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135 Beamte bei Großeinsatz gefordert

Familienclan will Polizeiwache in Miesbach stürmen: Diese Strafe droht den Rädelsführern

Großeinsatz Polizeiwache Miesbach Familienclan
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In Miesbach wollte ein Familienclan die örtliche Polizeiwache stürmen. Es kam zu einem Großeinsatz der Polizei.

Miesbach - Wüste Szenen haben sich am Dienstag (10. August) rund um die Polizeiwache in Miesbach abgespielt. Eine rumänische Großfamilie hatte dabei einen spektakulären Großeinsatz ausgelöst und mit einer versuchten Gefangenenbefreiung für Aufsehen gesorgt.

Gegen 12.45 Uhr hatte das zuständige Polizeipräsidium Oberbayern Süd in einer Vorausmeldung einen „größeren Polizeieinsatz im Bereich des Volksfestplatzes“ bekannt gegeben. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, hieß es in der Mitteilung. Vor Ort waren dann in der Spitze bis zu 135 Polizisten nötig, darunter unter anderem Unterstützungskommando (USK), Bereitschaftspolizei, Beamte von anderen Dienststellen, Hundeführer und Beamte in Kettenhemden, um die Situation vor der Wache in der Schlierseer Straße zu entschärfen.

Was war passiert? Ein 22-jähriger Rumäne war am Montagabend in Hausham vorübergehend festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, ein Kind im Vorschulalter sexuell missbraucht zu haben. Der Mann wurde daraufhin in die Arrestzelle der Miesbacher Inspektion gebracht. Am Dienstagmittag rottete sich dann der Familienclan - nach Polizeiangaben „rund 25 Personen“ auf dem Volksfestplatz zusammen - und wollte gewaltsam in das Dienstgebäude der Polizei eindringen, um Kontakt zu ihrem Angehörigen aufnehmen zu können.

Es gab Würfe mit Steinen und Schuhen. Außerdem wurde versucht, die Tür der Wache aufzubrechen. Dabei sei die Tür aus den Angeln gerissen worden, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Meute auch bewaffnet ist, und eine verbale Beruhigung der Situation nicht möglich war, riefen die Miesbacher Polizisten Verstärkung. Unter Beobachtung eines Hubschraubers mussten die eingesetzten Polizisten letztlich Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. rosenheim24.de hatte bereits ausführlich darüber berichtet.

Der zuständige Ermittlungsrichter hat inzwischen Haftbefehl gegen den dringend tatverdächtigen 22-Jährigen erlassen. Dieser sowie das mutmaßliche Opfer gehörten zu einer Gruppe, die sich gerade auf der Durchreise durch Deutschland befindet.

Großeinsatz der Polizei in Miesbach

Fotos vom Großeinsatz der Polizei in Miesbach
Großeinsatz der Polizei in Miesbach. © Tobias Hase/dpa
Fotos vom Großeinsatz der Polizei in Miesbach
Großeinsatz der Polizei in Miesbach. © Tobias Hase/dpa
Fotos vom Großeinsatz der Polizei in Miesbach
Großeinsatz der Polizei in Miesbach. © Tobias Hase/dpa
Fotos vom Großeinsatz der Polizei in Miesbach
Großeinsatz der Polizei in Miesbach. © Tobias Hase/dpa

Welche Strafe droht den Randalierern?

Zwei Polizisten und drei Mitglieder des Familienclans wurden bei dem Einsatz leicht verletzt. Eines der Familienmitglieder musste ins Krankenhaus gebracht werden. Vier mutmaßliche Rädelsführer wurden festgenommen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und der gefährlichen Körperverletzung. Doch welche Strafe droht den Randalierern nun? Bei Landfriedensbruch handelt es sich um ein Vergehen, das eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren nach sich ziehen kann.

Auch bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte droht laut Gesetzgebung eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Verschärft werden kann die Strafe allerdings bei „besonders schweren Fällen“ auf bis zu fünf Jahre, wenn zum Beispiel - wie im Fall in Miesbach - die Tat gemeinschaftlich begangen wird. Auch der Einsatz und/oder das Mitführen etwaiger Waffen kann sich möglicherweise strafverschärfend auswirken. Bei gefährlicher Körperverletzung sieht das Gesetz unterdessen einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Es kommt hier vor allem auf die Schwere der Verletzungen und die weiteren Tatfolgen an.

mw

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