Positiver Rettungseinsatz

Frau bedankt sich bei Feuerwehr - die kann es kaum fassen

+
Eine Frau hat sich bei der Feuerwehr für ihre Rettung in Mintraching bedankt - mit gleich mehreren Geschenken.

Eine Schwimmerin ist im Landkreis Regensburg vermisst worden, die Feuerwehr sucht. Doch diese Geschichte nimmt ein ungewöhnliches Ende.

Mintraching - Eine Frau wird vermisst, die Feuerwehr rückt aus. So weit, so normal. Doch in dieser Geschichte gibt es gleich ein doppeltes Happy End - aber von vorn.

Am Almer Weiher im Mintrachinger Holz im Landkreis Regensburg treffen sich am 24. Juli ein paar Freunde zum Schwimmen. Die Sonne geht schon unter, doch eine Schwimmerin aus der Gruppe ist nicht zum Strand zurückgekehrt. Die Freunde machen sich Sorgen, wo ist ihre Begleiterin? Sie alarmieren die Feuerwehr, die fährt an den Weiher.

Rettungseinsatz in Mintraching: Die Feuerwehr kam zu spät

Es gibt ein Rettungsboot und bei Vorfällen auf dem Weiher wird auch immer die DLRG alarmiert. Doch als Johannes Weitzenbeck und seine Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Mintraching ankommen, gibt es nichts mehr zu tun.

Denn die Frau namens Susanne ist wieder aufgetaucht - im wahrsten Sinn des Wortes. „Die Schwimmerin war einfach nur 30 bis 40 Meter vom Ufer entfernt - ihre Freunde konnten sie nur nicht sehen“, erzählt Johannes Weitzenbeck von der Freiwilligen Feuerwehr Mintraching. Und die Schwimmerin? Sie hatte von dem Rettungseinsatz gar nichts mitbekommen. „Sie war ganz perplex“, sagt Weitzenbeck.

Rettungseinsatz in Mintraching: Das war das Geschenk

Alles gut also. Aber noch mehr als das: Mintraching ist ein Ort mit rund 4.800 Einwohnern und 60 aktiven Feuerwehrfrauen und Männern, die Wege sind nicht weit. Die doch nicht zu rettende Schwimmerin schaut beim Grillfest der Freiwilligen Feuerwehr vorbei, schenkt den Rettern einen Kasten Bier und lässt auch noch ein Dankesschreiben da. „Gut zu wissen, dass im Notfall so schnell kompetente Hilfe naht“, heißt es da von der Unbekannten, die mit „Sunsetschwimmerin“ (Sonnenuntergangs-Schwimmerin) unterschreibt.        

Ein Kasten Tegernseer Helles und ein Dankesschreiben, Weitzenbeck geht da das Herz auf. „Sowas passiert uns nicht alle Tage“, seufzt der bald 36-Jährige. 

Rettungseinsatz in Mintraching: Oft gibt es Kritik 

Weitzenbeck ist schon immer bei der Feuerwehr, 20 Jahre bereits. Arbeitet ehrenamtlich, insgesamt 50 Einsätze bestreitet die Mintrachinger Feuerwehr im Jahr, unentgeltlich - und oft gibt‘s auch noch eins auf die Zwölf, erzählt Weitzenbeck. „Warum wir nachts mit Sirenen fahren, warum wir absperren, warum das Blaulicht an ist, beschweren sich die Leute.“ 

Helden des Alltags: Ein Teil der Mintrachinger Freiwilligen Feuerwehr plus Festbraut, Festmutter und die Bürgermeisterin. Johannes Weitzenbeck ist der Erste von rechts.

Weitzenbeck setzt da auf Öffentlichkeitsarbeit - und auf die Erinnerung an kurz vorher zurückliegende Einsätze. „Wir hatten neulich einen schweren Unfall hier, wo wir Leute geborgen haben und auch einen Mann aus einem Wrack herausschneiden mussten. Da merken die Leute dann wieder, dass wir wichtig sind. Aber sobald die schlimmen Bilder aus den Köpfen der Leute verschwunden sind, geht das Gemecker wieder los.“ Immerhin: Handgreiflichkeiten gab es gegenüber der Mintrachinger Feuerwehr noch nie. 

Aber Weitzenbeck findet schon, dass die Leute härter geworden sind, „vielen schauen nur auf sich selbst, da kommt die Kritik dann ganz schnell“. 

Rettungseinsatz in Mintraching: Mit Social Media gegen die Vergesslichen

Gegen das Gemecker arbeitet die Feuerwehr mit unermüdlicher ehrenamtlicher Arbeit, Öffentlichkeitsarbeit in den sozialen Netzwerken und einem dicken Fell an. „Wenn sich mal einer beschwert, da stehen wir drüber“, versichert Weitzenbeck.

So verlieh die Feuerwehr, die sich sehr um Aufklärungsarbeit bemüht, ihrer Freude auch in einem Facebook-Post Ausdruck:

Einen Wunsch hat der Feuerwehrmann aber doch. „Wenn sich noch mehr Unfallopfer bei uns bedanken würden, nur ab und zu... das wäre schon schön.“    

Gebührt den Rettern von heute mehr Respekt? Machen Sie mit und stimmen Sie ab!

Sabrina Mazzola

Zurück zur Übersicht: Bayern

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT