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Expertin: „Man muss sofort reagieren“

Überschwemmungs-Mücken in Bayern werden zur Plage - Heftige Reaktionen auf Stiche

Stechmücken
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Stechmücken (Symbolbild).

Dicker Arm nach Mückenstich - das kann passieren, wenn Überschwemmungsmücken einen erwischen. Diese finden gerade ideale Bedingungen in Bayern.

München - Wegen des feuchten Sommers haben sich in Bayern die sogenannten Überschwemmungsmücken ausgebreitet. Die Stiche der kleinen Plagegeister können mitunter starke Schwellungen verursachen. „Die Mücke injiziert einen Proteincocktail in die Wunde, auf den das Immunsystem reagiert“, erläutert die Mücken-Expertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Wenn man an dem Stich auch noch kratze, könne es außerdem zu Entzündungen kommen.

Jede Mückenart gebe beim Stechen einen anderen Proteincocktail ab, sagte Werner. An den der Hausmücke sei unser Immunsystem gewöhnt, an den der Überschwemmungsmücken nach zwei trockenen Sommern jedoch nicht. „Da kann das Immunsystem heftig darauf reagieren.“

„Man muss sofort reagieren“

Die Expertin ist Leiterin des „Mückenatlas“, der die Verbreitung der rund 50 Stechmückenarten in Deutschland abzubilden versucht. Die Erkenntnisse basieren auf eingefangenen Mücken, die Bürgerinnen und Bürger einschicken. Ein Augenmerk liegt dabei auch auf der Ausbreitung invasiver Arten wie der Asiatischen Tigermücke, die Krankheiten übertragen kann.

Diese werde auch immer wieder in Bayern entdeckt, sagte Werner. Aus München gebe es immer mal wieder Einsendungen. „Am nächsten Tag sitzen wir im Auto. Man muss sofort reagieren“, betonte Werner. Der Tigermücke reichten die kleinsten Wasseransammlungen, um sich zu vermehren - zum Beispiel auf dem Untersetzer eines Blumentopfs. Sie habe aber nur einen kleinen Aktionsradius. Deshalb könne eine akribische Suche um den Fundort verhindern, dass sich die Art ausbreite.

Bei männlichen Tigermücken läuten Alarmglocken

Das sei vor zwei Jahren in München gelungen, sagte Werner. Die einzige Tigermücken-Population in Bayern gebe es bisher in Fürth bei Nürnberg. In den nächsten Tagen fahre ein Kollege erneut in die Landeshauptstadt, weil Menschen eine Tigermücke von dort eingeschickt hatten.

Werner ist aber zuversichtlich, dass diese zu keinem ernsthaften Problem werden wird. „Es handelt sich um eine weibliche Mücke.“ Diese reisten oft als blinde Passagiere im Auto aus Südeuropa mit nach Deutschland. Werde dagegen eine junge männliche Tigermücke eingeschickt, läuteten die Alarmglocken. Denn diese fliegen nicht weit, was dafür spreche, dass diese vor Ort geschlüpft sein müssen.

dpa/lby

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