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Ukraine-Flüchtlinge zurück nach München geschickt

Vorspiegelung falscher Tatsachen oder Frust? - Helfer kritisiert Landratsamt Miesbach

Seit Beginn des Krieges am 24. Februar sind mehr als drei Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Viele von ihnen kommen derzeit in Bayern an. Der Landkreis Miesbach schickte vergangene Woche einen Bus voller Flüchtlinge zurück nach München. Darüber ist nun eine Diskussion entbrannt.

Miesbach - Um die Vorkommnisse am Dienstag ist eine Diskussion entbrannt zwischen einem der freiwilligen Helfer und dem Landratsamt. Ersterem zufolge haben die Flüchtlinge zwar nicht unbedingt biometrische Pässe, aber durchaus ukrainische Papiere dabei gehabt. Er selbst habe bei der Registrierung geholfen. „Natürlich war ihre Identität nachprüfbar.“ Ferner sei unterschlagen worden, dass sich in der Gruppe auch Mütter mit zum Teil wenige Monaten alten Säuglingen befanden, „die seit Tagen unter verheerenden sanitären Bedingungen unterwegs waren“.

Ukraine-Flüchtlingen zurück nach München geschickt: Helfer widerspricht Landratsamt

Auf Anfrage widerspricht das Landratsamt in folgenden Punkten: „.Die vereinzelt vorgelegten Papiere waren keine Unterlagen, um eine Identität nachzuweisen.“ Überhaupt sei kaum jemand bereit gewesen, Ausweise vorzulegen, „mutmaßlich deshalb, weil sie nicht in Miesbach bleiben wollten“. 

Eine „Registrierung“ habe somit gar nicht stattfinden können. Die Darstellung der sanitären Umstände sei zumindest dahingehend falsch, dass „die Personen zuvor in der Messe München untergebracht waren. Die dort vorherrschenden Bedingungen können problemlos nachgegoogelt werden. Hier wurde auch die medizinische Betreuung der Personen sichergestellt, natürlich auch die der Kinder.“

Weiter berichtet der Helfer, die Personen wären darüber verärgert gewesen, dass sie hin- und hergeschoben würden und nun wieder in eine Massenunterkunft sollten. „Nach eigenen Erzählungen wurden die Flüchtlinge bereits am Tag zuvor in München registriert und auf Covid-19 getestet.“ Dass sie bei der Aussicht, diese Prozedur neuerlich durchlaufen zu müssen, „unruhig wurden“, sei verständlich. Auch hier widerspricht das Landratsamt: Es sei nicht korrekt, dass die Personen schon an anderer Stelle registriert worden seien. „Hierzu konnten ebenfalls keine Dokumente vorgelegt werden.“

Bus mit Ukraine-Flüchtlingen zurück nach München geschickt: Einige Details bleiben unklar

„Leider scheiterte diese an der Personengruppe, die sich schlichtweg weigerte, zu kooperieren“, schreibt das Landratsamt weiter. Dabei handele es sich nicht um eine Meinung der Behörde allein, sondern um eine „organisationsübergreifende Einschätzung vor Ort“. Gleiches gelte im Übrigen hinsichtlich der Minderheiten-Zugehörigkeit der Gruppe. So hätten bei Gesprächen vor Ort die Menschen angegeben, keine Passdokumente zu besitzen und keinen festen Wohnsitz zu haben.

Unklar scheint zudem, ob von einem einfachen Hotel oder einem Drei-Sterne-Haus die Rede war. Der Helfer berichtet von Ersterem und vermutet, dass die Menschen „möglicherweise tatsächlich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in den Bus gebracht wurden“. Ferner beklagt er die „mangelnde Abstimmung der Behörden in Miesbach und in München“.

Rubriklistenbild: © Marton Monus

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