Lokale Politiker zum Rücktritt von zu Guttenberg

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Rosenheim - Der Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister hat auch bei lokalen Politikern für Reaktionen gesorgt. Wir haben unter anderen die Bundestagsabgeordneten Angelika Graf (SPD), Daniela Ludwig (CSU), Stephan Mayer (CSU) und Bärbel Kofler (SPD) erreicht. 

Klaus Stöttner, Rosenheimer CSU-Landtagsabgeordneter und Guttenberg-Unterstützer: "Er hat aus meiner Sicht sehr konsequent und verantwortungsbewusst gehandelt. Die Angriffe auf ihn hatte ja nichts mehr mit seiner Politik zu tun. Ich finde es deshalb sehr respektabel, dass er sein Ministerium jetzt so geordnet übergibt. Für seine Nachfolge als Verteidigungsminister wird jetzt Peter Ramsauer gehandelt. Er könnte zu Guttenberg beerben. Als Verkehrsminister käme dann zum Beispiel CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich in Frage."

Hinweis der Redaktion: Peter Ramsauer hat einer Guttenberg-Nachfolge inzwischen eine Absage erteilt

Angelika Graf, Rosenheimer SPD-Bundestagsabgeordnete und Guttenberg-Kritikerin: "Der Druck auf ihn war jetzt einfach zu groß. In der Dissertations-Affäre ging es ja um die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft an sich. Viele Gespräche mit Unions-Kollegen und deren öffentliche Äußerungen haben mir gezeigt, wie kritisch die Sache auch innerhalb von CDU/CSU gesehen wurde. Ob zu Guttenberg der gute Minister war, für den ihn viele halten, muss sich jetzt erst in der Rückschau zeigen. Er hat eine Reform hinterlassen, deren Kosten er nicht mit dem Finanzminister besprochen hatte. Das ist eigentlich keine gute Arbeit. Ich gehe davon aus, dass es bezüglich Guttenbergs Nachfolge jetzt zu einer Personal-Rochade innerhalb der Regierung  kommen wird."   

Daniela Ludwig, Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete und Guttenberg-Unterstützerin: "Guttenbergs Entscheidung ist für ihn persönlich und politisch bitter. Aber ich kann sie nachvollziehen, sie ist im Sinne seiner Familie und seiner Person. Traurig ist sie trotzdem. Wir verlieren einen fähigen Minister und Politiker-Kollegen. Guttenberg wird sich wohl auch aus seinen Parteiämtern zurückziehen. Seine Bundestagsmandat sollte er jedoch behalten. Er wurde ja mit überwältigendem Ergebnis gewählt. Wer sein Nachfolger wird? Ich weiß keine Namen. Sicher ist nur, er wird aus der CSU kommen. An fähigem Personal für diese Position mangelt es jedenfalls nicht."

Stephan Mayer, CSU-Bundestagsabgeordneter für Altötting/Mühldorf: "Ich bedaure den Rücktritt meines Freundes Karl-Theodor zu Guttenberg vom Amt des Bundesverteidigungsministers. Für diesen Schritt habe ich angesichts der wochenlangen Hetzkampagnen allerdings volles Verständnis. Traurig bin ich darüber, dass ich im Deutschen Bundestag nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten kann. Den persönlichen Kontakt werde ich allerdings weiter pflegen und fest zu ihm stehen. Guttenberg hat in den ihm anvertrauten Funktionen nicht nur geredet, sondern auch entsprechend gehandelt. Für ihn stand der Mensch im Mittelpunkt. Dies hat jeder gespürt, der ihn persönlich erlebt hat, u.a. bei den beiden Großveranstaltungen, die ich mit ihm organisieren durfte. Ich würde mir wünschen, dass der heutige Schritt nicht das Ende des Politikers Guttenberg ist und ein Comeback möglich wird."

Bärbel Kofler, SPD-Bundestagsabgeordnete Traunstein/Berchtesgadener Land: „Der Rücktritt kam zu spät und erst als Herr zu Guttenberg keine andere Wahl mehr hatte: Zu Guttenberg hat gravierende wissenschaftliche Fehler gemacht und sich mit einem Titel geschmückt, der unlauter erworben war. Damit hat er nicht nur die Integrität der deutschen Wissenschaft, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Politik ernsthaft gefährdet. Merkel hat versucht, zu Guttenberg aufzuspalten in den versagenden Wissenschaftler und den guten Politiker, aber es hat sich gezeigt, dass die Menschen in Deutschland sehr wohl sehen, dass es hier um die allgemeine Glaubwürdigkeit eines Ministers ging. Bei einer Promotion nicht sauber zu arbeiten, sondern die Gedanken anderer zu seinen zu erklären, ist keine kleine Mogelei, sondern Diebstahl geistigen Eigentums anderer. Jeder, der selber promoviert hat oder Menschen kennt, die sich dieser Aufgabe stellen, weiß wie viel Kraft, Sorgfalt und persönlicher Einsatz nötig sind, um diese Leistung zu erbringen. Für diese Menschen ist es wichtig, dass ihre Leistungen nicht an Wert verlieren. Herrn zu Guttenberg haftet der Makel an, in Krisenzeiten nicht ehrlich und mutig seinen Mann gestanden zu haben. Er hat in den vergangenen Tagen seine eigenen Anspruch an Ehre und Anstand Lügen gestraft. Es war unverantwortlich von ihm, so lange seine Popularität dafür zu benutzen, an seinem Amt festzuhalten, obwohl ihm seine Fehler klar waren. “

Rubriklistenbild: © fkn

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