So denken die OVB24-Leser über Merkels Kehrtwende

Doch kein Oster-Lockdown: „Merkel nicht mehr tragbar“ oder „große Geste, Fehler zuzugeben?“

Corona-Wende zu Ostern: Merkel kippt Ruhetage über Ostern
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Corona-Wende: Merkel kippt Ruhetage über Ostern

Die Ruhetag-Regelung über Ostern ist gekippt. Die Kehrtwende von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird nun von vielen Diskussionen begleitet. Dies zeigt auch ein Blick auf die Facebook-Seiten von OVB24. Die Meinungen gehen hier auseinander:

Deutschland - Nach der massiven Kritik an der Osterruhe-Regelung hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch (24. März) erneut mit den Ländern gesprochen. Das Ergebnis: Die Osterruhe wurde wieder gekippt. Der ganze Vorgang habe zusätzliche Verunsicherung ausgelöst, sagte Angela Merkel. „Das bedauere ich zutiefst und dafür bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung.“

Osterruhe wieder gekippt - Angela Merkel entschuldigt sich: „Allein mein Fehler“

Merkel übernahm dafür die volle Verantwortung und stellte sich schützend vor die Regierungschefs, welche die Entscheidung mit trugen. „Dieser Fehler ist einzig und allein mein Fehler“, betonte sie. „Denn am Ende trage ich für alles die letzte Verantwortung. Qua Amt ist das so.“ Ein Fehler müsse als solcher benannt und vor allem korrigiert werden - „und wenn möglich hat das noch rechtzeitig zu geschehen“, sagte Merkel weiter.

Bund und Länder hatten in der Nacht zu Dienstag (23. März) unter anderem einen verschärften Oster-Lockdown vom 1. bis 5. April beschlossen, um das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben stärker herunterzufahren. Der Gründonnerstag und der Karsamstag sollten dafür zu Ruhetagen erklärt werden. Daran war aber massive Kritik laut geworden, es gab zudem große Verwirrung um die praktische Umsetzung. Am Ende wurde der Regierung offenbar auch die rechtliche Umsetzung zum Verhängnis.

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Merkels Kehrtwende bei „Oster-Lockdown“: Hitzige Leser-Debatte auf Facebook

In den sozialen Medien entfachte die Kehrtwende von Angela Merkel heftige Debatten bei unseren Usern. “Das kann sie sich schenken, denn nur unter Druck vom Handel etc. hat sie das getan, ansonsten hätte sich nichts geändert. Die Bundeskanzlerin Merkel sollte mit sofortiger Wirkung all ihre Ämter niederlegen, denn sie ist auf gar keinen Fall für die Bevölkerung und das Land tragbar. Genauso wie der Rest der Regierung“, schreibt Ingo G. unter den Facebook-Post von BGLand24.de.

Auch Susann S. hat eine klare Meinung: „Sie und die anderen sind einfach nur noch peinlich.“ Mario D. kommentiert: „Auf derartige Entschuldigungen kann ich gern verzichten!“

Ich hab mir gleich gedacht, dass das diesmal nicht durchgeht. Es wäre zwar nicht megadramatisch gewesen, das stimmt. Denn wir haben ja sowieso seit einem Jahr auch nix anderes gemacht als zu Hause rum gesessen. Aber ich glaube, man tut sich keinen Gefallen damit, alles zu schließen, da bricht nur Panik aus“, schreibt Alicia F.

Der Facebook User Thomas A. hat für das Vorgehen der Politiker wiederum kein Verständnis: „Die Merkel hat grad den Aprilscherz des Jahres 2021 gemacht. Ich persönlich komme mir von der Politik echt langsam total verarscht vor. Dieses ewige Hin und Her geht mir so was von auf die Nerven!“ 

Leser zeigen Respekt für Angela Merkels Entscheidung

Aber es gibt auch durchaus User, die Angela Merkel Respekt zollen: „Mein Respekt, sich hier einen Fehler eingestehen zu können! Nichtsdestotrotz müssen solche Maßnahmen in Zukunft im Parlament und nicht in Ministerpräsidentenkonferenzen getroffen werden. Das sollte zumindest der Schluss sein“, so Patrick W. Robert M. pflichtet ihm bei: „Man kann sie mögen oder nicht. Ich finde es aber eine große Geste, sich hinzustellen, Fehler zuzugeben und zu berichtigen. Hut ab.“

Claudia S. kommentiert: „Ich war nie ein Fan von Frau Merkel, weil mir die ganzen konservativen Parteien auf die Nerven gehen, aber zum Fehler eingestehen und rückgängig zu machen, gehört schon ein bisschen Mut, das muss man auch mal respektieren. Mir gehen die Herren Ministerpräsidenten allerdings ziemlich auf die Nerven, weil da jeder sein eigenes Süppchen kocht, statt an einem gemeinsamen Strang zu ziehen. Denn wenn wir bundeseinheitliche Regeln hätten, wäre das ganze Hin und Her gar nicht erst passiert. Aber wir haben ja ein Wahljahr und wir müssen uns alle irgendwie profilieren.“ Jule H. meint zu der Thematik: „Das hat sie super geregelt! Wer jetzt noch was zu meutern hat, soll es besser machen. Sie hat Rückgrat und die Zweifler?“

Markus Söder zu Osterruhe: „Wir haben einen Fehler gemacht“

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und mehrere beteiligte Ministerpräsident/-innen bekannten sich zu ihrer Mitverantwortung für den ursprünglichen Beschluss für die Osterruhe. „Das war eine gemeinsame Entscheidung, da sollten jetzt auch alle dazu stehen“, sagte Scholz. Die Umsetzung des Oster-Lockdowns hatte sich aus vielen Gründen in der kurzen Zeit als schwierig erwiesen, unter anderem wegen komplizierter arbeitsrechtlicher Fragen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich in seiner Regierungserklärung am Mittwoch, 24. März, dazu folgendermaßen: „Wir haben einen Fehler gemacht“, dafür und vor allem für das Hin und Her und für die Verunsicherung wolle Söder sich entschuldigen. Im gleichen Atemzug betont Söder jedoch auch, dass er hinter dieser Entscheidung stand, doch sie sei rechtlich nicht umsetzbar. Man müsse zudem bedenken, dass sich in Bayern durch diesen Widerruf nicht viel ändert

jg

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