News-Ticker zur Corona-Pandemie

„Wir rennen sehenden Auges ins Verderben“: Mediziner warnen drastisch vor steigenden Zahlen

Ein medizinische Mitarbeiterin behandelt einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation.
+
Ein medizinische Mitarbeiterin behandelt einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Sonntag, 28. März, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 114,9, Landkreis Rosenheim 100,3, Landkreis Traunstein 164,1, Landkreis Berchtesgadener Land 76,5, Landkreis Mühldorf 153,6, Landkreis Altötting 139,0 (Quelle/Stand: RKI, 28. März, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3232, Landkreis Rosenheim 11.632, Traunstein 8371, Berchtesgadener Land 4824, Mühldorf 5159, Altötting 4473 (Quelle/Stand: RKI, 28. März, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 53, Landkreis Rosenheim 428, Traunstein 195, Berchtesgadener Land 98, Mühldorf 131, Altötting 190 (Quelle/Stand: RKI, 28. März, 0 Uhr)
  • Mindestens 75.870 Todesfälle in Deutschland (13.142 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 18.58 Uhr - Mediziner warnen drastisch vor hohen Infektionszahlen

Angesichts immer schneller steigender Corona-Infektionszahlen werden Rufe nach einem härteren Lockdown laut.

Wir rennen sehenden Auges ins Verderben“, warnte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Professor Gernot Marx. „Wir müssen von den hohen Zahlen runter! Jetzt. Augenblicklich.“ Er forderte zwei oder drei Wochen harten Lockdown. „Das wird zahlreiche Menschenleben retten und noch viel mehr vor lebenslangen Langzeitfolgen durch Covid bewahren.“

Auch aus Sicht von Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) muss die Infektionsdynamik dringend abgebremst werden. „Wenn dies nicht zeitnah erfolgt, reicht auch der Ausbau einer effizienten Teststrategie nicht mehr aus, um das Infektionsgeschehen zu stabilisieren. Deutschland droht damit in der letzten Phase der Pandemie und noch vor dem Erreichen eines ausreichenden Impfschutzes eine Überlastung des Gesundheitswesens“, sagte er der „Welt“.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, erklärte, die dritte Welle bedrohe nun vor allem die über 70-Jährigen. „Während bei 80-Jährigen die Todesrate zurückgeht, steigt die Sterblichkeit bei den über 70-Jährigen deutlich. Die Impf-Angebote müssen sich deshalb zunächst auf diese 19 Millionen Senioren konzentrieren“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Update, 17.39 Uhr - 83 Bewerber für 8 Plätze als Modellregionen - Entscheidung steht an

Bei der anstehenden Entscheidung über die bayerischen Modellregionen für Corona-Lockerungen hat die Regierung die Qual der Wahl. Bis zum frühen Sonntagnachmittag lagen dem bayerischen Gesundheitsministerium 83 Interessensbekundungen vor, wie eine Sprecherin auf Nachfrage erklärte. Damit ist die Zahl auch am Wochenende weiter gestiegen. Die Entscheidung soll noch diese Woche fallen.

In den Modellregionen sollen vorsichtige Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen ermöglicht werden. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte zuletzt erklärt, sie sollten zeigen, «wie eine kontrollierte Öffnung bestimmter Lebensbereiche unter Pandemie-Bedingungen möglich ist».

Am Mittwoch hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Landtag den Plan für die Modellregionen in seiner Regierungserklärung erläutert. Er geht zurück auf den Beschluss von Bund und Ländern von Anfang der Woche. Demnach kommen grundsätzlich Städte in Frage, die eine Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner zwischen 100 und 150 haben. Insgesamt soll es acht Modellregionen geben: In jedem Regierungsbezirk eine, in Oberbayern zwei.

Zu den Städten, die bisher Interesse angemeldet haben gehören mit München und Nürnberg auch die beiden größten im Freistaat. München lag am Sonntag allerdings knapp unter der Inzidenz von 100, wenn auch mit klar steigender Tendenz in den vergangenen Tagen. Weitere Orte, deren Interesse bekannt ist, sind unter anderem Würzburg, Coburg, Aschaffenburg, Schweinfurt, Bad Kissingen, Ingolstadt, Günzburg, Bad Füssing, und Lindau. Auch in der Region zeigten unter anderem Rosenheim, Mühldorf, Traunstein und der Landkreis Berchtesgaden großes Interesse.

Update, 16.22 Uhr - Osterferienbeginn: Tausende nach Mallorca - Autobahnen fast frei

Trotz aller Appelle zum Reiseverzicht wegen Corona sind zu Beginn der Osterferien am Wochenende Tausende Urlauber nach Mallorca geflogen. Am Samstag kamen 60 Flugzeuge aus Deutschland in der Inselhauptstadt Palma an, weitere 70 wurden nach Angaben des Flughafens am Sonntag erwartet. Alleine Eurowings schickte mit 44 Fliegern fast vier Mal so viele auf die Lieblingsinsel der Deutschen wie vergangenes Wochenende. Die Autobahnen in Deutschland blieben dagegen ziemlich leer, wie der ADAC mitteilte. Anders als auf Mallorca sind in Deutschland Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze für Touristen geschlossen.

Die Bundesregierung erneuerte ihre Warnung vor Urlaubsreisen angesichts stark steigender Infektionszahlen in Deutschland. „Osterurlaub ist bei den momentanen Entwicklungen schlicht nicht verantwortbar“, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun der „Bild am Sonntag“. Er ließ weiter offen, ob es zu einem Reiseverbot kommen wird, das derzeit im Auftrag des Kanzleramts geprüft wird. Gleichzeitig verteidigte er den umstrittenen Lockdown für das Gastgewerbe in Deutschland. Eine Öffnung verbiete sich in einer Zeit, in der die Infektionszahlen jede Woche um 30 Prozent wüchsen.

Allein Tui brachte knapp 2000 Pauschalurlauber mit 15 Maschinen von fünf deutschen Flughäfen auf die Insel. Da insgesamt pro Flug im Durchschnitt von mehr als 100 Passagieren auszugehen ist, dürfte die Gesamtzahl der am Wochenende in Mallorca landenden deutschen Urlauber bei 120 Flügen über 10 000 liegen.

Im Inland zeigt der harte Gastgewerbe-Lockdown dagegen Wirkung. Der ADAC verzeichnete zum Auftakt der Osterferien in zwölf Bundesländern deutlich weniger Verkehr als in den Vorjahren und nahezu freie Autobahnen. Aufgrund der „unklaren Situation und der Corona-Beschränkungen! seien Reisen und Besuche am Wochenende größtenteils weggefallen, teilte eine ADAC-Sprecherin am Sonntag mit. Lediglich an der Grenze zu Österreich habe sich der Verkehr leicht gestaut mit bis zu 30 Minuten Wartezeit.

Auch im Bahnverkehr war am Wochenende nichts von Osterferien zu spüren. „Der Reiseverkehr liegt derzeit im Fernverkehr auf dem niedrigen Niveau der letzten Wochen“, sagte eine Bahnsprecherin am Sonntag.

Update, 16 Uhr - Gesundheitsamt Mühldorf meldet 41 neue Fälle

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Mühldorf wurden jetzt 41 neue bestätigte Corona-Fälle gemeldet (Stand: 28. März, 0 Uhr). Aufgrund eines positiven Falles ist eine Gruppe der Kinderkrippe „Isenzwergerl“ in Ampfing unter Quarantäne. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Mühldorf insgesamt 287 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 153,6. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 287 aktive Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zum Stichzeitpunkt laut RKI bei 153,6.

Update, 14.54 Uhr - Söder kritisiert andere Bundesländer: Ernst der Lage nicht verstanden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisiert die Corona-Politik seiner Kollegen. „Die Corona-Lage spitzt sich zu, einige Länder haben den Ernst der Lage leider noch nicht verstanden“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ (Montagsausgabe). Zur zuletzt aufgekommenen Debatte um mögliche neue Gespräche zwischen Bund und Ländern zu Corona-Maßnahmen sagte er: „Es braucht nicht ständig neue Gespräche, sondern die konsequente Umsetzung der Notbremse.“

Söder forderte, dass die Notbremse überall in Deutschland bei einer Inzidenz über 100 automatisch greifen müsse. „Der Flickenteppich in der Corona-Bekämpfung muss beendet werden, dazu gehören Ausgangsbeschränkungen wie in Bayern und Baden-Württemberg“, betonte er. „Die braucht es jetzt in allen Städten und Landkreisen in Deutschland bei einer Inzidenz über 100.“

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte am Samstag für Anfang der Woche weitere Gespräche zwischen Bund und Ländern über einen harten Lockdown in Aussicht gestellt, allerdings nicht unbedingt im großen Format. „Wir müssen das auch mit anderen Ländern vorbesprechen, mit dem Bundeskanzleramt. Wir sehen halt, die Zahlen rasen förmlich hoch“, sagte Kretschmann er am Samstagabend in Stuttgart. Bei den Gesprächen am Montag und Dienstag müsse man „zu Klarheit kommen“.

Update, 13.33 Uhr - Polizei räumt „Feier-Hotspots“ in München

Am späten Freitagabend, 26. März, stellten Beamte der Münchner Polizei an mehreren Örtlichkeiten in der Landeshauptstadt größere Personenansammlungen fest. Dabei wurden meist Abstände nicht eingehalten, keine Maske getragen und außerdem reichlich Alkohol konsumiert. Unter anderem hatten sich etwa 500 Personen am Wedekindplatz im Stadtteil Schwabing versammelt, woraufhin dieser Platz von der Polizei geräumt wurde. In der Türkenstraße wurden bis zu 250 Personen festgestellt. Auch diese verbotene Ansammlung wurde von den Beamten aufgelöst.

Im Bereich des Geschwister-Scholl-Platzes und auch beim Monopteros im Englischen Garten gab es ebenfalls Ansammlungen, die am späteren Abend geräumt werden mussten. Am Gärtnerplatz waren gegen Mitternacht immer noch um die 100 Personen anwesend. Dort wurden auch deutliche Alkoholisierungen einzelner Personen festgestellt. Auch dieser Platz wurde geräumt. Die betroffenen Personen waren von den Räumungen und Platzverweisen vielerorts nicht sonderlich „begeistert“, weshalb die eingesetzten Beamten teilweise viel Überzeugungsarbeiten leisten mussten, um die getroffenen Maßnahmen durchzusetzen.

Update, 12.30 Uhr - Erneut zahlreiche Corona-Partys in der Region

Nachdem es bereits in der Nacht zuvor in der Region zahlreiche Polizeieinsätze wegen verbotener Corona-Partys gegeben hatte, ging es in der Nacht auf Sonntag ganz ähnlich weiter. Die Beamten mussten erneut zahlreiche Privatfeiern auflösen und zahlreiche Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz fertigen. Zudem gab es auch Verstöße gegen die nächtliche Ausgangssperre. Die „Highlights“ im Überblick:

  • Zehn Personen aus sieben Haushalten feiern in Marktl/Inn: Nach einer Mitteilung über eine Feier mit mehreren Personen an einem Anwesen in Marktl (Landkreis Altötting), traf die Polizei dort gegen 21 Uhr zehn Personen an. Sie stammten aus sieben verschiedenen Hausständen, saßen beisammen und feierten. Die Zusammenkunft wurde von der Polizei beendet, die Personalien wurden aufgenommen und Anzeigen gefertigt.
  • Nachbarn alarmieren Polizei wegen Lärm in Rott am Inn: Nachdem sich Nachbarn bei der Polizei beschwert hatten, überprüften mehrere Streifenwagenbesatzungen bereits am Freitagabend ein Anwesen in Rott am Inn (Landkreis Rosenheim). Letztlich wurden sechs Personen festgestellt, gegen die Platzverweise ausgesprochen und Anzeigen erstellt wurden. Aufgrund der Feststellungen vor Ort vermutet die Polizei, dass weitere Gäste die Örtlichkeit kurz zuvor bereits verlassen hatten.
  • Privatparty in Schechen aufgelöst: Am Samstagabend löste die Polizei gegen 22 Uhr eine Privatfeier in Schechen (Landkreis Rosenheim) auf. Nachbarn hatten sich zuvor bei der Polizei beschwert. Gegen insgesamt zehn Personen wurden Anzeigen nach dem Infektionsschutzgesetz erstattet.
  • Lascher „Wirt“ hält Vorschriften nicht ein: Nach einem Hinweis überprüfte die Polizei am Samstagabend gegen 20 Uhr in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) einen gastronomischen Betrieb. Weil vor Ort festgestellt wurde, dass weder das Personal noch wartende Kunden die Infektionsschutzbestimmungen eingehalten hatten, wurden Platzverweise ausgesprochen und Anzeigen aufgenommen.
  • 14 Personen feiern in Privatwohnung: Wegen der Mitteilung über eine Ruhestörung war die Polizei am Sonntagmorgen gegen 3.30 Uhr zu einem Wohnanwesen in Schongau gefahren. Gegen 14 Personen, die dort verbotswidrig in einer Privatwohnung gefeiert hatten, wurden Anzeigen erstattet. Die Party wurde aufgelöst.

