Mautabzocke ohne Fingerspitzengefühl

Salzburg - Im Großraum Salzburg ist es ein bekanntes Problem, doch auch auswärtige Gäste stoßen beim Besuch der Messe Salzburg immer wieder darauf. So auch Matthias Mayerhofer aus Oberneukirchen.

Am Sonntag hat sich Matthias Mayerhofer mit seiner Familie von Oberneukirchen auf den Weg nach Salzburg gemacht, um die Messe Bauen und Wohnen zu besuchen. "Wir sind von Freilassing kommend im Kreisverkehr am Ende der Münchener Straße den Autobahnzubringer Richtung Messegelände gefahren, weil dies der kürzeste Weg ist", berichtete er uns. "Nach etwa 300 Metern, direkt vor der Parkplatzeinfahrt zum Messegelände, war dann abgesperrt und wir vermuteten das Abkassieren der Parkgebühr."

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Weit gefehlt. Die ASFINAG führte ihre übliche Vignettenkontrolle durch. Dabei werden die Ausfahrten immer komplett abgesperrt und jedes Auto ausnahmslos kontrolliert. Für Matthias Mayerhofer bedeutete diese Kontrolle eine Strafe von 120 Euro. Er hatte keine Vignette. "Auf meine erstaunte Frage, warum wir Autobahnmaut zahlen sollen, wenn wir noch gar keine Autobahn gefahren sind, sagte ein ASFINAG-Mitarbeiter: 'Dieser Autobahnzubringer ist bereits mautpflichtig'." Eine Tatsache, die vielen Autofahrern in der Region bereits schmerzlich bewußt wurde und immer wieder diskutiert wird. Die EuRegio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein fordert beispielsweise die Mautbefreiung für die Stadt-Ausfahrten in Salzburg.

"Der rein rechtliche Aspekt ist auf Seiten der ASFINAG", muss Gernot Blaickner von Reed Messen Salzburg zugeben. "Aber wir werden uns um die Beschwerde von Herrn Mayerhofer kümmern, wir werden darauf eingehen", versprach er. Mayerhofer hatte sich nämlich nicht nur an BGLand24, sondern auch an den Veranstalter von "Bauen und Wohnen" direkt gewandt. "Es ist keine Art, solche Kontrollen ohne jegliches Fingerspitzengefühl durchzuführen", bringt Plaickner den Ärger auf den Punkt. "Wir sind an dem Thema dran und werden sicherlich auf die ASFINAG zugehen." Es sei auch im Sinne des Messeveranstalters, hier ein Lösung zu finden. Allerdings würde sich auf Seiten der ASFINAG immer wieder der Ansprechpartner ändern, so dass die Sache immer wieder neu auf den Tisch käme.

Matthias Mayerhofer ärgert vor allem die Art und Weise, wie die ASFINAG kontrolliert. Sie würde gezielt auf die Besucher der Messe losgehen. "Das sind Wegelagerermanieren und alles ist eine reine Abzocke", so Mayerhofer am Tag danach. "Ich würde kein Wort verlieren, wenn wir tatsächlich ohne Pickerl auf der Autobahn gefahren wären, aber so ist das kein Zustand."

Christine Zigon

Rubriklistenbild: © pa

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