Möglicher Zusammenhang mit Anschlagsserie in Waldkraiburg

25-Jähriger "dringend tatverdächtig" - Hatte er Drogen und Sprengstoff im Gepäck?

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Am Bahnhof Mühldorf, in Waldkraiburg und in Garching an der Alz kam es zu Großeinsätzen der Polizei und Evakuierungen.

Mühldorf - Am Freitagabend, 8. Mai, wurde ein 25-jähriger Mann am Bahnhof Mühldorf durch Bundespolizisten kontrolliert. Im Rahmen der Kontrolle stießen die Beamten auf mögliche Explosivstoffe im Gepäck des Mannes. Der Großeinsatz weitete sich kurz darauf auch noch auf andere Örtlichkeiten aus.

Update, 21.24 Uhr: Verdächtiger hatte angeblich auch Drogen dabei

Nach einem Bericht der Bild hatte der festgenommene 25-Jährige neben Rohrbomben auch eine geringe Menge Marihuana bei sich. Außerdem soll der Mann von sich aus der Polizei verraten haben, dass in seiner Wohnung und einer Tiefgarage Sprengstoff gelagert sei, so die Informationen der Bild-Zeitung.

Genaue Details will das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, zusammen mit der Generalstaatsanwaltschaft München, am Sonntag, dem 10. Mai, in einer virtuellen Pressekonferenz mitteilen. Die Pressekonferenz wird auf innsalzach24.de ab 11 Uhr im Livestream übertragen. Am 10. Mai gab die Polizei schließlich bekannt, dass der Täter ein Anhänger des Islamischen Staats (IS) ist und mit Bomben und Sprengstoff weitere Anschläge in Waldkraiburg plante.

Update, 16.24 Uhr: Haftbefehl gegen 25-Jährigen erlassen

Gegen den 25-Jährigen wurde inzwischen ein Haftbefehl erlassen. Der Mann sei "dringend tatverdächtig", so die Polizei in einer Pressemitteilung. Weitere Informationen will die Polizei zusammen mit der Generalstaatsanwaltschaft München auf einer Pressekonferenz am Sonntagvormittag (10. Mai) bekannt geben.

Neben dem leitenden Staatsanwalt und Polizeipräsident Robert Kopp wird auch der Leiter der SOKO "Prager" an dem Pressegespräch teilnehmen. Es  stellt sich die Frage, ob der Mann für die Anschlagsserie in Waldkraiburg verantwortlich ist.

Nach Informationen aus Ermittlerkreisen wird deshalb unter anderem wegen Sachbeschädigung, Brandstiftung und versuchten Mordes ermittelt, wie die dpa berichtet.

Update, 14.39 Uhr: Hatte der 25-Jährige Rohrbomben im Gepäck?

Laut Medienberichten wurden bei dem 25-jährigen Mann 20 Rohrbomben gefunden, die er zum Zeitpunkt seiner Festnahme angeblich in einer Tasche mit sich führte. 

Weiter wird behauptet, bei dem festgenommenen Mann handele es "mit hoher Wahrscheinlichkeit" um den gesuchten Täter, der für die Anschläge in Waldkraiburg verantwortlich ist. Der Mann soll kurdischer Abstammung sein. 

Diese Behauptungen wollte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf Nachfrage von innsalzach24.de weder bestätigen noch dementieren.

Update, 12.30 Uhr - Pressemeldung Polizei

Die Pressemeldung im Wortlaut:

In den Abendstunden des Freitags, 8. Mai, wurde ein 25-jähriger Mann am Bahnhof Mühldorf am Inn durch Bundespolizisten kontrolliert. Im Rahmen der Kontrolle stießen die Beamten auf mögliche Explosivstoffe im Gepäck des Mannes. Der Bahnhof wurde weiträumig abgesperrt. In der Folge kam es auch in Garching an der Alz und in Waldkraiburg zu weiträumigen Absperrungen und Evakuierungen. 

Nach bisherigem Sachstand wurde am Abend des Freitags ein 25- jähriger Mann durch Beamte des Bundespolizeireviers Mühldorf am Inn am örtlichen Bahnhof einer Kontrolle unterzogen, da er zuvor ohne gültigen Fahrschein gereist war. Im Rahmen dieser Maßnahme ergaben sich Hinweise auf mögliche Explosivstoffe im Gepäck des Reisenden. Der Bahnhof in Mühldorf am Inn wurde daraufhin durch Einsatzkräfte verschiedener Dienststellen der Bundespolizei sowie des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd mit Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei sowie des Polizeipräsidiums München weiträumig abgesperrt. Der Notfallmanager der Deutschen Bahn AG war ebenfalls im Einsatz. Die Maßnahmen sind mittlerweile beendet. 

Damit zusammenhängend ergaben sich Hinweise auf weitere möglicherweise gefährliche Gegenstände in je einem Wohnhaus in Waldkraiburg und Garching an der Alz. Hier sind derzeit eine Vielzahl von Einsatzkräften einschließlich des Bayerischen Landeskriminalamts vor Ort und überprüfen die Sachlage. Um Gefahren für die jeweils in unmittelbarer Nähe der Objekte wohnende Bevölkerung auszuschließen, werden diese vorsorglich evakuiert und betreut

Derzeit wird geprüft, ob zwischen dem 25-jährigen Mann und den Ermittlungen der SOKO „Prager“ ein Zusammenhang besteht. Bei neuen Erkenntnissen wird nachberichtet.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Update, 10.45 Uhr - Wohnblock in Waldkraiburg evakuiert

Ausgangspunkt der ganzen Einsatzserie war der Bahnhof in Mühldorf, der großräumig abgesperrt wurde, nachdem bei dem Verdächtigen mögliche "Explosivstoffe" entdeckt worden waren.

Großeinsatz der Polizei am Bahnhof Mühldorf

 © fib/Eß
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In Waldkraiburg musste dann im weiteren Verlauf der Nacht ein ganzer Wohnblock evakuiert werden. Die Bewohner durften nach Angaben von vor Ort erst nach einigen Stunden wieder zurück in ihre Wohnungen.

Wohnblock evakuiert - Großeinsatz in Waldkraiburg

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Update, 9.52 Uhr - Sprengstoff in der Tiefgarage?

Auch in Garching/Alz musste ein größeres Wohnhaus geräumt werden. Auch hier wurden gefährliche Stoffe, möglicherweise Sprengstoff, vermutet. Möglicherweise sollen derartige Stoffe in einem Auto in der dortigen Tiefgarage gelagert gewesen sein. Die Garage wurde ebenfalls von Spezialkräften durchsucht.

Großeinsatz der Polizei in Garching/Alz wegen explosiver Stoffe

 © fib/Eß
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Update, 8.40 Uhr - SEK holt Bewohner aus den Betten

Wie von vor Ort gemeldet wurde, musste bei der großen Einsatzserie in den frühen Morgenstunden in Waldkraiburg ein ganzer Wohnblock evakuiert werden. Mehrere User berichteten gegenüber innsalzach24.de übereinstimmend, dass sie zwischen 3 und 4 Uhr morgens von einem Sondereinsatzkommando (SEK) aus dem Haus geholt und zur örtlichen Feuerwehr gebracht worden seien.

Die Erstmeldung:

Der 25-jährige Mann war nach Polizeiangaben kontrolliert worden, weil er zuvor ohne gültige Fahrkarte unterwegs gewesen sein soll. Bei der Durchsuchung wurden dann mögliche "Explosivstoffe" in seinem Gepäck gefunden. Um welche Stoffe es sich genau handelte, gab das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Samstagmorgen nicht bekannt. Der Bahnhof wurde daraufhin großräumig abgesperrt. Dabei waren Beamte verschiedener Dienststellen der Bundespolizei sowie des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, des Polizeipräsidiums München und der Bereitschaftspolizei im Einsatz. Ein Notfallmanager der Bahn waren ebenfalls vor Ort. 

Wenig später gab es diesbezüglich dann auch große Aufregung in Waldkraiburg und Garching an der Alz (Landkreis Altötting). Es hatten sich laut Polizei im weiteren Verlauf der Ermittlungen Hinweise ergeben, dass in je einem Wohnhaus in beiden Orten ebenfalls möglicherweise gefährliche Gegenstände gelagert sein könnten. Daraufhin gab es auch dort größere Polizeieinsätze. Auch Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes wurden hinzugezogen. Zudem wurden die in der Umgebung der betroffenen Objekte liegenden Häuser aus Sicherheitsgründen evakuiert. Die betroffenen Menschen wurden versorgt und betreut.

Ob die Vorfälle möglicherweise in Zusammenhang mit der mutmaßlichen Anschlagsserie in Waldkraiburg auf Geschäfte von türkischstämmigen Besitzern stehen, wollte die Polizei zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen. Dies soll nun gegebenenfalls von der SOKO "Prager", die nach den Vorfällen in Waldkraiburg eigens eingerichtet worden, ermittelt werden. 

*Weitere Informationen folgen!*

mw/Polizei Oberbayern Süd

Quelle: innsalzach24.de

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