Im Karwendelgebirge 

100 Schafe stürzen nach massiven Felssturz bei Mittenwald in den Tod

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Mittenwald - Ein Felssturz riss am Montagabend eine große Schafsherde mit sich. Rund 100 Tiere haben wohl nicht überlebt. Etwa 40 Tiere werden noch vermisst.

Am Montagvormittag, den 1. Juli, ereignete sich im Karwendelgebirge bei Mittenwald unweit der Hochlandhütte beim Predigtstuhl ein massiver Felssturz. Dabei sollen zahlreiche Schafe von den Gesteinsbrocken mitgerissen, andere verschüttet und verletzt worden sein. Andere Tiere dagegen seien in alle Richtungen weggelaufen. Etwa 40 Schafe seien noch vermisst, insgesamt sollen mehr als 100 betroffen sein, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.

Die Herde setzt sich aus Schafen von mehreren Landwirten zusammen, die nach dem Unglück sofort nach den Tieren suchten. Sie waren zwischen Dammkar und Hochlandhütte unterwegs. Stefan Müller, Wirt der Hochlandhütte, war einer der ersten Augenzeugen. "Ich kann dazu noch nichts sagen, es ist noch zu frisch. Das Ereignis muss ich erst mal sacken lassen", sagte Müller gegenüber dem Münchner Merkur. „Unsere Landwirte sind eng mit ihren Tieren verbunden", sagte Landrat Anton Sperr. "Das Unglück am Predigtstuhl ist ein sehr tragisches Ereignis von gewaltigem Ausmaß." Bergschafe haben für die Isartaler einen hohen Stellenwert.

War das Erbeben Schuld am Felssturz?

Die Frage, die sich nun stellt, ist, ob der Felssturz mit dem Erbeben am vergangene Freitag in Verbindung steht. Um Garmisch-Partenkirchen bebte die Erde mit einer Stärke von 3,0. Nun sollen Forscher herausfinden, ob dadurch Schäden im Fels entstanden sind. 

Die Polizei und die Bergwacht suchten anschließend das Gebiet ab, welches bei Wanderern sehr beliebt ist. Es wurden glücklicherweise keine Verschütteten gefunden. "Wir mussten schnell überprüfen, ob keine Menschen zu Schaden kamen“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gegenüber dem Münchner Merkur. Am Dienstagabend soll beraten werden, wie die Schafe, die überlebt haben, in Sicherheit gebracht werden können und wer für die Kosten des Einsatzes aufkommt, so der Bayerische Rundfunk weiter.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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