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Mann (50) stirbt nach OP - Haftstrafen für Ärzte?

Kempten - Im Kemptener Prozess um eine tödliche Transplantation hat die Staatsanwaltschaft Haftstrafen für die zwei angeklagten Ärzte gefordert. Es gibt genügend Gründe, warum der Forderung stattgegeben werden könnte.

Im Kemptener Prozess um eine tödliche Transplantation hat die Staatsanwaltschaft am Montag Haftstrafen für die zwei angeklagten Ärzte gefordert. „Beide Ärzte kannten die Risiken des hochexperimentellen Verfahrens. Beide wussten, dass es tödlich ausgehen kann“, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Kempten. Die Verteidiger forderten für beide Angeklagten Freispruch.

Die 50 und 62 Jahre alten Mediziner müssen sich seit November wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht verantworten. Sie werden beschuldigt, den Tod eines 50 Jahre alten Mannes verursacht zu haben. Für den ehemaligen Chefarzt der Chirurgie im Lindauer Krankenhaus forderte die Staatsanwaltschaft drei Jahre und neun Monate Haft, für den zweiten Arzt, der den Mann operiert hat, drei Jahre Haft sowie für beide ein zweijähriges Berufsverbot.

Der Patient starb 2006 nach einer Leberzelltransplantation, die nach Auffassung der Staatsanwaltschaft im Rahmen einer medizinischen Studie für eine neue Behandlungsmethode stattfand. „Hier haben sich zwei Mediziner am Menschen versucht“, sagte die Staatsanwältin. Der Mann, der an Leberzirrhose litt, sei über die Erfolgsaussichten des Eingriffs getäuscht worden. Ihm sei vermittelt worden, dass die Behandlungsmethode bereits ausgereift und ein anerkanntes Verfahren ist. Die Einwilligung des Patienten in die Operation sei daher unwirksam.

Die Anwältin des ehemaligen Chefarztes bezeichnete die Vorwürfe und Anträge der Anklagebehörde als „starken Tobak“. Es sei nicht bewiesen, dass die Leberzelltransplantation zum Tod des Patienten führte. Zudem blieben Zweifel, wie sich der Patient entschieden hätte, wenn er weitere Informationen über das Verfahren gehabt hätte. „Der Eingriff war ein letzter Rettungsanker für den Patienten“, sagte der Verteidiger des operierenden Arztes. Beide Mediziner brachten in ihrem Schlusswort zum Teil unter Tränen ihr Bedauern über den Tod des Patienten zum Ausdruck. Das Urteil soll am 18. Januar gesprochen werden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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