News-Ticker zur Corona-Pandemie

Lockdown über Ostern: Handel befürchtet lange Schlangen - „Politik hat sich von Lebensrealität entfernt“

Zahlreiche Kunden warten auf die Öffnung einer Filiale von Aldi in Hannover.
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Zahlreiche Kunden warten auf die Öffnung einer Filiale von Aldi in Hannover.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag, 23. März, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 149,5, Landkreis Rosenheim 109,8, Landkreis Traunstein 144,9, Landkreis Berchtesgadener Land 136,9, Landkreis Mühldorf 104,4, Landkreis Altötting 98,6 (Quelle/Stand: RKI, 23. März, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3173, Landkreis Rosenheim 11.419, Traunstein 8106, Berchtesgadener Land 4753, Mühldorf 4996, Altötting 4343 (Quelle/Stand: RKI, 23. März, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 53, Landkreis Rosenheim 425, Traunstein 194, Berchtesgadener Land 98, Mühldorf 129, Altötting 188 (Quelle/Stand: RKI, 23. März, 0 Uhr)
  • Mindestens 74.964 Todesfälle in Deutschland (13.020 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20 Uhr - Söder gibt Regierungserklärung zur Corona-Politik ab

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird sich am Mittwoch im Landtag mit einer Regierungserklärung zur Corona-Politik seines Kabinetts den Abgeordneten stellen und die weitere Pandemie-Politik abstimmen. Die Staatsregierung hatte am Dienstag beschlossen, wegen der über Bayern hinwegrollenden dritten Corona-Welle bis Ostern keine weiteren Lockerungen der Schutzmaßnahmen zu gewähren. Erst nach den Ferien soll es zu kleineren Erleichterungen kommen, etwa beim Handel oder bei der Außengastronomie.

Kritik dürfte im Landtag von den Abgeordneten der Oppositionsparteien zu erwarten sein. Am Dienstag hatte es vor allem aus der Wirtschaft Unzufriedenheit mit den Beschlüssen gegeben. Gastwirte, Einzelhändler und Kulturtreibende hatten auf Lockerungen über Ostern gehofft, um ihr seit Monaten stillstehendes Geschäft wieder in Gang zu bringen.

In Bayern ist wie auch bundesweit die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder stark gestiegen. Am Dienstag wurde eine Sieben-Tage-Inzidenz von 111 pro 100 000 Einwohner ermittelt. Nach Darstellung Söders warnen bereits Intensivmediziner wieder vor überfüllten Intensivstationen, diesmal möglicherweise mit jüngeren Patienten.

Update, 18.49 Uhr - Lockdown über Ostern: Handel befürchtet lange Schlangen

Die Tage vor Ostern gehören im deutschen Lebensmittelhandel traditionell zu den umsatzstärksten des Jahres: Mit voll gepackten Einkaufswagen und langen Schlangen an den Kassen.

Die von Bund und Ländern geplante Schließung der Lebensmittelgeschäfte am Gründonnerstag stößt deshalb im Handel auf Unverständnis. Die Branche befürchtet dadurch nur noch mehr Andrang und noch mehr Schlangen an den verbleibenden Einkaufstagen vor dem Fest - besonders am Mittwoch und Samstag.

„In der Kalenderwoche vor Ostern ist die Kundenzahl erfahrungsgemäß sehr hoch. Eine zusätzliche Schließung des Lebensmitteleinzelhandels am Gründonnerstag wird aus unserer Sicht nicht zu der erhofften Entzerrung der Einkaufstätigkeiten führen, sondern eher zu einer Verdichtung der Einkäufe in der ersten Wochenhälfte sowie am Ostersamstag“, warnte etwa der Discounter Aldi-Süd.

Noch härter fiel das Urteil der Drogeriemarktkette Rossmann aus, die nach den Beschlüssen von Bund und Ländern wohl auch am Ostersamstag nicht öffnen darf. „Die Politik hat sich mit diesem Beschluss leider von der Lebensrealität der Menschen entfernt. Wir sehen mit großer Sorge auf die kommende Woche und erwarten einen Kundenansturm, der sowohl für unsere Kundinnen und Kunden als auch unsere Mitarbeitenden zu einer enormen Herausforderung werden dürfte“, sagte der Geschäftsführer der Drogeriemarktkette Rossmann, Raoul Roßmann. Die Auswirkungen auf das Pandemiegeschehen würden letztlich eher negativ sein.

Update, 17.55 Uhr - Zwei weitere Fälle in Asylheim Chieming

Im Rahmen einer weiteren Reihentestung wurden zwei weitere Bewohner der Asylunterkunft Chieming positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Alle weiteren Maßnahmen für die beiden positiv getesteten Personen wurden gemeinsam mit der Regierung von Oberbayern (Betreiber der Asylunterkunft) in die Wege geleitet. Für 53 Bewohner konnten am Dienstag die Quarantänemaßnahmen aufgrund negativer Befundungen und der kleinräumigen Isolierungsmaßnahmen aufgehoben werden.

Insgesamt sind beim Staatlichen Gesundheitsamt für den Kreis Traunstein 51 Neuinfektionen eingegangen. Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 27 COVID-19-Patienten behandelt, davon 16 auf der Normalstation und elf auf der Intensivstation.

In der Kalenderwoche 11 wurden unter insgesamt 258 positiven Corona-Nachweisen im Landkreis Traunstein 135 Befunde mit der britischen Mutation nachgewiesen. Nachweise anderer Varianten erfolgten nicht.

Update, 17.19 Uhr - Trauerakt für 13.000 Corona-Tote in Bayern - Aigner erinnert an Rosenheimer Mangstl

Am Anfang steigt die Zahl auf der großen Leinwand mit den vielen Kerzen noch relativ langsam, dann immer schneller, dann stagniert sie etwas - und zwischendurch rast der Wert nur so nach oben. Ministerpräsident Markus Söder und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (beide CSU) blicken wie gebannt auf die Zahl, die am Ende bei 12.885 stehen bleibt. So viele Menschen sind in Bayern seit Beginn der Corona-Pandemie vor rund einem Jahr und bis einschließlich 17. März an oder unter Beteiligung einer Corona-Infektion gestorben.

Tatsächlich steigt die Zahl immer weiter, aktuell nur etwas langsamer als vor einigen Wochen. Am Dienstagmorgen liegt sie bei 13. 020. „13.020 Menschen sind aus dem Leben gerissen: aus ihren Familien, aus ihren Freundeskreisen, aus unserer Mitte. 13.020 Menschen – das ist eine unvorstellbare Zahl“, sage Aigner. Und räumt ein: „Jeder einzelne Tote ist auch eine schmerzliche politische Niederlage.“

Aigner erinnert an den Mangstl Sepp, 54, Beamter im Landratsamt Rosenheim, Mitglied der Blaskapelle Höhenrain (Plus-Artikel). „Sepp Mangstl stand mitten im Leben“, sagt Aigner. „Wo er sich mit dem Corona-Virus infiziert hatte, weiß niemand.“ Zwischen dem positiven Corona-Test und seinem Tod lag nach Worten Aigners nur ein Tag. Drei Wochen später starb auch der Vater. Und Söder erinnert beispielsweise an einen 54-Jährigen, der im März 2020 starb. „Eigentlich war er ein Mann wie ein Baum“, zitiert Söder.

Söder und Aigner machen deutlich: Der Kampf gegen das Virus geht weiter. „Corona ist potenziell tödlich“, warnt Söder. Man versuche weiterhin, jedes Leben zu schützen. Er sagt in seiner Rede diesen zentralen Satz: „Deswegen kämpfen wir und trauern wir gemeinsam.“

Update, 16.32 Uhr - Merkel wirbt um Unterstützung für strengeren Oster-Lockdown

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat trotz wachsenden Frusts der Bürgerinnen und Bürger um Rückendeckung für Bund-Länder-Beschlüsse zum strengeren Oster-Lockdown geworben. Das Impfen sei der Weg aus der Krise, sagte Merkel am Dienstag. Je geringer die Corona-Fallzahlen seien, umso schneller zeige die Impfung Wirkung. Gebe es hohe Fallzahlen, sei davon nur schwer herunter zu kommen.

Nach Ostern werde man in der Impfkampagne auf die Hausärzte zugehen, sagte Merkel demnach. Schon in der zweiten Aprilhälfte würden die Hausärzte mehr Impfstoffe als die Impfzentren haben. Es gebe Licht am Ende des Tunnels - „das Licht wird heller werden“, wurde die Kanzlerin zitiert. „Auf diesem Wege bitte ich Sie, mitzugehen“, warb Merkel, die sich online zu der Sitzung zuschalten ließ, bei den Abgeordneten. Die Belastung der Krankenhäuser in anderen Ländern sei extrem. „Das will ich uns ersparen.“

Die neue Virusvariante bereite Probleme, sagte Merkel nach diesen Informationen und warnte erneut vor einem exponentiellen Wachstum der Infektionszahlen. Leider habe man sich deswegen in den Corona-Beschlüssen zur „Notbremse“ bekennen müssen.

Update, 13.56 Uhr - Ruhiges Osterfest: Bayerns neue Corona-Regeln im Überblick

Das Osterfest 2021 soll im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Bayern in diesem Jahr besonders ruhig werden. Von Gründonnerstag (1. April) bis einschließlich Ostermontag bleiben Betriebe, Behörden und Geschäfte geschlossen, beschloss das Kabinett bei seiner Sitzung am Dienstag. Einzige Ausnahme sind Lebensmittelgeschäfte am Karsamstag (3. April), die dann öffnen dürfen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Der Bund erarbeite noch Rechtsgrundlagen, Gründonnerstag und Ostersamstag wie Sonn- und Feiertage zu behandeln - auch was Zuschläge für Arbeitnehmer angehe.

Alle Ansammlungen im öffentlichen Raum werden grundsätzlich untersagt, heißt es in dem Beschluss. Für private Zusammenkünfte gelten die schon eingeführten Inzidenz-Regeln auch an Ostern: In Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner dürfen sich zwei Haushalte mit maximal fünf Personen treffen - Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. In Gegenden mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 sind Treffen nur mit einer einzigen weiteren Person erlaubt.

rosenheim24.de hat die Corona-Beschlüsse in einem Extra-Artikel zusammengefasst.

Die Pressekonferenz im Livestream:

Update, 13.17 Uhr - Hausärzte sollen in Bayern ab 31. März impfen

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erklärte, dass man als zentrale Elemente auf „Impfen und Testen“ setze. Das ganze Konzept soll in Bayern mit Antigen-Schnelltests und Bürgertests weiter ausgebaut werden. Bereits ab 31. März - und damit einen Tag als ursprünglich geplant - sollen auch bayerische Hausärzte endlich impfen dürfen. Rund 1500 Mediziner sind dann erstmal im Boot. „Wir wollen keinen Tag verstreichen lassen und noch vor Ostern ein positives Zeichen setzen“, sagte Holetschek.

Update, 13.13 Uhr - Schule ab 12. April auch bei Inzidenzen von über 100

Als „ein klares Zeichen an die Schulfamilie“ bezeichnete Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) die geplanten Öffnungsschritte für die Schulen im Freistaat ab 12. April. Liegt eine Stadt/ein Landkreis bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100, bleibt es beim bisherigen Vorgehen: Alle Schulen und Jahrgangsstufen dürfen Wechselunterricht durchführen. Sinkt die Inzidenz irgendwo sogar unter 50, ist für die Grundschulen sogar voller Präsenzunterricht vorgesehen. Zwei Mal pro Woche sollen Schüler und Lehrer getestet werden.

Liegt die Inzidenz in einer Stadt/einem Kreis über 100 soll dann auch endlich wieder (Wechsel-)Unterricht sichergestellt werden - und zwar für alle Abschlussklassen aller weiterführenden und beruflichen Schulen, der Q11 an Gymnasien sowie der vierten Jahrgangsstufen der Grundschulen. Bedingung für eine Teilnahme am Unterricht ist für Schüler und Lehrer jedoch zwingend die Vorlage eines negativen PCR- oder Antigen-Tests. Alternativ kann man unter Aufsicht auch einen Schnelltest absolvieren.

Update, 13.06 Uhr - Aiwanger setzt auf weitere Öffnungen ab 12. April

„Im Prinzip ändert sich fast nichts, sie haben es ja gehört“, sagte ein enttäuschter Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der nun hofft, dass ab dem 12. April endlich weitere Öffnungsschritte, die eigentlich für 22. März vorgesehen waren, möglich sein werden. Allerdings räumte er ein, dass es bereits eine wieder steigende Belastung im Gesundheitsbereich gäbe: „Wir nehmen die Dinge nicht auf die leichte Schulter, aber wir können heute keine großen Öffnungen verkünden.“

Update, 13.02 Uhr - Söder: „Befürchte an Ostern Höhepunkt von dritter Corona-Welle“

„Ich befürchte, dass wir an Ostern einen Höhepunkt der dritten Corona-Welle erleben werden“, sagte Söder zum Abschluss. Man müsse dem „Tiger ins Auge schauen“ und das tun, was mit einem guten Gewissen am besten zu vereinbaren sei. Deswegen habe man die Bayern die Matrix von „Vorsicht, Restriktion und Perspektive“ erarbeitet.

Zudem appellierte er an die Vernunft der Menschen, vor allem auf unnötige Reisen in den nächsten Wochen zu verzichten. „Ich würde auch gerne wegfahren, aber es macht momentan einfach keinen Sinn“, sagte Söder.

Update, 12.58 Uhr - Einreise nach Bayern nur noch mit negativem Test

Zum Thema Reisen machte Söder deutlich, dass er sich vom Bund ein „besseres Kommunikationsmanagement“ gewünscht hätte. Vor allem beim Thema Mallorca sprach Söder von einer „Hoppla-Hop-Entscheidung ohne Rücksprache“, die die Legitimationswirkung bei den Bürgern in Frage stellen würde. In Bayern gibt es im Reisebereich allerdings eine entscheidende Änderung: Einreisen darf nur noch, wer einen negativen Test an der Grenze vorweisen kann - ohne Ausnahmen.

Ab 12. April soll dann die Öffnungsmatrix wieder aufgenommen werden. Unter anderem sollen die Öffnungsperspektiven für den Handel angepasst werden. Ab dann sollen unter Auflagen Öffnungen bis zu einer Inzidenz von 100 möglich sein. Bei Inzidenzen zwischen 100 und 200 soll immerhin „Click & Meet“ möglich werden. Auch im schulischen Bereich sollen weitere Öffnungen möglich werden, kombiniert mit deutlich ausgeweiteten Tests. So sollen beispielsweise auch die vierten Klassen von Grundschulen als Abschlussklassen definiert werden.

Update, 12.49 Uhr - Söder: „Gründonnerstag und Karsamstag wie ein Feiertag“

„Jetzt müssen wir alle Kräfte bündeln und uns gemeinsam dieser Herausforderung stellen“, sagte Söder. In Bayern liegt die durchschnittliche Inzidenz derzeit bei 110. Der Landeschef machte jedoch deutlich, dass die inzwischen immer besser anlaufende Impfkampagne sich desto besser entfalten könne je niedriger die Inzidenz sei. Wenn alle zusammenhalten würden, könnte eine „Endlos-Schleife“ der Maßnahmen bis in den Sommer vermieden werden.

Deswegen werde auch die „Bayern-Matrix“ weiterentwickelt. Neben weiteren Restriktionen („Keine weiteren Öffnungen bis zum Ende der Osterferien“) ging Söder auch noch einmal auf die geplante Osterruhe ein. Gründonnerstag und Karsamstag sollen dabei wie ein Sonn- und Feiertag behandelt werden. Der Bund wird noch heute im Laufe des Tages eine entsprechende Rechtsgrundlage schaffen. Während am Gründonnerstag auch der Lebensmitteleinzelhandel zu hat, dürfen diese zumindest am Karsamstag öffnen - allerdings ausschließlich Lebensmittel anbieten. Die To-Go-Konzepte der Gastronomie und andere Ausnahmen (z.B. Tankstellen) bleiben hiervon unberührt.

Update, 12.40 Uhr - Söder: „Die Lage ist ernst und wird noch viel ernster“

Wie werden die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels am Montag in Berlin, der bis tief in die Nacht dauerte, konkret in Bayern umgesetzt? Mit dieser Frage hat sich die bayerische Staatsregierung am Vormittag bei ihrer nächsten Kabinettssitzung beschäftigt. „Corona liegt nach wie vor bleiern über unserem Land. Die Lage ist ernst und sie wird noch sehr viel ernster werden“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Hinblick auf die dritte Welle zu Beginn der Pressekonferenz. Durch die Mutationen sei eine „neue Pandemie“ entstanden, hieß es weiter.

Bayern reagiert mit einem Dreiklang aus Vorsicht, Restriktion und Motivation auf die aktuelle Situation. Söder: „Bis zum Ende der Osterferien gibt es keine weiteren Öffnungen mehr.“ Neben der geplanten Osterruhe machte der Ministerpräsident den Menschen jedoch auch Hoffnung und kündigte für das Ende der Ferien neue Perspektiven durch dann deutlich mehr Testkapazitäten an.

Update, 11.42 Uhr - Landkreis Altötting meldet drei neue Corona-Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt drei neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch in Stadt und Landkreis Altötting auf insgesamt 4342 Personen (Stand: 22. März, 16 Uhr). Aktuell gibt es im Landkreis 224 aktive Fälle. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Burgkirchen (37), Burghausen (34) und Altötting (28). Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Altötting lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 98,6.

Update, 10.54 Uhr - Landkreis Mühldorf meldet sechs neue Fälle

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Montag, 22. März sechs neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 23. März 2021, 0 Uhr). 

Aufgrund eines positiven Falles ist eine Gruppe des Gemeindekindergartens St. Michael in Mettenheim in Quarantäne. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. 

Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 222 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 23. März 2021, 3.18 Uhr) bei 104,4.

Update, 10.10 Uhr - PK um 12.30 Uhr: Kabinett berät über weiteren Corona-Kurs

Angesichts steigender Corona-Zahlen will das bayerische Kabinett am Dienstag (10 Uhr) über den weiteren Kurs im Kampf gegen das Virus beraten. Dabei geht es etwa um die Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse aus der Nacht mit Blick auf Ostern.
Söder bezeichnete das geplante Herunterfahren des öffentlichen Lebens über die Ostertage als guten und notwendigen Schritt. „Wir haben de facto den Oster-Lockdown“, sagte Söder am frühen Dienstagmorgen. Ziel sei es, damit Geschwindigkeit aus der Pandemie zu nehmen.

„Wir wissen, dass Corona bleischwer über dem Land liegt“, sagte Söder. Man befinde sich aber jetzt in der schwierigsten Phase der Pandemie. Viele unterschätzten die aktuelle Situation. Man dürfe jetzt aber keine Fehler machen. Jetzt habe man es in der Hand, die dritte Welle schneller zu beenden als die vorherige. „Ungeduld darf nicht zu unserer Schwäche werden“, mahnte der CSU-Vorsitzende.

Im Anschluss an die Kabinettssitzung informieren Ministerpräsident Markus Söder, Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Kultusminister Michael Piazolo über die Ergebnisse.
rosenheim24.de berichtet wie gewohnt live von der PK um 12.30 Uhr. 

Update, 9.04 Uhr - Neueste RKI-Zahlen für die Region

Entwicklung der 7-Tage-Inzidenzen in der Region (Stand 23. März).

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen in den Städten und Kreisen der Region haben sich im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. Laut neuesten RKI-Daten (Stand: 23. März) meldete lediglich der Landkreis Altötting (von 106,7 auf 98,6) eine sinkende Inzidenz. Gestiegen sind die Inzidenzen im Kreis Berchtesgadener Land (von 133,1 auf 136,9), Stadt Rosenheim 147,9 auf 149,5) und dem Kreis Traunstein (von 141,6 auf 144,9).

Sowohl im Kreis Mühldorf (104,4) und dem Kreis Rosenheim (109,8) blieben die Inzidenzen auf dem Niveau vom Vortag. In der Region wurden laut RKI drei weitere Todesfälle gemeldet. Demnach sind je eine Person im Kreis Altötting, im Kreis Mühldorf und dem Landkreis Berchtesgadener Land verstorben. Nähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort des Verstorbenen gab es bislang nicht.

Update, 8.13 Uhr - Bayerns Landtag gedenkt der Todesopfer der Corona-Pandemie

Als bundesweit erstes Parlament gedenkt der bayerische Landtag am Dienstag (14 Uhr) der fast 13.000 Todesopfer der Corona-Pandemie im Freistaat. Bei dem gemeinsamen Trauerakt mit der bayerischen Staatsregierung wird neben Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Ministerpräsident Markus Söder (beide CSU) auch die Vorsitzende des Bayerischen Ethikrates und ehemalige Regionalbischöfin, Susanne Breit-Keßler, im Plenarsaal sprechen.

Für alle staatlichen Dienstgebäude im Freistaat wird Trauerbeflaggung angeordnet, um 14.30 Uhr soll der Gestorbenen zudem mit einer landesweiten Schweigeminute gedacht werden.
Am 18. April soll bundesweit ein zentraler Gedenkakt stattfinden. Dies geht auf die Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zurück. In ganz Deutschland sind seit Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr nach Angaben des Robert Koch-Instituts mehr als 74.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben (Stand Montag, 3.28 Uhr).

Update, 6.56 Uhr - RKI registriert 7485 Corona-Neuinfektionen und 250 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7485 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 250 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das Institut binnen eines Tages 5480 Neuinfektionen und 238 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich

Der Inzidenzwert ist demnach weiter gestiegen: Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 108,1 - und damit etwas höher als am Vortag (107,3).

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.674.710 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.433.800 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 74.964.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,12 (Vortag 1,22). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 112 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Update, 5.45 Uhr - So erklären Merkel und Söder den Knallhart-Lockdown

Es sind die schärfsten Anti-Corona-Maßnahmen seit Ausbruch der Pandemie: Über Ostern kommt ein fünftägiger Knallhart-Lockdown in ganz Deutschland, laut Bayerischem Rundfunk ist der Gründonnerstag zusätzlich sogar arbeitsfrei. Kanzlerin Merkel (CDU) hatte nach den fast 15-stündigen Marathon-Beratungen mitten in der Nacht deutlich gemacht: „Wir haben eine neue Pandemie. Die Mutation hat übernommen.“ Diese sei tödlicher und deutlich infektiöser, hieß es. „Der bisherige Erfolg ist aufgefressen“, machte die Kanzlerin deutlich.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ergänzte: „Wir sind in der gefährlichsten Phase der Pandemie. Viele unterschätzen die Gefahr, dabei ist die Mutation viel ansteckender und trifft die jüngere Generation.“ Die neuen Regeln hat rosenheim24.de in einem Extra-Artikel zusammengefasst. Über die genaue Ausgestaltung der Regeln für den Freistaat berät am Dienstagvormittag ab 10 Uhr wieder das bayerische Kabinett in München. Im Anschluss ist dazu wieder eine Pressekonferenz vorgesehen. rosenheim24.de berichtet natürlich wieder live!

Die Pressekonferenz im Stream:

Die Bund-Länder-Beratungen sind nach langen und intensiven Diskussionen zu Ende gegangen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) informieren nun über die Ergebnisse.

Update, 3.17 Uhr - „Wir wissen, dass Corona bleischwer über dem Land liegt“

„Wir wissen, dass Corona bleischwer über dem Land liegt“, sagte Söder zum Abschluss. Man befinde sich aber jetzt in der schwierigsten Phase der Pandemie. Viele unterschätzten die aktuelle Situation. Man dürfe jetzt aber keine Fehler machen. Jetzt habe man es in der Hand, die dritte Welle schneller zu beenden als die Vorherige. „Ungeduld darf nicht zu unserer Schwäche werden“, mahnte der CSU-Vorsitzende.

Söder sprach von schwierigen Beratungen, betonte aber: „Wir gehen heute nicht mit einem schlechten Gewissen oder einem unguten Gefühl aus der Runde.“ Man habe eine klare Linie und einen klaren Kurs.

Update, 3.12 Uhr - Vorgaben an „Oster-Ruhetagen“ gleichen Sonn- und Feiertagen

Die Vorgaben an den beschlossenen „Oster-Ruhetagen“ gleichen den Regelungen an Sonn- und Feiertagen, erklärt Merkel.Tankstellen bleiben zum Beispiel natürlich offen“, so die Kanzlerin. Auch andere systemrelevante Berufen können weiter ausgeführt werden.

„Wir sind in einem Wettlauf mit dem Impfen“. Und je geringer die Neuinfektionen seien, desto schneller könnten Impfungen Wirkung auf die Gesamtlage haben. Daher komme es unter anderem auch darauf an, in besonders betroffenen Regionen die von Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“ anzuwenden. Ziel bleibe, dass es zu keiner Überlastung des Gesundheitswesens komme.

Angela Merkel und Markus Söder weisen zudem darauf hin, dringend auf nicht nötige Reisen zu verzichten. „Die Gesetzeslage sei verzwickt“, deshalb könne man die Reise nach Mallorca nicht verbieten, „aber wir schauen uns das genau an“. Reisende müssten sich aber auf eine Testpflicht und Quarantänezeit einstellen.

Update, 3.04 Uhr - Söder spricht von „schwerer Geburt“

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller verteidigt ebenfalls den Kurs. „Ich möchte nochmals dringend an alle appellieren, unsere Angebote anzunehmen“, sagte Müller. Man solle sich gründlichst überlegen, welche Kontakte wirklich absolut nötig sind.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht von einer „schweren Geburt“. Man habe aber letztendlich eine klare Linie gefunden, das Team Vorsicht habe sich bei allen durchgesetzt. Der Frust sei bei allen groß, aber viele würden die dritte Welle - „eine neue Pandemie mit höherer Sterblichkeit“ - nicht ernst nehmen. 

Die Intensivmediziner würden seit Tagen warnen, dass die Zahlen auf den Intensivstationen „exorbitante Ausmaße“ annehmen könnten.

Der „Oster-Lockdown“ soll diese Entwicklung stoppen, so Söder. Die Entscheidung, die getroffen wurde, sei die einzig richtige, wenngleich es eine sehr schwierige gewesen sei.

Update, 2.57 Uhr - „Wir befinden uns in Mitten der dritten Welle“

Des Weiteren werden die Tage 1. April und 3. April als „einmalige Ruhetage“ eingeführt. Im Zeitraum dieser fünf Tage gelte einmal mehr „Wir bleiben zu Hause“, so Merkel. Treffen sind dann nur mit Personen eines weiteren Hausstandes - maximal aber fünf Personen - möglich. In vielen bayerischen Regionen ist dies allerdings bereits durch die Notbremse geregelt - zum Teil sind hier nur Treffen mit einer haushaltsfremden Person erlaubt. 

Auch Supermärkte werden am Gründonnerstag geschlossen bleiben, am Ostersamstag aber öffnen.

Wir befinden uns in Mitten der dritten Welle“, warnt die Kanzlerin.

Update, 2.51 Uhr - Merkel: „Auch immer mehr junge Leute erleiden schwere Erkrankungen“

Merkel betont, dass sich Deutschland aufgrund der Virus-Mutationen und des exponentiellen Wachstums der Neuinfektionen in einer sehr ernsten Lage befinde. „Auch immer mehr junge Leute erleiden schwere Erkrankungen“, so die Kanzlerin weiter. Man wolle im Großen und Ganzen an dem Stufenplan festhalten.

Da viele Landkreise eine Inzidenz von 100 bereits überschritten haben, sei dort die Anordnung einer Notbremse unumgänglich. Das heißt, eine Rückkehr zum Lockdown vor dem 8. März. Zusätzlich sollen in den Hotspots weitere Maßnahmen ergriffen werden. Zum Beispiel das Tragen von medizinischen Masken auch im Auto, wenn sich zwei Personen aus verschieden Haushalten befinden.

Bund-Länder-Gipfel dauert an: „Oster-Ruhe“ mit Monster-Lockdown

Über die Ostertage Anfang April droht Deutschland ein Monster-Lockdown - auch Supermärkte sollen erstmals geschlossen bleiben. Auf diesen noch nicht von Bund und Ländern beschlossenen Vorschlag haben sich in der Nacht auf Dienstag der Führungsstab um Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verständigt. Aktuell wird dieser Vorschlag in der großen Ministerrunde noch heftig diskutiert.

Die Anzeichen haben sich allerdings im Laufe der Nacht bereits verdichtet, dass diese sogenannte „Oster-Ruhe“ durchgesetzt wird. Das bedeutet konkret: Selbst Supermärkte sollen vom 1. bis 6. April (eventuelle Ausnahme am Ostersamstag) geschlossen bleiben, Urlaub im Inland wäre damit ausgeschlossen und es gebe auch keine Lockerungen der Kontaktbeschränkungen während Ostern. Ebenfalls sollen Ostermessen nur digital stattfinden

Hingegen sollen Reisen nach Mallorca weiterhin möglich sein. Reiserückkehrer müssten bei der Wiedereinreise nach Deutschland lediglich einen negativen Corona-Test vorweisen und sich in Quarantäne begeben - könnten sich aber offenbar nach fünf Tagen wieder „freitesten“.

Bisher hatten im Lockdown zumindest Geschäfte des täglichen Bedarfs immer zu normalen Geschäftszeiten geöffnet. Dem Vorschlag waren fast zehnstündige Verhandlungen vorausgegangen, die wegen Unstimmigkeiten immer wieder unterbrochen werden mussten. (News-Ticker Montag, 22. März).

Zu Beginn der Beratungen standen eigentlich noch Lockerungen der Kontaktbeschränkungen über die Osterfeiertage und Urlaub im Inland im Raum.

mz/fgr/dpa

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