Für Menschen mit und ohne grünem Daumen:

Nützlich: Gartentipps für die kalte Jahreszeit

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Landkreis - Der Winter kommt und vielen Pflanzen wird es bald zu kalt. Doch wie überwintert man sein Grünzeug richtig? Und welche Pflanzen lieben den kalten Boden? Hier mehr dazu:

Kübelpflanzen im Wintermodus

Frostempfindliche Kübelpflanzen sind bereits im Haus vor Frost und Witterung in Sicherheit gebracht. Doch die Lebensbedingungen für die Pflanzenschönheiten sind im Winterquartier nicht optimal, deshalb stellen sich immer wieder Probleme ein. Die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie wissen Rat.

Einstimmung auf die Winterzeit

Grundsätzlich sollten die Terrassenschönheiten solange wie möglich im Freien stehen bleiben. Durch kürzer werdende Tage, sinkende Temperaturen und Einschränkung der Wasser- und Düngergaben gehen Triebwachstum und Blütenbildung zurück. So werden die Pflanzen auf eine Ruhephase eingestimmt und überstehen die Überwinterung am besten. Aber Vorsicht: einen Frostschaden nehmen viele Kübelpflanzen sehr übel.

Der Winterstandort

Das richtige Winterquartier ist die beste Voraussetzung für eine gelungene Überwinterung. Die wertvollen Gewächse müssen in geeigneten Räumlichkeiten untergebracht werden. Ihre Ansprüche können zwar sehr unterschiedlich sein, doch den meisten Kübelpflanzen ist ein heller Ort um die 10 °C gerade recht. Wobei ein für uns hell empfundener Standort mit einer Lichtstärke von 300 – 800 Lux für die Pflanzen Dunkelheit bedeutet. Im Sommer wurden die Pflanzen mit Licht verwöhnt. Die Reaktion der Pflanzen auf die abnehmende Lichtmenge ist Blattfall. Das sollte Sie erstmal nicht beunruhigen. Kühle und helle Bedingungen verlangen jedenfalls die Zitrusgewächse. Ihnen bekommt ein Winterquartier im Wohnzimmer meist schlecht. Dagegen lassen sich Agaven, Palmen, Yucca, Papyrus, Bananen, Bougainvillea, Mandevillen und Strelitzien in hellen, warmen Zimmern durchaus gut überwintern. Einige laubabwerfende Pflanzen überleben die Wintermonate auch in kühlen Kellerräumen. Je dunkler der Standort ist, desto tiefer soll die Temperatur sein, damit die Pflanzen wirklich ruhen. Bedenken Sie immer, dass Pflanzen anders „sehen“ als wir Menschen.

Es steht nur ein dunkler Raum zur Verfügung?

Fuchsien, Gewürzrinde, Bleiwurz sowie der Korallenstrauch (Erythrina) sind Pflanzen, die sich in dunklen Räumen überwintern lassen. Dabei fallen mit der Zeit die Blätter ab. Nur im Frühjahr sollten sie möglichst bald an einen hellen Ort gebracht werden, ansonsten wachsen lange, dünne, sparrige Triebe. Lichtmangel vertragen auch Dahlienknollen und die Rhizome des Indischen Blumenrohrs.

Die Pflegeanleitung

Grundsätzlich sollte während der Winterruhe nur äußerst sparsam gegossen werden. Nasse, kalte Wurzelballen sind der häufigste Grund für den Tod der wertvollen Kübelpflanzen. Schädlinge wie Blattläuse, Schildläuse und Weiße Fliege setzen ihnen durch ihre Saugtätigkeit zu. Hinzu kommt die Ansiedelung von Schwärzepilzen durch die Honigtauausscheidungen. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Pflanzen auf Schädlingsbefall. Enzianstrauch, Engelstrompeten, Geranien und Fuchsien werden vor dem Einräumen zurückgeschnitten. Falls es noch nicht geschehen ist, kann dies im Laufe des Winters immer noch durchgeführt werden. Der Rückschnitt spart Platz im Winterquartier und Schädlinge werden dadurch schon vorab reduziert.

