„Unsachliche Angriffe auf eigene Leute“

Massive Schelte: Bayerns Werteunion „warnt“ vor Nominierung Söders als Kanzlerkandidat

Bild von Juliane Ried
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Werteunion-Landesvorstandsmitglied Juliane Ried äußert sich kritisch in Richtung Söder.

Armin Laschent oder Markus Söder? Während hinter den Unions-Kulissen um eine mögliche Kandidatur der beiden Kanzlerkandidaten gerungen wird, positioniert sich die Werteunion Bayerns klar: Sie spricht sich - deutlich - gegen einen Kanzlerkandidaten Söder aus.

Die Werteunion hält gelinde ausgedrückt wenig von einem Kanzlerkandidaten Markus Söder (CSU). Wie die Lektüre einer geharnischten Presseaussendung verdeutlicht, werden dem bayerischen Ministerpräsidenten gleich mehrere Verfehlungen zur Last gelegt. Besonders stößt man sich daran, dass sich Söder gegen die Bundestagskandidatur des ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen ausgesprochen habe. Maaßen selbst ist seit 2019 Mitglied der Werteunion. Die Aussagen Söders gegen die mögliche Kandidatur Maaßens seien laut bayerischer Werteunion „inakzeptabel“. Dies gelte auch für weitere Äußerungen, welche Söder in Richtung anderer wertkonservativer Unionsmitglieder getätigt habe.

Nach Ansicht der bayerischen Werteunion werde Markus Söder mit „seinen unsachlichen Angriffen auf die eigenen Unionsleute“ zu einer immer größeren Belastung, seine Äußerungen „Steilvorlagen für Rot-Grün.“ Der bayerische Landesvorsitzende der WerteUnion Oliver Rabe äußert sich zu einer möglichen Kanzlerkandidatur Söders wie folgt: „Das wäre ein schwieriges Signal – ich hoffe, dass die Spitzen der Union und die gemeinsame Bundestagsfraktion von CDU und CSU klug entscheiden.“

Landesvorstandsmitglied Juliane Ried, die von der Werteunion in Bayern als Kandidatin für den Bundesvorsitz der Werteunion nominiert wurde, gibt gar zu Protokoll: „Ein Parteivorsitzender, der die eigenen Parteimitglieder heftiger attackiert als den politischen Gegner, hat seine Aufgabe missverstanden und gefährdet die Existenz der CSU als Volkspartei im bürgerlichen Lager.

Die Pressemitteilung der Werteunion im Wortlaut:

Die WerteUnion als Interessenvertretung der konservativen und wirtschaftsliberal eingestellten Mitglieder in CDU und CSU begrüßt die Bundestagskandidaturen von Friedrich Merz in Nordrhein-Westfalen und von Verfassungsschutzpräsident a.D. Hans-Georg Maaßen in Thüringen. Maaßen ist seit 2019 Mitglied der WerteUnion.

Gleichzeitig warnt die WerteUnion in Bayern die Unionsführung vor einer Nominierung von CSU-Parteichef Söder als Kanzlerkandidat. Nach Ansicht der bayerischen WerteUnion wird Markus Söder mit seinen unsachlichen Angriffen auf die eigenen Unionsleute zu einer immer größeren Belastung. Seine völlig inakzeptablen Äußerungen gegen die Bundestagskandidatur von Hans-Georg Maaßen und gegen andere wertkonservative Unionsmitglieder sind Steilvorlagenfür Rot-Grün.

Der bayerische Landesvorsitzende der WerteUnion Oliver Rabe äußert sich zu einer möglichen Kanzlerkandidatur Söders wie folgt: „Das wäre ein schwieriges Signal –ich hoffe, dass die Spitzen der Union und die gemeinsame Bundestagsfraktion von CDU und CSU klug entscheiden.“

Nach Ansicht der WerteUnion in Bayern muss die CSU auf dem nächsten Parteitag auch die Kraft aufbringen, einen Parteivorsitzenden, der große Teile der konservativ-liberalen Basis ausgrenzt, durch eine integrative Persönlichkeit zu ersetzen, die alle Wurzeln der Union, auch die Wertkonservativen und Wirtschaftsliberalen einbezieht.

Hierzu äußert sich das Landesvorstandsmitglied Juliane Ried, die von der WerteUnion in Bayern als Kandidatin für den Bundesvorsitz der WerteUnion nominiert wurde wie folgt: „Die CSU kann bei Wahlen nur erfolgreich sein, wenn sie die politischen Anliegen der großen wertkonservativ eingestellten Mehrheit der Parteibasis glaubwürdig vertritt. Ein Parteivorsitzender, der die eigenen Parteimitglieder heftiger attackiert als den politischen Gegner, hat seine Aufgabe missverstanden und gefährdet die Existenz der CSU als Volkspartei im bürgerlichen Lager.

dp

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