Update, 11.51 Uhr - Anonymer Anrufer „petzt“ Corona-Party bei Kufstein

Zu einem corona-bedingten Einsatz musste die Polizei am Samstagabend, 27. März, im Tiroler Bezirk Kufstein ausrücken. Gegen 20.15 Uhr hatte ein anonymer Anrufer eine Scheunen- bzw. Garagenparty in Radfeld gemeldet. Dort würden mehrere Personen zusammensitzen und feiern, hieß es. Als eine Streife der Polizei Kramsach am „Tatort“ eintraf, konnten die Beamten insgesamt elf Personen antreffen, welche ohne Maske und Mindestabstand ausgelassen feierten. Die Party wurde durch die Beamten sofort beendet. Zudem bekamen alle Partygäste entsprechende Anzeigen.

Update, 10.55 Uhr - „Versteckspiel“ bei Corona-Party in Rosenheim eskaliert

Am Samstagabend, 27. März, erreichten die Polizei gegen 22.45 Uhr Beschwerden, wonach Bewohner eines Hauses in der Loisachstraße im Rosenheimer Stadtteil Happing sehr laut seien, herumschreien würden und die Musik voll aufgedreht hätten. Als die Beamten vor Ort eintrafen, konnten sie in der Wohnung zunächst drei Personen antreffen, die an einem Tisch saßen. Auf dem Balkon sahen die Einsatzkräfte dann vier weitere Personen, die sich dort geduckt den Blicken der Beamten zu entziehen versuchten. Der Grund für das „Versteckspiel“ wurde schnell klar: Die „Partygäste“ stammten alle aus unterschiedlichen Haushalten, was nach dem Infektionsschutzgesetz derzeit untersagt ist. Als die Beamten die Daten der Anwesenden erheben wollten (allesamt Bürger der Stadt Rosenheim im Alter zwischen 17 und 31 Jahren), weigerte sich ein Mann, seinen Namen zu nennen.

Dabei wurde die Stimmung immer aggressiver. Plötzlich ging es richtig rund: Ohne „Vorwarnung“ versuchte der 18-Jährige mit den Fäusten auf zwei Polizeibeamte einzuschlagen. Die Polizisten konnten ausweichen und blieben unverletzt. Der Angreifer wurde daraufhin gefesselt, was wiederum den anderen Anwesenden nicht passte. Diese gingen die Beamten nun ebenfalls körperlich und massiv beleidigend an und zerrten an ihrem Bekannten, um die Polizei an der Durchsetzung der Maßnahmen zu hindern. 

Nachdem die Verstärkung der Polizei eingetroffen war, konnte die Situation beruhigt werden. Der 18-jährige Randalierer wurde anschließend zur Dienststelle verbracht, wo eine erhebliche Alkoholisierung festgestellt wurde. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte eingeleitet. Gegen drei weitere Personen, eine 18-Jährige, einen 31- bzw. 23-jährigen Rosenheimer, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Beleidigung eingeleitet. Die Polizei dokumentierte die Vorfälle mittels mitgeführter BodyCam.

Update, 10 Uhr - Forderung nach nächstem harten Lockdown wird lauter

Angesichts der weiter stark steigenden 7-Tage-Inzidenz in Deutschland mehren sich die Stimmen das Land noch einmal rasch in einen harten bundesweiten Lockdown zu schicken. Möglicherweise gibt es deswegen sogar noch einen vorgezogenen Bund-Länder-Gipfel vor Ostern. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stellte deswegen für Anfang der Woche weitere Gespräche in Aussicht: „Erstmal überlegen wir alle solche Sachen. (...) Wir müssen das auch mit anderen Ländern vorbesprechen, mit dem Bundeskanzleramt. Wir sehen halt, die Zahlen rasen förmlich hoch.“ Kretschmann forderte zugleich einheitliche Regeln für das ganze Land.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schlug im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung der Bundesregierung in eine ähnliche Kerbe: „Wenn wir die Zahlen nehmen, auch die Entwicklungen heute, brauchen wir eigentlich noch mal zehn, 14 Tage mindestens richtiges Runterfahren unserer Kontakte, unserer Mobilität.“ 

Und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) glaubt gar, dass man sich derzeit „in der gefährlichsten Phase der Pandemie“ befinde. Man müsse verhindern, dass immer mehr Mutationen entstünden, die gegen den Impfstoff immun sein könnten. Was Urlaubsreisen angeht, ist der Kanzleramtschef ebenfalls kritisch. Während ein Teil der Deutschen bereits vergangene Woche die ersten erlaubten Flieger nach Mallorca bestiegen, glaubt Braun nicht an einen fröhlichen Reise-Sommer, so wie er im Jahr 2020 nach dem ersten Lockdown stattgefunden hat: „Ich halte es für realistisch, dass im August Reisen wieder möglich sind.“

Update, 9.25 Uhr - Inzidenzen in Region steigen größtenteils weiter

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen sind in den Städten und Kreisen der Region im Vergleich zum Vortag größtenteils weiter angestiegen. Lediglich der Landkreis Rosenheim meldete eine von 105,6 auf 100,3 leicht sinkende Inzidenz. Allerdings bleibt der Wert über der kritischen 100er-Marke. Die Stadt Rosenheim (von 110,1 auf 114,9) sowie die Kreise Traunstein (von 159,6 auf 164,1), Mühldorf (von 129,5 auf 153,6) und Altötting (von 128,2 auf 139,0) meldeten dagegen steigende Zahlen.

Auch im Landkreis Berchtesgadener Land stieg der Wert im Vergleich zum Vortag minimal von 75,5 auf 76,5. Da der Kreis jedoch nun den dritten Tag in Folge unter der 100er-Grenze lag, können dort ab Montag, 0 Uhr, umfangreiche Lockerungen in Kraft treten. Weitere Todesfälle aus der Region wurden glücklicherweise nicht gemeldet.

Update, 8.28 Uhr - Diese Regeln gelten ab Montag im BGL

Im Landkreis Berchtesgadener Land lag die Sieben-Tages-Inzidenz am Sonntag, 28. März, den dritten Tag hintereinander unter 100. Deswegen können gemäß der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (12. BayIfSMV) ab Montag, 29. März, 0 Uhr, umfangreiche Lockerungen in Kraft treten. Das Landratsamt hat bereits reagiert und eine entsprechende Pressemitteilung verschickt. Darin sind folgende Lockerungen aufgeführt:

  • Ausgangssperre: Die Ausgangsperre von 22 Uhr bis 5 Uhr wird aufgehoben
  • Private Kontakte: Erlaubt sind ab sofort wieder bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten, Kinder unter 14 werden nicht mitgezählt.
  • Einzelhandel: Mit vorheriger Anmeldung darf sich ein Kunde je angefangene 40 m² im Geschäft aufhalten. Eine Erhebung der Kontaktdaten ist notwendig.
  • Museen, Galerien, Zoos, botanische Gärten, Gedenkstätten: Ein Besuch ist mit vorheriger Terminbuchung sowie Kontaktdatenerhebung (zwingend erforderlich) möglich.
  • Kontaktfreier Individualsport: Erlaubt sind maximal fünf Personen aus zwei Haushalten und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren im Außenbereich auch auf Außensportanlagen.

Update, 8 Uhr - Inzidenz drei Tage unter 100: Lockerungen im BGL

Das sind sehr erfreuliche Nachrichten: Da die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Berchtesgadener Land nun den dritten Tag in Folge unter der kritischen 100er-Marke lag (am Sonntag, 0 Uhr, bei 76,5), treten dort ab Montag, 29. März, 0 Uhr, umfangreiche Lockerungen für die Bürger in Kraft. Wie das Landratsamt soeben mitteilte, wird dann die nächtliche Ausgangssperre (bisher 22 Uhr bis 5 Uhr) aufgehoben. Außerdem sind wieder mehr private Kontakte möglich. Zudem darf auch der Einzelhandel unter strengen Auflagen öffnen.

*Weitere Informationen folgen in Kürze!*

RKI meldet über 17.000 neue Fälle - Inzidenz steigt weiter

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem zuständigen Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt 17.176 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 90 neue Todesfälle verzeichnet (Stand: 28. März, 0 Uhr). Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Sonntag weiter auf 129,7. Am Samstag hatte der Inzidenzwert bundesweit bei 124,9 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gelegen und am Sonntag vergangener Woche noch bei 103,9 (News-Ticker Samstag, 27. März).

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.772.401 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 2.484.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 75.870. In Bayern kamen zehn weitere Todesfälle hinzu (gesamt nun 13.142).

mw/mz/dpa

Kommentare