Mehrere Großeinsätze in München

Elf Schlauchboote auf Isar gekentert: Auch Retter geraten in Lebensgefahr

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München - In der Isar sind am Samstag innerhalb weniger Stunden elf Schlauchboote gekentert. Das Referat für Gesundheit und Umwelt hat deshalb eine Bootsfahrt zwischen Großhesseloherwehr und Flaucher verboten.

Am Samstag (4. Juli) kam es zu dramatischen Szenen an der Isar. Innerhalb von vier Stunden sind elf Schlauchboote, mit insgesamt 32 Personen an Bord in der Isar gekentert. Ein Einsatz nach dem anderen, hält die Einsatzkräfte der Wasserwacht des Münchner Roten Kreuzes, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei auf Trab. 

Diverse Schlauchbootfahrer, gefangen in der Wasserwalze an der Marienklausenbrücke. Ein Boot wurde gegen verkeilte Baumstämme an der Thalkirchner Brücke getrieben und stark beschädigt. Die Bootsbesatzung wurde mit Hilfe der Wasserwacht ans Ufer gebracht. Eine Person wurde gar mit der Seilwinde des Helikopters an der Marienklausenbrücke aus der Wasserwalze gerettet. Nur die wenigsten konnten sich selbst an Land retten.

Die Gefahren der Isar werden regelmäßig unterschätzt. Leichtsinnige Hobbykapitäne ignorieren den erhöhten Wasserstand, obwohl das braune, trübe Wasser alles andere als einladend erscheint. Hauptsache man kann beim Sonnenschein auf die Isar, wer dabei in Gefahr gerät ist zweitrangig. Denn nicht nur die Schlauchbootcrews sind in Gefahr, wenn etwas schief geht, auch für alle Helfer sind dies sehr gefährliche Situationen.

München verbietet Bootfahren zwischen Großhesseloherwehr und Flaucher

Die Stadt München hat umgehend reagiert und das Befahren des Flusses zwischen dem Großhesseloherwehr und Flaucher bis auf Weiteres verboten. "Es besteht eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben, wenn Personen die Isar mit Booten und sonstigen Schwimmkörpern jeglicher Art befahren", teilte das Referat für Gesundheit und Umwelt am Sonntag mit.

Der Wasserstand sei seit Tagen erhöht, und auch unterhalb der Hochwasser-Meldestufe 1 führe die Isar derzeit viel Treibholz mit. Der Fluss weise außerdem eine starke Trübung und Strömung auf.

Auch die Feuerwehr München, die an den Einsätzen beteiligt war, appelliert an die Vernunft der Bürger: „Die Feuerwehr rät dringend davon ab, die Isar mit Schlauchbooten, Luftmatratzen oder ähnlichen schwimmfähigen Gegenständen zu befahren. Nach den letzten Regenfällen führt die Isar mehr Wasser als üblich in den Sommermonaten. Es besteht absolute Lebensgefahr für Mensch, Tier und natürlich auch für die Rettungskräfte!!!“, heißt es in einer Mitteilung am Sonntag.

mh

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