Tradition vs. Sicherheit

Maibaumaufstellen per Hand oder mit dem Kran? 

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Maibaumaufstellen durch Muskelkraft
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Landkreis - Vor allem in Bayern wird der Brauch des Maibaumaufstellens gepflegt. Diese Zeremonie findet am letzten Tag des April, am 1. Mai oder an Pfingsten statt und hat eine lange Tradition. Meist wird er mit Muskelkraft aufgestellt, aber vielerorts mittlerweile schon mit einem Kran. Ist das noch traditionell?

Sie dienten als Zeichen des wiederkehrenden Frühlings, waren aber auch Symbol für Fruchtbarkeit. Der Brauch, einen geschälten und mit Kränzen und Bändern geschmückten Baum zum 1. Mai aufzustellen, entwickelte sich im 16. Jahrhundert in Deutschland. Als heidnischer Kult wurde dies dann im Christentum verboten.

Die Herkunft des Maibaums und dessen Brauchtum ist aber umstritten. Vermutlich liegt sein Ursprung bereits bei den alten Germanen und deren Verehrung diverser Waldgottheiten. Wie mit vielen heidnischen Bräuchen geschehen, vermischte sich beim Maibaum im Laufe der Jahrhunderte heidnisches mit christlichem Brauchtum

Die heutige Form des Maibaums (hohe Form mit belassener grüner Spitze und Kranz) ist also seit dem 16. Jahrhundert überliefert. Ab dem 19. Jahrhundert kam er dann auch als Ortsmaibaum für die selbstständigen Gemeinden (zum Zeichen ihres Selbstbewusstseins) auf. Im Laufe der Zeit ist aber ein stark lokales Brauchtum entstanden, welches sich oft schon von Dorf zu Dorf erheblich unterscheidet.

Maibaum nur mit Muskelkraft aufstellen?

Traditionell wird der Baum verbunden mit einem Fest von starken Männern per Hand aufgestellt. Doch manchmal muss ein Kran helfen, was einigen unserer Leser nicht gefällt. "Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Aktion eher peinlich, feige oder traurig finden soll", schreibt jemand in einem Kommentar unter unserem Maibaumübersichtsartikel. Dabei ist das traditioinelle aufstellen mit Muskelkraft mancherorts einfach nicht mehr möglich oder auch gar nicht mehr erlaubt. In München ist das Aufstellen des Maibaums nur mit einem Kran erlaubt. 

Das Aufstellen per Hand jst auch keine ungefährliche Angelegenheit. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu schweren Unfällen, die in einzelnen Fällen sogar tödlich endeten.

Der Maibaum ist eine "gefahrenträchtige Einrichtung", sagt die Versicherungskammer Bayern. Nur wenn das Aufstellen des Maibaums im Auftrag der Gemeinde geschieht, stehen die beteiligten Personen unter dem Schutz der gesetzlichen Unfall- und der kommunalen Haftpflichtversicherung. Stellen Vereine das Stangerl in Eigenregie auf, dann tun sie das auf eigenes Risiko.

Hier werden in unseren Landkreisen überall Maibäume aufgestellt

Maibaumaufstellen in Roßholzen

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