Mörder von Mespelbrunn gesteht

+
Alexander R. wird vorgeworfen, in Mespelbrunn eine dreifache Mutter erstochen zu haben. Er hat dafür nach eigenen Worten vor Gericht die Verantwortung übernommen.

Aschaffenburg - Alexander R. hat nun doch noch gestanden, eine dreifache Mutter in Mespelbrunn erstochen zu haben. Das Tatmotiv liegt weiter im Dunkeln.

Für den mutmaßlichen Spessartmörder Alexander R. kann es nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nur die Höchststrafe geben: lebenslang mit Sicherungsverwahrung. “Es gibt keinerlei Anhaltpunkte dafür, dass ein anderer als der Angeklagte der Täter ist“, sagte Oberstaatsanwalt Walther Schmidt vor dem Landgericht Aschaffenburg.

Überraschendes Geständnis

Der 38-Jährige bestätigte zugleich erstmals eindeutig, dass er der Täter war. “Alexander R. ist Schuld am Tod von Carmen Spielmann“, sagte sein Verteidiger Heinrich Koos.

Alexander R. hat laut Anklage im Juli vor zwei Jahren eine dreifache Mutter in Mespelbrunn (Landkreis Aschaffenburg) erstochen. Die 32-jährige Carmen erwiderte die Liebe des Angeklagten nicht. Das konnte der 38-Jährige nach Worten des Oberstaatsanwalts nicht akzeptieren und hat sie deshalb getötet.

Ob das stimmt, weiß aber selbst die Verteidigung nicht. Alexander R. schweigt zu seinem Motiv. Der Verteidigung zufolge war die Tat nicht geplant. Alexander R. habe die Frau im Affekt erstochen, also im Zustand einer heftigen Gemütsbewegung. Zuvor hätten sich beide minutenlang lautstark gestritten, die 32-Jährige habe den Angeklagten gekränkt.

Staatsanwalt fordert Sicherheitsverwahrung

Das Gericht sollte daher prüfen, ob der Mann wegen schwerer Körperverletzung mit Todesfolge oder wegen Totschlags im Affekt zu verurteilen sei. Die Verteidigung plädierte auf 14 Jahre Haft. Das Urteil soll am 23. Juni gesprochen werden. Gut 40 Minuten erklärte der Oberstaatsanwalt, warum Alexander R. auch nach 15 Jahren Gefängnis nicht entlassen werden sollte. Wird wie beantragt die besondere Schwere der Schuld festgestellt und Sicherungsverwahrung angeordnet, bleibt ein Täter auf unabsehbare Zeit im Gefängnis. Der Angeklagte ist nach Schmidts Worten eine Gefahr für die Allgemeinheit, eine Wiederholung der Bluttat sei nicht auszuschließen.

Der 38-Jährige und die Frau kannten sich von der Arbeit im Schlosshotel Mespelbrunn. “Er schrieb ihr Liebesbriefe und umwarb sie“, erklärte Schmidt. Weil die verheiratete Frau keine Beziehung mit dem Angeklagten wollte, soll er ihren Mord geplant haben. Alexander R. hat sich in dem seit Ende April laufenden Prozess nie persönlich geäußert, ließ lediglich mitteilen: “Ich übernehme die volle Verantwortung für den Tod von Carmen Spielmann.“ Erst nach dem Urteil will er den Angehörigen des Opfers erklären, warum die 32-Jährige sterben musste.

Der 38-Jährige, der aus einer kleinen Gemeinde im Spessart stammt, steht unter anderem auch wegen schweren Raubes, schwerer räuberischer Erpressung, erpresserischem Menschenraub und Geiselnahme vor Gericht. In seiner nach der Tat fast einjährigen Flucht war er nachweislich zweimal in seine Heimat zurückgekehrt und hatte Verwandte überfallen.

dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser