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Alkoholkonsum vor den Schichten

Mordprozess um „Todespfleger“ (26) in München: Kater als Grund für die schrecklichen Taten?

Mordprozess gegen „Todespfleger“ in München
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Der angeklagte Krankenpfleger wird zum Prozess-Auftakt von Justizbeamten in den Gerichtssaal geführt.

Es geht um Mord, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung: Am Dienstag (24. Januar) startete am Landgericht München I der Prozess gegen einen sogenannten „Todespfleger“. Laut Anklage habe der Mann zwei Patienten umgebracht und versucht, drei weitere zu ermorden.

München – „Ich hab da einen großen Fehler gemacht.“ Mit diesen Worten zeigte sich der angeklagte „Todespfleger“ zum Prozessauftakt vor dem Landgericht München I am Dienstag (24. Januar) reumütig. Der 26-Jährige, der unter anderem wegen zweifachen Mordes und sechsfachen Mordversuches angeklagt ist, legte ein umfassendes Geständnis ab.

„Mir fehlen manchmal selber die Worte“, erklärte der junge Mann und fügte an, dass es nicht seine Absicht gewesen sei, dass jemand stirbt. Seine schrecklichen Taten versuchte er anschließend mit Alkoholkonsum vor einigen seiner Schichten und dem damit verbundenen Kater zu erklären. „Ich habe sie ruhigstellen wollen“, so der 26-Jährige weiter. Die Vorfälle würden ihm eigenen Angaben zufolge „von Herzen leid“ tun.

Mordanklage der Staatsanwaltschaft

Die Ermittler werfen dem Mann vor, im Jahr 2020 zwei seiner Patienten getötet und es bei drei weiteren versucht zu haben. Weil er es bei zweien mehrfach versuchte, zählt die Anklage insgesamt sechs Mordversuche. Außerdem habe er den Patienten auf einer sogenannten Wachstation – einer Zwischenstation zwischen Intensiv- und normaler Station – Beruhigungsmittel, Adrenalin oder Blutverdünner gespritzt. Die Staatsanwaltschaft ging in ihrer Anklage von zwei Mordmerkmalen aus: Heimtücke und niedrige Beweggründe.

„Im Krankenhaus wird da nicht so darauf geachtet“, erklärte der Pfleger dazu, dass es ihm möglich war, die Medikamente zu entnehmen ohne dass es jemand merkte. Weiter gab er an, die Arzneimittelbestellungen selbst gemacht und die starken Beruhigungsmittel auch selbst in großen Mengen eingenommen zu haben.

Zu den Patienten des Mannes aus Nordrhein-Westfalen zählte auch der 2022 gestorbene Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger. Ein Urteil gegen den Pfleger wurde seitens der Kammer noch nicht gefällt.

aic mit Material der dpa

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