Mixa überraschend in Rom

+
Mixa

Augsburg/Rom - Der zurückgetretene Augsburger Bischof Walter Mixa hat überraschend den Vatikan besucht.

Nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch) soll er sich vor der Bischofskongregation um eine Teilrehabilitation bemüht haben, nachdem sich Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen ihn als gegenstandslos erwiesen. Das Augsburger Ordinariat bestätigte am Mittwoch die Romreise, ohne nähere Angaben zu machen. Anschuldigungen, Mixa habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in den Jahren 1975 bis 1996 Heimkinder massiv geprügelt und Stiftungsgeld zweckentfremdet, wurden inzwischen erhärtet, sind aber verjährt.

Spekulationen, Mixa könnte sich um eine Rücknahme seines Ende April eingereichten und vom Papst angenommenen Rücktritts als Bischof bemühen, werden in Augsburger Bistumskreisen für unwahrscheinlich gehalten. Ein vom Papst angenommener Rücktritt eines Bischofs sei eine kirchenrechtlich abgeschlossene Angelegenheit, hieß es. Es sei dagegen eher normal, dass ein Bischof, gegen den so schwere Vorwürfe wie gegen Mixa erhoben wurden, vor der Bischofskongregation im Vatikan Stellung bezieht.

Der Augsburger Weihbischof Josef Grünwald und derzeitige Bistumsverwalter untersagte Mixa indessen eine Feier zu dessen 40. Priesterjubiläum an einer umstrittenen Gebetsstelle bei Lindau am Bodensee. Mixa wollte sein Jubiläum im Juli in Wigratzbad feiern. Dort soll es Erscheinungen gegeben haben, die von der Kirche aber nicht anerkannt werden. Die dortige esoterisch-charismatische Bewegung könnte Mixa als Märtyrer für ihre umstrittenen Ziele instrumentalisieren, so die Befürchtungen. Deshalb stieß das Verbot im Bistum Augsburg auch unter Mixa-Anhängern auf Verständnis.

dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser