News-Ticker zur Corona-Pandemie

Opposition attackiert Söder und CSU: „Bankrotterklärung der Politik“ - Oster-Lockdown in Teilen Österreichs

Söder: Öffnungsperspektiven sind „keine Einbahnstraße“
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Mittwoch, 24. März, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 129,0, Landkreis Rosenheim 103,3, Landkreis Traunstein 141,0, Landkreis Berchtesgadener Land 111,4, Landkreis Mühldorf 106,2, Landkreis Altötting 108,5 (Quelle/Stand: RKI, 24. März, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3189, Landkreis Rosenheim 11.459, Traunstein 8157, Berchtesgadener Land 4762, Mühldorf 5030, Altötting 4364 (Quelle/Stand: RKI, 24. März, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 53, Landkreis Rosenheim 426, Traunstein 194, Berchtesgadener Land 98, Mühldorf 130, Altötting 188 (Quelle/Stand: RKI, 24. März, 0 Uhr)
  • Mindestens 75.212 Todesfälle in Deutschland (13.065 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.26 Uhr - Der Osten Österreichs geht in einen Oster-Lockdown

In Wien und anderen östliche Regionen Österreichs werden rund um die Osterfeiertage Corona-Maßnahmen verschärft. Eine „Osterruhe“ sei notwendig, um eine drohende Überlastung der Spitäler in der Hauptstadt und in Niederösterreich und Burgenland abzuwenden, erklärte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Mittwoch. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in den östlichen Bundesländern bei fast 300, deutlich über dem Österreich-Schnitt von rund 247.

Der Einzelhandel, Friseure und Masseure schließen von Gründonnerstag bis zum Dienstag nach Ostern. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs, kündigte Anschober nach langen Verhandlungen mit den Regierungschefs der drei Regionen an. Im Unterschied zu Deutschland sind am Karfreitag Geschäfte und Firmen in Österreich normalerweise offen. Ferner sollen Menschen über die Feiertage nur für Spaziergänge, Sport und dringende Wege nach draußen gehen.

Die Schulen stellen nach Ostern eine Woche lang auf Online-Unterricht um. Zudem wird die Maskenpflicht verschärft und eine strengere Testpflicht für Berufspendler aus den östlichen Nachbarstaaten eingeführt.

Update, 18.51 Uhr - Opposition attackiert Söder und CSU: „Bankrotterklärung der Politik“

Mit teilweise scharfen Worten hat die Opposition das Corona-Krisenmanagement von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisiert und dabei auch die CSU insgesamt scharf attackiert. Kritik gab es am Mittwoch im Landtag am Hin und Her um die Osterruhe - aber vor allem auch an der Maskenaffäre, in deren Zentrum mit Alfred Sauter inzwischen auch ein bisheriger CSU-Landtagsabgeordneter steht.

Söder habe in vielfacher Hinsicht Vertrauen verspielt, sagte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann. Es fehle eine tragfähige Strategie durch die Corona-Pandemie. Mit Blick auf die Rücknahme der Osterruhe, die Bund und Länder erst am Dienstagfrüh angekündigt hatten, sprach Hartmann von Unsicherheit und Chaos. Und die Maskenaffäre stelle viele alte CSU-Amigo-Geschichten in den Schatten. SPD-Fraktionschef Horst Arnold kritisierte, Söder sei das Fingerspitzengefühl zunehmend verloren gegangen. Teilweise werde draußen im Lande von Chaos gesprochen. „Sie befinden sich in einen Höhenflug der Selbst- und Autosuggestion“, sagte Arnold zu Söder.

FDP-Fraktionschef Martin Hagen betonte, das Hin und Her um die Osterruhe sei kein Umsetzungsproblem, sondern „eine Bankrotterklärung der Politik“. Dieses „Chaos“ koste Vertrauen bei der Bevölkerung. Und wenn Söder noch in der Nacht auf Dienstag von einer klaren Linie von Bund und Ländern gesprochen habe, dann zeige das vor allem, dass Söder sich „wahnsinnig weit“ von der Realität entfernt habe. Auch Hagen attackierte die CSU zudem wegen der Maskenaffäre und kritisierte, dass sich Abgeordnete an der Pandemie bereichert hätten.

Update, 18.23 Uhr - Neun Neuinfektionen im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern neun weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Davon befand sich keine Person als direkte Kontaktperson in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle mit Wohnsitz im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 4.762 (Stand RKI: 24. März, 0 Uhr). Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land bei 111,4 (Stand RKI: 24. März, 0 Uhr).

Von den insgesamt 4.762 COVID-19-Fällen sind mittlerweile 4.485 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 179 aktive COVID-19-Fälle im Landkreis, davon 31 in Einrichtungen im Landkreis Berchtesgadener Land (dazu zählen Alten- und Pflegeheime, Gemeinschaftsunterkünfte, Kindergärten und Schulen). In den vergangenen 7 Tagen gab es insgesamt 118 neue COVID-19-Fälle.

Aufgrund mehrerer vom Staatlichen Gesundheitsamt identifizierter Cluster im südlichen Landkreis wurde am vergangenen Samstag erneut eine freiwillige und kostenlose PCR-Testaktion in Berchtesgaden durchgeführt. Von insgesamt 269 getesteten Personen wurden vier Personen positiv abgestrichen

Update, 17.26 Uhr - Söder wünscht sich weitere Maßnahmen gegen Auslandsreisen

Deutschland muss nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der aktuellen Corona-Krise konsequent gegen Auslandsreisen vorgehen. Das Minimum sei, „dass jeder, der Deutschland verlässt und wiederkommt, dann einen negativen Test vorlegen muss“, sagte Söder am Mittwoch in seiner Regierungserklärung im bayerischen Landtag in München. Weiter betonte er: „Und mir wäre es lieber, uns würden noch ein paar andere Maßnahmen einfallen.“

Die Bundesregierung hatte Mallorca kürzlich von der Liste der Risikogebiete gestrichen und die Reisewarnung wegen stark gesunkener Infektionszahlen aufgehoben. Damit entfiel auch die Quarantäne für Rückkehrer. Das hat zu einem Buchungsboom geführt, aber auch zu hitzigen Diskussionen.

Es sei „einfach für die Menschen schwer verständlich und akzeptabel“, dass man bei uns kein Ferienhaus und keine Ferienwohnung buchen könne, umgekehrt aber auf Mallorca großer Urlaub gemacht werden könne, sagte Söder. „Und wenn dann noch die Entscheidung kommt, quasi, dass man reisen kann ohne jedes Schutzkonzept, dann ist das falsch.“

Update, 16.19 Uhr - 37 Neuinfektionen und ein Todesfall im Raum Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 684 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 141,0. Seit der letzten Pressemitteilung am 23. März sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 37 Neuinfektionen eingegangen. Es liegen insgesamt 8192 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 7313 Personen (38 Personen mehr seit der Meldung vom 23. März).

Beim Gesundheitsamt Traunstein ist seit der letzten Pressemitteilung eine Todesmeldung eingegangen. Es handelt sich dabei um eine Frau im Alter von 90 Jahren. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 195 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 25 COVID-19-Patienten behandelt, davon 15 auf der Normalstation und 10 auf der Intensivstation. Mittlerweile wurden im Landkreis Traunstein 16.345 Personen mit der Erstimpfung versorgt, davon haben bereits 7.953 Personen die Zweitimpfung erhalten.

Update, 15.33 Uhr - Bundesregierung prüft Unterbindung von Urlaubsreisen ins Ausland

Die Bundesregierung prüft, ob Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland wegen der Corona-Pandemie vorübergehend unterbunden werden können. Es gebe einen entsprechenden Prüfauftrag, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch in Berlin.

Die Regierungserklärung im Live-Stream

Update, 15.45 Uhr - Pilotprojekte in acht Modellregionen sollen starten

Viele Entscheidungen, welche Söder mit voller Überzeugung treffe, würden auch ihn belasten. Aber die aktuelle Situation lasse einfach keinen Spielraum zu. Auch er würde gerne Urlaub machen, aber dies wäre unverantwortlich. Dennoch will Söder den Menschen Perspektiven aufzeigen. In Bayern wird in acht weiteren Städten ein Pilotprojekt starten. Nach dem Vorbild aus Tübingen sollen dort mit der Hilfe von vielen Test und gezielten Hygienekonzepten verschiedene Öffnungsmodelle umgesetzt werden. Auch die Stadt Rosenheim hatte für dieses Pilotprojekt beworben.

Bayern will das vorsichtige Zurückfahren von Corona-Schutzmaßnahmen etwa in Handel oder Kultur nach Ostern in acht Modellregionen testen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch im Landtag an. Es solle aus jedem der sieben Regierungsbezirke eine Stadt oder ein Landkreis mit einer Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von mehr als 100 und weniger als 150 teilnehmen, aus Oberbayern zwei, sagte Söder. Es gebe bereits mehr Bewerber als mögliche Plätze.

Ab 12. April werde man außerdem im ganzen Freistaat wieder auf den bereits beschlossenen Stufenplan zurückgreifen. Das heißt: An den Inzidenzen orientierte Öffnungsschritte - vor allem dem Einzelhandel sollen weitere Möglichkeiten aufgezeigt werden. Auch Kulturangebote im Freien wären vereinzelnd bei Inzidenzen über 100 dann denkbar, so Söder.

Update, 15.30 Uhr - Söder zu Osterruhe: „Haben einen Fehler gemacht“

Man habe mit der Inzidenzen-Regelung und der Notbremse eine klare Struktur für die nächsten drei Wochen. Söder geht auch nochmals auf die „Osterruhe“ ein. Diese Entscheidung hätte weder die Bundeskanzlerin allein, noch zusammen mit ihm, sondern alle anwesenden Ministerpräsidenten und Regierungschefs gemeinsam getroffen. „Wir haben einen Fehler gemacht“, dafür und vor allem für das Hin und Her und für die Verunsicherung wolle Söder sich entschuldigen.

Im gleichen Atemzug betont Söder jedoch auch, dass er hinter dieser Entscheidung stand, doch sie sei rechtlich nicht umsetzbar. Man müsse zudem bedenken, dass sich in Bayern durch diesen Widerruf nicht viel ändert. „Gründonnerstag und Karsamstag sind keine Feiertage, ansonsten bleibt alles gleich“, so Söder. Weiter plädierte der CSU-Vorsitzende dafür, die Bund-Länder-Gipfel in Zukunft transparenter und verständlicher zu gestalten.

Update, 15.22 Uhr - Ministerpräsident verteidigt Corona-Maßnahmen

Söder verteidigt weiter seinen Weg. Die getroffenen Maßnahmen würden in Bayern bereits Wirkung zeigen, „aber man darf nicht nachlassen“. Als Beispiel zog der Ministerpräsident Wunsiedel und Tischenreuth heran. Dort seien die Inzidenzen in den vergangenen Tagen deutlich gesunken, obwohl diese Kreise als größte Hotspots des gesamten Landes galten. Man dürfe jetzt nicht aus „Ungeduld oder Angst“ alles überstürzen.

Er werde weiterhin auf den Rat der Mediziner und Experten hören, und diese würden mit Hinblick auf die Neuinfektionen und Krankenhauszahlen weiter Alarm schlagen.

Update, 15.16 Uhr - Söder: Unüberlegte Öffnungen der falsche Weg

Bei den steigenden Zahlen, „die wir aktuell haben“, wäre eine unüberlegte Öffnung definitiv der falsche Weg, so der Ministerpräsident. Man müsse aufpassen, „dass aus der dritten Welle keine Dauerwelle wird.“ In Bayern hätte man mit der „Notbremse“ ein geeignetes Instrument im Kampf gegen die Pandemie. Erst heute sei die Ausgangssperre von gerichtlicher Seite nochmals abgesegnet worden.

„Hätten wir nicht so reagiert, wie wir es bisher gemacht haben, wären 10.000 Menschen mehr gestorben“, erklärt Söder mit Blick auf den rechten Flügel im Landtag. Der CSU-Vorsitzende betone weiter, dass alle Verantwortlichen ihr Bestes geben und dass nicht leicht sei, „die Welt zu retten, wie es sich viele vorstellen“.

Update, 15.08 Uhr - Söder: „Corona ist wie eine schwarze Wolke, die über dem Land hängt“

Corona ist wie eine schwarze Wolke, die über dem Land hängt“, so beginnt Söder seine Regierungserklärung im Bayerischen Landtag. Die Lage sei ernster als viele denken und wahrhaben wollen. Man habe die Wahl: Entweder man lasse jetzt alles über sich ergehen und müsse mit den fatalen Folgen leben oder man gehe einen vorsichtigen und zukunftsorientierten Weg.

Bei den steigenden Zahlen, „die wir aktuell haben“, wäre eine unüberlegte Öffnung definitiv der falsche Weg.

Update, 14.30 Uhr - Söder hält Regierungserklärung nach gekippter Osterruhe um 15 Uhr

Nach dem Kippen der Osterruhe-Regelung wird Bayerns Ministerpräsident Markus Söder seine Regierungserklärung im Landtag erst um 15 Uhr abhalten. Das teilte eine Sprecherin der Staatsregierung am Mittwoch in München mit. Ursprünglich war die Rede Söders zu den aktuellen Beschlüssen von Bund und Ländern zur Corona-Strategie für 11 Uhr angesetzt gewesen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwochvormittag die Ministerpräsidenten in einer kurzfristig einberufenen Videoschalte darüber informiert, dass sie die in der Nacht auf Dienstag von Bund und Ländern beschlossene Osterruhe nicht umsetzen werde. Diese sollte eigentlich an Gründonnerstag beginnen und sah vor, dass bis einschließlich Ostermontag das öffentliche Leben bis auf wenige Ausnahmen völlig heruntergefahren werden sollte.

Der Gründonnerstag und der Karsamstag sollten dafür zu Ruhetagen erklärt werden. Daran war aber massive Kritik laut geworden, es gab zudem große Verwirrung um die praktische Umsetzung.

Update, 13.52 Uhr - 33 Neuinfektionen im Kreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf am Inn ist eine weitere Person, die mit dem Corona-Virus infiziert war, verstorben. Seit der letzten Statusmeldung vom Dienstag, 23. März gibt es 33 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 24. März, 0 Uhr). Aufgrund eines positiven Falles ist eine Gruppe des Katholischen Kindergartens Nuntius Pacelli in Ampfing in Quarantäne.

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf am Inn 219 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 24. März, 8:40 Uhr) bei 106,2.

Update, 13.30 Uhr - Landkreis Altötting meldet 21 neue Corona-Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 21 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch in Stadt und Landkreis Altötting auf insgesamt 4362 Personen (Stand: 23. März). Wie das Landratsamt berichtet, wurde ein Fall vom 20. März gelöscht, da die Person nicht mehr im Landkreis Altötting gemeldet/wohnhaft ist.

Aktuell gibt es im Landkreis 233 aktive Fälle. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Burgkirchen (38), Burghausen (33) und Altötting (32). Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Altötting lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 108,5.

Update, 13.09 Uhr - Merkel stellt sich nach Corona-Hammer Fragen im Bundestag

Update, 12.38 Uhr - Merkel entschuldigt sich bei Bürgern

Merkel bedauerte die entstandene Verunsicherung und entschuldigte sich bei den Bürgern. Nichts desto trotz befände sich Deutschland nach wie vor mitten in der dritten Corona-Welle. Die übrigen Maßnahmen (außer Osterruhe), die am Montag beschlossen worden, bleiben weiterhin bestehen.

„Ich bin zutiefst davon überzeugt: Wir werden das Virus gemeinsam besiegen“, so Merkel, die explizit betonte, dass sie als Bundeskanzlerin die letzte Verantwortung für die Entscheidungen trage.

Update, 12.35 Uhr - Osterruhe ist abgesagt - Merkel: „Es war mein Fehler“

Soeben ist Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor die Presse getreten, um ihre politische Kehrtwende in Sachen Osterlockdown zu erklären. Zuvor hatte sie sich mit den Ministerpräsidenten via Videoschalte bei einem Blitz-Bund-Länder-Gipfel abgestimmt. „Ich habe heute Vormittag entscheiden, die Verordnung für die zusätzliche Osterruhe am Gründonnerstag und Karsamstag zu stoppen“, sagte Merkel zu Beginn.

Das Ganze sei „in guter Absicht“ erarbeitet worden, sei aber in Kürze der Zeit einfach nicht vernünftig umzusetzen. Konkret nannte die Kanzlerin Themen wie Lohnfortzahlung oder die Lage in den Geschäften. „Um es klipp und klar zu sagen: Es war einzig und allein mein Fehler“, so Merkel.

Update, 12.30 Uhr - Bundeskanzlerin Merkel gibt Statement nach Corona-Hammer

Update, 11.41 Uhr - Söder stützt Kanzlerin: „Habe Respekt vor der Erklärung!“

Nun hat sich auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geäußert. Er steht hinter der Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel, den geplanten Corona-Osterlockdown zu stoppen: „Ich habe persönlichen Respekt vor der Erklärung der Kanzlerin. Es ist am Ende besser jetzt abräumen, wenn es rechtlich nicht geht.“ Letztlich seien die Verfahrensabläufe „auch Teil des Problems“. Söder wies zugleich darauf hin, dass die zuständigen Ministerien noch in der Nacht der Ministerpräsidentenkonferenz befragt worden seien, ob die Umsetzung der sogenannten Osterruhe rechtlich möglich sei.

Update, 11.33 Uhr - Merkel: „Trage volle Verantwortung - es war mein Fehler!“

In Berlin überschlagen sich die politischen Ereignisse. Inzwischen sickern immer mehr Details zu den Hintergründen für Merkels politische Kehrtwende durch: Demnach hatte Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) am Morgen bei einem Kabinettsfrühstück vor einem „Versorgungsengpass über Ostern bei Drogerien und Supermärkten“ gewarnt. Nach Rücksprache mit Logistikern soll Merkel dann ihre politische Entscheidung (intern) revidiert haben.

„Ich trage dafür die volle Verantwortung - es war mein Fehler“, wird Merkel zitiert. Um 12.30 Uhr will sich die Kanzlerin nun offenbar öffentlich äußern. Seit 11 Uhr berät sich die CDU-Politikerin mit den Ministerpräsidenten der Länder bei einem „Blitz-Bund-Länder-Gipfel“ per Videoschalte.

Update, 11.22 Uhr - Merkel will offenbar Osterruhe kippen

Wenn das offiziell bestätigt wird, ist dies ein echter Corona-Hammer: Kanzlerin Merkel (CDU) kippt offenbar die beschlossene Osterruhe mit den zusätzlichen „Ruhetagen“ an Gründonnerstag und Ostersamstag. Laut Bild-Zeitung soll Merkel dabei „einen persönlichen Fehler“ eingeräumt haben. Die Details werden seit 11 Uhr bei einem „Blitz-Bund-Länder-Gipfel“ zwischen Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder besprochen. Die Ergebnisse sollen im Anschluss vorgestellt werden.

Die im Bundestag geplante Regierungsbefragung mit der Kanzlerin am Nachmittag sollte nach anderen Informationen wie vorgesehen stattfinden.

Update, 10.51 Uhr - Söder verschiebt wegen Blitz-Bund-Länder-Gipfel seine Regierungserklärung

Markus Söder hat auf die Blitz-Einladung der Kanzlerin reagiert und die eigentlich für 11 Uhr geplante Regierungserklärung im Landtag bereits um ein paar Stunden verschoben. Die im Bundestag für 13 Uhr geplante Regierungsbefragung mit der Kanzlerin solle aber laut dpa wie vorgesehen stattfinden.

Aus Länderkreisen hieß es nun, möglicherweise werde es bei den neuerlichen Beratungen um die vom Bundesinnenministerium geplante Mustervorlage zur Umsetzung der Beschlüsse der Ministerpräsidentenrunde mit der Kanzlerin vom frühen Dienstagmorgen gehen.

Laut AFP bestätigte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mittlerweile das Treffen. Er sprach im Düsseldorfer Landtag, als die Eilmeldung eintraf. „Ich denke, dass wir sehr kritisch dort über das reden, was da vor zwei Tagen passiert ist“, sagte Laschet zum Treffen ab 11 Uhr.

„Wir können so nicht weitermachen“, sagte der CDU-Chef bereits am Dienstag mit Blick auf die stundenlange Sitzung.

Update, 10.30 Uhr - Nach heftiger Kritik: Merkel lädt überraschend zum Sonder-Bund-Länder-Gipfel

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lädt heute zum Blitz-Bund-Länder-Gipfel. Wie mehrere Medien berichten, reagiert das Staatsoberhaupt damit auf die Kritik im Zusammenhang mit dem Knall-Lockdown an Ostern. Um 11 Uhr soll es losgehen. Zur selben Uhrzeit wollte eigentlich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder eine Regierungserklärung im Landtag abgeben.

Was genau bei der Sondersitzung besprochen werden soll, ist derzeit noch unklar.

Livestream der Landtagssitzung:

Update, 9.23 Uhr - Bayerische Polizei befürchtet „Stress-Einsätze“ an Ostern

Nach der Bekanntgabe der „Osterruhe“ und des Knallhart-Lockdowns befürchtet der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Bayern, Jürgen Köhnlein, verstärkte Stress-Einsätze für die Polizisten: „Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir eine aggressivere Gesamtstimmung. Die Leute sind gestresster. Wir als Polizei haben zwar Erfahrungen aus vergangenen Feiertagen, wie Weihnachten oder verschiedenen Lockdown-Wellen, gesammelt, aber wir gehen mit gewissen Befürchtungen in dieses verlängerte Osterwochenende.“

Denn man wisse, dass speziell am Ostersamstag dann ein Run auf die Supermärkte stattfinden werde. Und wenn schönes Wetter sein wird, werden die Leute auch in die Natur gehen wollen. „Und dann haben wir wieder die Problematik der Abstandsregelungen, die wir als Polizeikräfte überprüfen müssen“, so Köhnlein weiter, der bessere Unterstützung der Polizeiarbeit durch die Politik forderte.

Update, 8.16 Uhr - Neueste RKI-Zahlen für die Region

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen in den Städten und Kreisen der Region haben sich im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. Laut neuesten RKI-Daten (Stand: 24. März) meldeten eine gestiegene Inzidenz die Landkreis Altötting (von 98,6 auf 108,5) und der Kreis Mühldorf (von 104,4 auf 106,2). Gesunken sind die 7-Tage-Inzidenzen dagegen im Landkreis Berchtesgadener Land (von 136,9 auf 111,4), im Kreis Rosenheim (von 109,8 auf 103,3), der Stadt Rosenheim (von 149,5 auf 129,0) und dem Landkreis Traunstein (von 144,9 auf 141,0).

In der Region wurden laut RKI zwei weitere Todesfälle gemeldet. Demnach sind je eine Person im Kreis Mühldorf und dem Landkreis Rosenheim verstorben. Nähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort des Verstorbenen gab es bislang nicht.

Update, 6.57 Uhr - Um 11 Uhr live: Söder gibt erneut Regierungserklärung ab

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird sich am Mittwoch im Landtag mit einer Regierungserklärung zur Corona-Politik seines Kabinetts den Abgeordneten stellen und die weitere Pandemie-Politik abstimmen. Die Staatsregierung hatte am Dienstag beschlossen, wegen der über Bayern hinwegrollenden dritten Corona-Welle bis Ostern keine weiteren Lockerungen der Schutzmaßnahmen zu gewähren. Erst nach den Ferien soll es zu kleineren Erleichterungen kommen, etwa beim Handel oder bei der Außengastronomie.

Kritik dürfte im Landtag von den Abgeordneten der Oppositionsparteien zu erwarten sein. Am Dienstag hatte es vor allem aus der Wirtschaft Unzufriedenheit mit den Beschlüssen gegeben. Gastwirte, Einzelhändler und Kulturtreibende hatten auf Lockerungen über Ostern gehofft, um ihr seit Monaten stillstehendes Geschäft wieder in Gang zu bringen.

In Bayern ist wie auch bundesweit die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder stark gestiegen. Am Dienstag wurde eine Sieben-Tage-Inzidenz von 111 pro 100.000 Einwohner ermittelt. Nach Darstellung Söders warnen bereits Intensivmediziner wieder vor überfüllten Intensivstationen, diesmal möglicherweise mit jüngeren Patienten.

rosenheim24.de wird um 11 Uhr wie gewohnt live von der Regierungserklärung berichten.

RKI registriert 15.813 Corona-Neuinfektionen und 248 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 15.813 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 248 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 13 435 Neuinfektionen und 249 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.15 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 108,1 - und damit etwas höher als am Vortag (107,3).

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.690.523 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.445.300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 75.212.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 1,04 (Vortag 1,12). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 104 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

mw/mh/aic/dpa

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