Streiks: "Angebot ist eine Provokation"

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Landkreis - Bahnreisende müssen heute wieder mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat erneut zu einem Warnstreik aufgerufen.

Züge im Fern- und Regionalverkehr sollen zwischen 8.30 und 11.30 Uhr stillstehen. Die Gewerkschaft will einheitliche Tarifbedingungen für die Lokführer durchsetzen. Der heutige Warnstreik soll der letzte vor der Urabstimmung über unbefristete Streiks sein, die an diesem Montag mit der Auszählung abgeschlossen wird.

Die Deutsche Bahn veröffentlicht auf ihrer Homepage die aktuellen Verpätungsmeldungen und hat eine kostenlose Telefonhotline eingerichtet: 08000 / 996633.

Wie der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky der Nachrichtenagentur dapd am Donnerstag sagte, soll der Streik drei Stunden dauern. Die Arbeitsniederlegung von 08.30 bis 11.30 Uhr sei eine Antwort auf ein Angebot der Arbeitgeber, “das unter dem liegt, was die Lokführer bereits haben“. Es ist der dritte Warnstreik der GDL im laufenden Streit über einen einheitlichen Rahmentarifvertrag für Lokführer. Bestreikt werden erneut die Deutsche Bahn und sechs Privatbahnen.

Lokführer-Streik: "Dieses Angebot ist eine Provokation"

“Man hat fast das Gefühl, sie wollten diesen Arbeitskampf am heutigen Tage provozieren, zu Lasten der Kunden“, sagte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Sven Grünwoldt am Freitag im ARD-Morgenmagazin. Am Vormittag von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr wollen die Lokführer den Gleisverkehr erneut mit einem Warnstreik bundesweit lahmlegen.

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Der GDL geht es vor allem um einen einheitlichen Tarifstandard für alle 26 000 Lokführer in Deutschland. Dabei soll das hohe Niveau der Deutschen Bahn (DB) die Messlatte sein - und der Marktführer zeigt sich auch verhandlungsbereit. Mit der DB-Konkurrenz - darunter die sechs großen Unternehmen Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn - gab es aber bisher keine Annäherung. Der erneute Warnstreik trifft vor allem die gesprächsbereite DB. Sie sieht den Arbeitskampf auf ihrem Rücken ausgetragen.

Nach Grünwoldts Worten ist das bisherige Arbeitgeber-Angebot völlig inakzeptabel und der Warnstreik daher unvermeidlich. Es liege “mehr als 100 Euro monatlich unter dem heute bestehenden Entgelt bei der DB“, auch fehle das DB-Weihnachtsgeld. “Dieses Angebot der Arbeitgeberseite (...) ist für uns und unsere Mitglieder eine absolute Provokation“, sagte Grünwoldt. Die DB zahlt Lokführern im Schnitt 2700 Euro Brutto plus monatliche Zulagen und Weihnachtsgeld. Bei ihrer Konkurrenz gibt es teils erheblich weniger Geld.

Bei der GDL läuft derzeit eine Urabstimmung über unbefristete Streiks. Das Ergebnis wird am Montag bekanntgegeben. Nach dem am Freitag soll es bis dahin keinen weiteren Ausstand geben. Grünwoldt betonte: “Wir sind jederzeit bereit zu verhandeln. Das bedingt aber verhandlungsfähige, ernst gemeinte und zwar verbesserte Angebote. Dann kommen wir sofort an den Verhandlungstisch zurück.“

dapd/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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