Der Pflanzenschutz im Winter

Pflanzenschutzstäbchen (Stäbchen, die in die Erde gesteckt werden) sind zwar eine komfortable Bekämpfungsmethode, doch zeigen sie in der wachstumsarmen Zeit wenig Wirkung. Denn der Wirkstoff kommt normalerweise durch den Saftstrom der Pflanze an den Schädling, aber der Flüssigkeitstransport ist in der Ruhephase ja stark reduziert. Bei Zitruspflanzen sollten sie nicht verwendet werden, weil das Mittel in die Früchte gelangt! Eine Bekämpfung der Schädlinge ist unerlässlich, weil die Kübelpflanzen bei starkem Befall nachhaltig geschädigt werden oder sogar zu Grunde gehen können. Verwenden Sie nur zugelassene Pflanzenschutzmittel und beachten Sie die Anwendungsvorschriften, auch zu Ihrem eigenen Schutz. Empfehlenswert sind kaliseifen- oder ölhaltige Präparate, die zu den nützlingsschonenden Pflanzenschutzmitteln gehören. Anwendungsfertige Produkte können Sie sofort einsetzen, ohne das Mittel erst im richtigen Verhältnis anmischen zu müssen.

Die Herbstpflanzung

Herbstpflanzungen

Sinkende Temperaturen bremsen zwar den Spaß an der Gartenarbeit, doch gerade im Spätherbst ist für einige Gartenpflanzen genau die richtige Zeit, um sie in die Erde zu bringen. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie geben Ihnen einige Tipps dazu.

Lilien pflanzen

Eine Gärtnerregel besagt: „Lilien am besten um den Buß- und Bettag pflanzen“. Dieser Zeitpunkt ist ideal, weil die Lilien bei der Pflanzung eine Bodentemperatur um die 5°C bevorzugen. Allerdings gilt das nicht für Madonnenlilien. Sie wollen schon im August in die Erde. Die Lilien lieben einen sonnigen Platz, aber einen abgedeckten und schattigen Boden. Heben Sie an einer passenden Stelle ein 10 bis 20 cm tiefes Pflanzloch aus und lassen Sie zwischen den einzelnen Zwiebeln 30 bis 50 cm Abstand. Decken Sie die Pflanzfläche mit einer Mulchschicht aus Laub ab. Sie sollten allerdings das Laub im Frühjahr rechtzeitig entfernen, damit sich den Schnecken keine Unterschlupfmöglichkeit bietet. Lilienzwiebeln gehören zu den Leibspeisen der Wühlmäuse. Denken Sie rechtzeitig an die Mäusebekämpfung.

Rosen und andere Wurzelnackte

Im Spätherbst werden Rosen und andere Gehölze angeboten, die nur aus laublosen Trieben und Wurzeln ohne anhaftende Erde bestehen. Dieser „Pflanzentorso“ wird als wurzelnackt bezeichnet. Die wurzelnackten Gehölze lassen sich leichter transportieren und sind günstiger als gleiche Gehölze im Topf oder mit Ballen. Rosen, heimische Gehölze und Laubgehölze für Hecken werden häufig auf diese Weise gepflanzt. Die ideale Pflanzzeit beginnt für sie ab Mitte Oktober. Solange der Boden frostfrei ist, kann gepflanzt werden, also auch in den Winter hinein. Achten Sie darauf, dass die freiliegenden Wurzeln bei Transport oder längerer Lagerung nicht austrocknen. Schlagen Sie die Wurzeln in feuchte Jutesäcke oder stellen Sie die Pflanzen in einen Eimer mit Wasser. Es empfiehlt sich ohnehin die wurzelnackten Gehölze kurz vor der Pflanzung mindestens eine Stunde ins Wasser zu stellen. Schneiden Sie beschädigte Wurzelteile ab und schneiden Sie die Wurzeln an.

Vorteile der Herbstpflanzung

Herbstpflanzungen sind vor allem in sommertrockenen Gebieten, wie Nordbayern, Mecklenburg oder Brandenburg empfehlenswert. Diese Pflanzen können die Winterfeuchte nutzen und im ausgehenden Winter bereits Wurzeln bilden. Das kräftigere Wurzelwerk hilft den Pflanzen, besser über den ersten Sommer zu kommen.

Und außerdem:

Die Seiten der Bayerischen Gartenakademie mit Infoschriften, Gemüseblog und Gartencast: www.lwg.bayern.de/gartenakademie

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Pressemeldung Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

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