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Riesending-Schachthöhle am Untersberg

Höhlenrettung: Wer zahlt den Einsatz?

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Gut 700 Personen waren bei der Höhlenrettung beteiligt.

Marktschellenberg - Nach der Rettung des schwerverletzten Höhlenforschers Johann Westhauser aus der Riesending-Schachthöhle wird eine Frage immer lauter: Wer bezahlt den Einsatz?

"Das wird sich in den nächsten Wochen herausstellen", sagt Stefan Frey, stellvertretender Pressesprecher im Innenministerium. "Das muss in Ruhe geklärt werden. Es war ein großer Einsatz, der sicherlich einmalig war."

Auch zu einer möglichen Höhe will er sich noch nicht äußern. Ebenfalls will er nichts dazu sagen, ob Johann Westhauser sich selbst an den Kosten beteiligen muss. Auch die Bergwacht will noch keine Summe nennen.

Die Riesending-Höhle ist derzeit bereits verschlossen - Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln vor Ort. "Das ist das ganz normale Prozedere", sagt Stefan Frey. Hinterher soll sie verschlossen bleiben, wie Innenminister Joachim Herrmann am Donnerstag sagte.

Der Grund: Die Sorge vor gefährlichem Tourismus. Herrmann fürchtet, dass mancher, nicht nur in Deutschland, sondern europaweit auf die Idee komme: „Das muss ich mir jetzt anschauen, was da los war. Das führt dazu, dass Leute in die Höhle einsteigen, die überhaupt nicht die Fähigkeit haben. Dem vorzubeugen halte ich für absolut notwendig.“

Fotos: Höhlenforscher gerettet

Bei Rettungseinsätzen läuft die Kostenübernahme im Allgemeinen so: Kommen staatliche Einrichtungen wie Polizei oder Feuerwehr zum Einsatz, kann sich ein Bürger in der Regel auf seine Rettung verlassen, ohne die Kosten fürchten zu müssen. Wenn Leib und Leben in Gefahr sind, wird niemand zur Kasse gebeten. Gebührengesetze in den einzelnen Bundesländern geben der Polizei oder Feuerwehr aber die Möglichkeit, Kosten für unnötige Einsätze zurückverlangen. Eine Rechnung wird auch bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz verschickt.

Wer sich als Bergwanderer verirrt hat, aus Angst an einer gefährlichen Stelle nicht weiterkommt oder aus Leichtsinn in die hereinbrechende Dunkelheit geraten ist, muss für die Kosten eines Rettungseinsatzes „ohne medizinischen Grund“ aufkommen. Die Bergwacht oder der Deutsche Alpenverein bieten private Zusatzversicherungen an, die in solchen Fällen einspringen.

Im Fall Westhauser dürfte es sich aber wohl um eine Rettung aus einer unverschuldeten Notlage handeln. Im Fall der bayerischen Bergwacht kommen nach deren Angaben im Allgemeinen die Sozialversicherungsträger auf - dazu gehören Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften. Laut Spiegel Online übernimmt das Land Bayern die Lohnfortzahlungen und die Erstattung von Verdienstausfällen ehrenamtlicher Helfer.

Laien hörten Funk ab

Die Rettung war noch schwieriger als bisher bekannt. Störend sei zum Beispiel gewesen, dass in der Region noch kein Digitalfunk verfügbar sei, sagte der Landesgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes, Leonhard Stärk, dem Münchner Merkur. Zahlreiche Laien hätten „den Behördenfunk abgehört“.

„Hier gab es Kenntnisse über sensible Daten, Handynummern von Helfern etwa. Das geht gar nicht – der Digitalfunk muss schleunigst eingeführt werden“, sagte Stärk. Auch andere Aspekte seien ärgerlich. So habe eine österreichische Boulevardzeitung sogar einen eigenen Hubschrauber gechartert und den Landeplatz auf dem Untersberg blockiert.

Heimatgemeinde will Westhauser porträtieren

Sein Wohnort Pfinztal bei Karlsruhe freut sich auf die Rückkehr des Forschers. „Wir haben in unserem Gemeindeblatt eine Rubrik "Menschen aus Pfinztal" und hoffen, dass er uns ein bisschen was erzählt und wir ihn da mal vorstellen können“, sagte Hauptamtsleiter Wolfgang Kröner am Freitag. Zwar sei Westhauser in der 17.700-Einwohner-Gemeinde erst durch das Unglück in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden bekanntgeworden. „Er lebt ja erst seit rund einem Jahr hier.“ Dennoch hätten die Bewohner die Ereignisse in Bayern „mit großer Sorge“ verfolgt.

Nun wolle die Verwaltung aber erst einmal ein Fax mit Genesungswünschen ins Krankenhaus nach Murnau schicken, wo der 52-Jährige liegt. Vermutlich sei auch Pfinztals Bürgermeisterin Nicola Bodner (parteilos) an einem Treffen interessiert, sagte Kröner.

Ramona Weise und Patricia Kämpf

Quelle: BGland24.de

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