 248,7).

In der Region wurden laut RKI ein weiterer Todesfall gemeldet. Demnach ist eine Person im Kreis Rosenheim verstorben. Nähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort des Verstorbenen gab es bislang nicht.

Update, 8.01 Uhr - Freie Wähler kündigen Verfassungsbeschwerde gegen Bundes-Notbremse an

Die Freien Wähler geben im Streit um die Bundes-Notbremse nicht auf: Die Bundesvereinigung kündigte am Mittwochabend an, per Verfassungsbeschwerde am Bundesverfassungsgericht gegen die geplante Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes vorgehen zu wollen.

Mit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die schwarz-rote Bundesregierung die Länder in ihren Kompetenzen beschneiden“, sagte Parteichef Hubert Aiwanger, der in Bayern Wirtschaftsminister im Kabinett von Markus Söder (CSU) ist. Der Bund sei nicht die richtige Ebene, pragmatische und sinnvolle Entscheidungen anstelle der Länder zu treffen.

Aus Sicht der Freien Wähler werde mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes das Subsidiaritätsprinzip ausgehebelt. Die Gesetzesnovelle, die derzeit in der parlamentarischen Beratung im Bundestag ist und anschließend auch noch durch den Bundesrat muss, sieht unter anderem bundeseinheitliche Vorgaben wie Ausgangsbeschränkungen in Regionen mit einer hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen vor. Zudem soll es ab einer Inzidenz von 100 auch Restriktionen für den Handel geben.

Update, 7.09 Uhr - Bayernweiter Ansturm auf Impfaktionen mit Astrazeneca

Zahlreiche Kommunen ermöglichen ihren Bürgern ab 60 Jahren noch bis zum 18. April kurzfristige Impftermine mit dem Impfstoff des Herstellers Astrazeneca. Die Nachfrage ist enorm. Im Landratsamt Augsburg sei wegen der vielen Anrufe zeitweise die Telefonanlage ausgefallen, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Ab dem 19. April wird Astrazeneca nur noch in Hausarztpraxen verwendet. In den Impfzentren sind dann keine Erstimpfungen mehr mit diesem Impfstoff möglich.

Sonderimpfaktionen gibt es beispielsweise auch in den Landkreisen Kronach, Neumarkt in der Oberpfalz, Bayreuth und Berchtesgadener Land. In letzterem läuft die Impfaktion noch bis Ende dieser Woche. Die Resonanz sei positiv, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes. Allein am Samstag seien 1200 der mehr als 3000 Termine vergeben worden. Am Mittwoch waren noch etwa 900 Termine frei. Landrat Bernhard Kern (CSU) sprach von einer „einmaligen und unkomplizierten Möglichkeit, schnell einen Impftermin zu erhalten“.

RKI meldet 29.426 Corona-Neuinfektionen und 293 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 29.426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

In seinem aktuellen Lagebericht von Mittwochabend schreibt das RKI: „Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort.“ Rund um die Osterfeiertage war laut RKI weniger getestet und gemeldet worden. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 20407 Neuinfektionen und 306 neue Todesfälle verzeichnet. (News-Ticker Mittwoch, 14. April).

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 160,1. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 153,2 an, vor vier Wochen lag sie bei 90,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.073.442 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.736.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 79.381.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 1,11 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

mh/aic/dpa

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