Seehofer kämpft für Mangfall-Retter

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Rosenheim - „Ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass diese Auszeichnung rasch verliehen wird.“ Dieses Versprechen gab Ministerpräsident Horst Seehofer jetzt mehr als 1700 Lesern von rosenheim24.de und OVB, die sich an der Aktion „Ein Orden für die Retter“ beteiligt haben. ** Video **

Mit ihren Unterschriften haben sich Bürgerinnen und Bürger aus dem ganzen Landkreis dafür ausgesprochen, dass den Rettern des Mangfall-Dramas vom vergangenen Juli die Bayerische Rettungsmedaille verliehen wird. 

Fotostrecke zur Unterschriften-Übergabe

Der Anstoß der gemeinsamen Unterschriften-Aktion von OVB und rosenheim24.de war von einem User des Internet-Portals gekommen. rosenheim24.de-User „mitschreiberling!“ kommentierte: „ich hoffe man schlägt die 2 Verstorbenen Helden!!! wenn auch postum für einen orden vor... Ich weiß davon werden sie leider nicht mehr lebendig, aber es zollt anerkennung, anerkennung dafür, dass 2. Menschen, die Helfen wollten ihr eigenes Leben für andere gegeben haben,... ebenso alle anderen, die sich am Dienstag Couragiert verhalten haben und dabei ihr eigenes leben Riskiert haben.“ Binnen kürzester Zeit stimmten ihm erst hunderte, dann weit über 1000 Menschen zu und schickten ihre Unterstützung per E-Mail oder sandten das Formular aus der Zeitung ein.

Ministerpräsident Horst Seehofer liest die Berichte, die rosenheim24.de zum Mangfall-Drama veröffentlicht hat. Neben ihm stehen Carmen Krippl, Chefredakteurin von rosenheim24.de, und Willi Börsch, Chefredakteur des OVB

Jetzt übergaben Carmen Krippl, Chefredakteurin von rosenheim24.de, und Willi Börsch, Chefredakteur des OVB, gemeinsam diese Unterschriften an den Ministerpräsidenten. Im Begleitschreiben wurden diese Retter für die Bayerische Rettungsmedaille vorgeschlagen: Josef und Christina Holzmair aus Bad Aibling, Stefan Brehm aus Bad Aibling, Herbert Spitzka aus Bad Aibling, Gerit Wagner aus Bad Aibling, Anton Faltlhauser aus Bruckmühl sowie posthum das bei der Rettung verstorbene Ehepaar Melanie und Helmut Hochreiter aus Bad Aibling.

Melanie und Helmut Hochreiter - das Ehepaar kam beim Versuch, den zwölfjährigen Sebastian H. aus der Mangfall zu retten, ums Leben

Die Auszeichnung, mit der der Freistaat jene ehrt, die unter Einsatz des eigenen Lebens ein anderes gerettet haben, wird normalerweise nur einmal jährlich vergeben. In dem besonderen Fall aus Bad Aibling will der Ministerpräsident jedoch persönlich dafür sorgen, dass es schneller geht: „Das wird klappen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Auszeichnung vergeben werden wird. In diesem Fall haben ja schon mehr als 1700 Bürgerinnen und Bürger geprüft.“  Der Landesvater weiter: „Jede Lebensrettung ist herausragend, aber hier liegen ganz besondere Umstände vor.“

Zum tragischen Tod des Ehepaares Hochreiter sagte Horst Seehofer: „Man muss diese Tat ganz, ganz oben ansiedeln. Lebensretter, die ihr eigenes Leben hingeben - das ist schon außergewöhnlich.“

Der Fall aus Bad Aibling gehe ihm tief unter die Haut, erzählte der Ministerpräsident. Aus eigener Erfahrung wisse er, wie tückisch Wasserstrudel sein könnten:  „Ich kenne das von der Donau, wo ich aufgewachsen bin. Wir sind als Kinder auch immer im Fluss geschwommen - trotz Verbots der Eltern. Da haben wir immer gebibbert, dass wir wieder rauskommen, besonders wenn wir in so einen Studel geraten sind. Man hat sich gegen die Kraft des Wasser gar nicht wehren können. Man ist einfach runtergezogen worden. Das ist mir selbst auch passiert.“

Seehofer erinnert sich aber auch, wie unvernünftig er als Bub trotzdem gewesen ist: „Das sitzt man dann eine Stunde am Ufer und zittert und überlegt, was alles hätte passieren können. Und dann sind wir doch wieder rein gegangen ins Wasser. Der Mensch ist ein Restrisiko.“

Den Lesern von rosenheim24.de und OVB versprach Horst Seehofer nun: „Ich werde selbst mit der Regierung sprechen, dass die Entscheidung über die Verleihung beschleunigt wird, und dass wir nicht abwarten, bis in Bayern im nächsten Frühjahr 2010 generell die Rettungsmedaillen wieder verliehen werden. Wegen der Besonderheit dieses Falles sollte es noch in diesem Jahr passieren.“

Ein Aspekt der Tragödie macht den Ministerpräsidenten jedoch stolz: „Es spricht für unsere Bevölkerung, dass hier Einsatz gezeigt wurde. Unsere Gesellschaft ist ganz offensichtlich nicht so kalt, wie es manchmal vermutet wird.  Es gibt praktizierte Nächstenliebe.“

ck/ro24-red

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Rubriklistenbild: © fkn

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