Hitzige Diskussionen um das Chaletdorf für Marktschellenberg

"Es geht doch nur wieder um: Ich bin einfach gegen alles"

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Auch diese traumhafte Ansicht bietet sich auf Marktschellenberg
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Marktschellenberg - Zwischen Berchtesgaden und Salzburg liegt die beschauliche kleine Marktgemeinde Marktschellenberg. Nicht wirklich beschaulich, verläuft die Diskussion nun über ein Chaletprojekt, mit dem sich ein Stuttgarter Hotelier im Ort niederlassen möchte.

Hoch kochen sie die Wogen in dem verschlafenen Marktschellenberg, wenn man über die Pläne zum Bau eines Chaletdorfes spricht, die ein Stuttgarter Hotelier hat. Mit seiner ganzen Familie möchte er seine Heimat verlassen und in Marktschellenberg leben und das Chaletdorf führen. Kaum wurden diese Pläne aber veröffentlicht, ist es vorbei mit der Ruhe in dem Ort. 

Viele positive Stimmen

Die Befürworter freuen sich über die Chance, die das Chaletdorf ihrer Marktgemeinde bieten würde. 

So hat der Hotelier jetzt schon die ersten Bewerbungen erhalten, Landwirte freuen sich über zusätzliche Einnahmequellen durch den Verkauf ihrer Produkte an das Chaletdorf und sogar über einen Lebensmittelmarkt wird gesprochen, der eventuell wieder entstehen könnte, wenn er einen Teil seiner Einnahmen über das Chaletdorf sicherstellen kann und somit eine Existenzgrundlage bieten würde.

"Dann würde unserer Geisterstadt endlich wieder neues Leben eingehaucht", so eine Marktschellenbergerin im Gespräch mit BGLand24.de und ein älterer Mann ergänzt: "Sollen sie doch froh sein, dass so jemand bei uns etwas bewegen möchte. Was haben wir denn noch in Marktschellenberg außer unserem Grund, auf dem wir alle sitzen - und neidisch zum Nachbarn zu schauen, ob der ja nicht mehr hat wie wir? Ich bin jetzt über 80 Jahre alt, aber so eingenäht im Hirn die Gegner Angst vor Fremden schüren, ist erschreckend".

Die Gegner des Projektes kontern mit Argumenten, dass durch so ein Projekt Natur und Ruhe zerstört werden würden. Aber nicht nur der Naturschutz wird von den Gegner in die Waagschale geworfen, vielfach hört man auch Sätze wie: "Der ist doch gar kein Einheimischer" oder "Wir wissen doch gar nicht was für Leute da dann kommen", was wiederum zu viel Kritik führt, selbst bei Bewohnern, die sich bisher kaum geäußert haben:"'nehmts endlich amoi Eierne Scheuklappn owa oder lebts es ollewei no im 19. Jhd?"

In einer Umfrage auf BGLand24.de, in der wir wissen wollten, ob unsere Leser der Meinung sind, dass Marktschellenberg im Dornröschenschlaf schlummert, waren knapp 60% dieser Meinung. Etwas über 20% der Teilnehmer waren der Meinung, dass Marktschellenberg nicht im Dornröschenschlaf schlummere.

Lediglich knapp 20% gaben an, dass ihnen der "Dornröschenschlaf" egal wäre.

Diskussion auf Facebook

Ebenfalls heiß diskutiert wird dieses Thema auf Facebook. In der Gruppe "Das ärgert uns im Berchtesgadener Land" diskutieren nicht nur die Bürger aus Marktschellenberg über das "Projekt in der idyllischen Natur", sondern Teilnehmer weit über den Landkreis hinaus. "Was für ein Idyll, oder ist eine tote Gemeinde ein Idyll?" liest man in der Diskussion oder auch "Man müsste froh sein wenn überhaupt wer in Marktschellenberg investieren will, Marktschellenberg ist tot". Die Gegner des Projektes klagen "den viel zu großen Eingriff in die Natur" an und kritisisieren "Jetzt werden diese Häuser und Familien eingebaut von diesem Projekt nur damit sich ein paar Touristen hier wohlfühlen sollen".

Aber wird wirklich so viel Natur zerstört? "Auf einer Grundstücksfläche von 28.000m² sollen rund 2.500 m² verbaut werden", so der Bauherr des Chalets, Andreas Walker, auf Anfrage von BGLand24.de.

Online-Petition gegen das Dorf

Sogar eine Online-Petition gegen das Dorf wurde eingerichtet, die allerdings auch nicht nur für positive Worte sorgt: "Nicht mal die Hälfte von denen die da unterschreiben wohnen in Marktschellenberg. Und der die initiiert hat, ist auch kein hiesiger, da geht´s doch wieder nur um 'ich bin einfach mal gegen alles' und nicht um unsere Zukunft in Marktschellenberg", so eine Bewohnerin zu BGLand24.de

Wie geht es nun weiter?

"Basierend auf dem Feedback aus der Gemeinde gehe ich davon aus, dass sich diese Diskussion nach der Infoveranstaltung mittlerweile wieder versachlicht hat", so Bürgermeister Franz Halmich im Gespräch mit BGLand24.de. Und ergänzt: "Viele Rückmeldungen die an mich herangetragen wurden, bestätigen mich in meiner Ansicht dass dieses Projekt für Schellenberg sehr wohl eine erfrischende Alternative zu den recht wenigen Chancen ist, die sich in den letzten Jahren für Marktschellenberg aufgetan haben". 

Am 23. Oktober findet die nächste Gemeinderatssitzung in Marktschellenberg statt, in der dieses Thema wieder auf der Tagesordnung stehen wird.

Quelle: BGland24.de

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