Wie geht es weiter mit dem Chaletdorf?

Versinkt Marktschellenberg nun doch im Dornröschenschlaf?

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Bekommt Marktschellenberg ein Chalet-Dorf?
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Marktschellenberg - Das geplante Chaletdorf eines Stuttgarter Hoteliers stand auf der vergangenen Marktgemeinderatssitzung erneut wieder auf der Tagesordnungsliste. Die Gemeinderäte haben dazu mehrere Entscheidungen getroffen.

Insgesamt sieben Punkte standen auf der Tagesordnungsliste für die vergangene Marktgemeinderatssitzung in Marktschellenberg. Drei davon beschäftigten sich mit dem geplanten Chaletdorf des Stuttgarter Hoteliers Andreas Walker.

"Es mag für den ein oder anderen überraschend gewesen sein, dass wir im Rahmen der heutigen Marktgemeinderatssitzung über ein mögliches Ratsbegehren zum Thema Chaletdorf beraten. Wesentlich bekannter ist ja eigentlich das Bürgerbegehren, bei dem basierend auf einer Initiative der Bürger eine Abstimmung herbeigeführt werden soll. Bei einem Ratsbegehren hingegen geht das Begehren vom Rat aus, der die Bürger bei einer Entscheidung um Rat fragen will", so startete Bürgermeister Franz Halmich in die vergangene Marktgemeinderatssitzung.

Zusammenfassung der letzten Wochen

Nach einer kurzen Zusammenfassung über die Ereignisse der letzten Wochen, in denen "hitzig für und gegen das Chaletdorf diskutiert wurde" und einem Hinweis, dass viele Bürger an den Bürgermeister herangetreten seien, weil sie mit dem Bau des Chaletdorfes "viele positive Chancen für Marktschellenberg sähen" und dass "die Bürger gerne selber darüber entscheiden möchten", übergab Franz Halmich das Wort an die Mitglieder vom Marktgemeinderat.

Stimmen aus dem Marktgemeinderat

Als Erster ergriff Dr. Köhler das Wort und berichtete von der Eröffnung eines Chaletdorfes in Reit im Winkl: "Reit im Winkl ist ein schöner Ort. Die sind aufgeschlossen. Aber wir sind verkehrsgünstiger gelegen. Ich habe ohne mich anzustrengen 113 Stimmen für  das Chaletdorf in Marktschellenberg gesammelt. Und da waren noch nicht einmal die Stimmen aus der Online Petition dabei". 

Und ergänzt: "Aber es stimmt nachdenklich, dass es eine nicht unerhebliche Zahl an Personen gibt, die nicht unterschrieben haben, weil sie sich laut eigener Aussage nicht von den Neinsagern beschimpfen lassen wollen. Oder weil es ihnen schlichtweg egal ist, was auf dem Grundstück passiert und sie nicht wissen, wer alles ihre Unterschrift zu Gesicht bekommt, wenn sie die Umfrage unterschreiben".

Der Wind der Veränderung

"Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen", so startete Daniela Graßl ihr Plädoyer. Und fügt erklärend hinzu: "Für mich passt kein Sprichwort besser als dieses. Bei uns wurden viele Mauersteine gebaut und ich kann diese ganzen Anschuldigungen die aufgekommen sind nicht verstehen

Mir persönlich bereitet nicht der Bau des Chaletdorfes Sorge, sondern wie wir miteinander umgehen. Wir sollten uns darüber Gedanken machen, wie wir für unsere Kinder eine gesunde Zukunft schaffen, in der sie nicht fortgehen müssen, weil sie hier keine Arbeit finden. Und egal ob das Chaletdorf kommen wird, der Wind der Veränderung wird kommen und darum bin ich für ein Ratsbegehren".

Sorgen, was  passiert, "wenn der Bauherr scheitert oder aus zehn Chalets auf einmal 15 oder gar 20 werden" machte sich Rosi Stangassinger in ihrer Stellungnahme und kritisierte, dass die erwarteten "zwanzig Gäste sicherlich im Gegensatz zu dem Projekt von Hans-Peter Schertler keine wirkliche Initialzündung seien.

Auch Clemens Wagner bekundete seine Ablehnung zu einem Ratsbegehren und betonte, dass der Gemeinderat dafür gewählt worden sei eine Entscheidung zu treffen und er nicht die nächsten drei Monate beim Kirchgang darüber diskutieren möchte, ob er für oder gegen das Chaletdorf sei".

Volkhard Geiger, zweiter Bürgermeister von Marktschellenberg fügte hinzu, dass man ja wohl kaum bei jedem neuem Gewerbebetrieb vorher prüfen müsse, ob das funktionieren könne oder nicht. Und Bürgermeister Franz Halmich gab vor der Abstimmung abschließend an die Gegner noch zu bedenken, dass doch niemand glauben würde, dass mit der Ablehnung Ruhe einkehrt und nicht davon auszugehen sei, dass nicht evtl. ein Bürgerbegehren angestimmt werden würde.

Der Gemeinderat Marktschellenberg entschloß sich bei der Abstimmung mit 8:5 Stimmen gegen das Ratsbegehren.

Weitere Ablehnung vom Marktgemeinderat

Ebenfalls entschieden wurde mit 8:5 Stimmen, dass keiner Änderung des Flächennutzungsplanes zugunsten eines touristischen Betriebes zugestimmt werden solle.

Obwohl Bürgermeister Franz Halmich einleitend über die positiven Chancen sprach, die solch ein touristischer Betrieb auch finanziell der Marktgemeinde bringen würde und welche neuen Möglichkeiten es für einheimische Handwerksbetriebe gäbe, wurde auch diese Anfrage abgeschmettert mit Argumenten wie: "Es ist fraglich, ob ein Konzept in dieser Dimension überhaupt aufgeht".

Auch Einwürfe von Gemeinderatsmitglied Dr. Köhler "dass wir doch im Moment noch nicht über den Bauantrag selber entscheiden, sondern ob man überhaupt dort etwas bauen kann" oder von Volkhard Geiger "dass wir doch jetzt nicht schon von kaputten Eiern reden können, die noch gar nicht gelegt sind", prallten an den Gegnern ab. 

Lesen Sie in einem weiteren Artikel auf BGLand24.de wie diese Entscheidungen nach der Sitzung vom Gemeinderat, den Bürgern und dem Bauherrn Andreas Walker kommentiert wurde.

Quelle: BGland24.de

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