Demonstration im Stadtzentrum

Mühldorfer Muslime setzen Zeichen gegen Gewalt

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Über 60 Muslime haben in Mühldorf ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt
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Mühldorf - "Wir stehen mit Euch": Über 60 Muslime aus der Region haben in Mühldorf mit einer Demonstration ein Zeichen gegen Gewalt und für Pressefreiheit gesetzt.

Unter dem Motto "Wir stehen mit Euch" haben Vertreter der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinden ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt. An der Demonstration in der Weißgerberstraße, unweit der Redaktion des Mühldorfer Anzeigers, beteiligten sich über 60 Muslime aus der Vorstandschaft der Ditib-Gemeinden in Mühldorf, Waldkraiburg, Trostberg, Burgkirchen, Schwindegg, Unterneukirchen und Massing, mehrere Imame, Vertreter der Kirchen der Stadt, Bürgermeisterin Marianne Zollner sowie Vertreter weiterer politischer Parteien.

Die Medienlandschaft ist ein "tragender Pfeiler der Gesellschaft"

Mit der Demonstration distanzierten sich die Muslime von Gewalt im Namen des Islam und sprachen der Presse ihre Solidarität aus. Nach einem kurzen Gebet mit dem Trostberger Imam Ahmet Cimen hatten mehrere Redner das Wort. "Es quält unser Herz und unser Gewissen, wenn Menschen den Namen unseres Schöpfers missbrauchend morden, während wir Vergebung, Rechtleitung und die Gnade Allahs erbitten", sagte Zihni Yildiz, Jugendkoordinator bei Ditib, in seiner Ansprache. "Unserem Glaubensbekenntnis nach hat niemand das Recht, an Stelle Allahs zu handeln, geschweige denn über das Leben anderer zu richten."

Yildiz sprach explizit auch das Thema Pressefreiheit an: "Wir sind der Überzeugung, dass der Terroranschlag auf das Leben von Medienschaffenden ein Anschlag auf die tragenden Pfeiler nicht nur der französischen, sondern auch unserer freiheitlichen Gesellschaft sind." Yildiz betonte, dass man zwar die Berichterstattung über den Islam in Deutschland kritisieren könne, die Unversehrtheit oder das Leben eines Menschen jedoch niemals angetastet werden dürfe.

"Wir jagen der Wahrheit und dem Frieden nach"

Bürgermeisterin Marianne Zollner ergriff ebenfalls das Wort. "Ich denke, ich spreche Ihnen aus der Seele, wenn ich sage, Ihre Religion wird hier missbraucht", sagte Zollner mit Blick auf die Anschläge in Paris. "Dieses Zeichen, das wir heute setzen, ist ein ganz wichtiger Schritt, um den Menschen zu zeigen: Wir leben hier in Frieden zusammen." Ähnlich äußerte sich Michael Maurer, Diakon der Mühldorfer Stadtkirche: "Wir (Christen und Muslime) zeigen, dass wir mit unserem glauben der Wahrheit und dem Frieden nachjagen."

Markus Honervogt, Redaktionsleiter des Mühldorfer Anzeigers, dankte im Namen aller Mitarbeiter für das Zeichen der Solidarität mit der Arbeit der Journalisten. "Presse- und Meinungsfreiheit sind die Pfeiler unserer täglichen Arbeit." Zugleich machte er deutlich, dass man bei allen Meinungsunterschieden die religiösen Gefühle anderer achte. "Das haben wir in der Vergangenheit getan. Und das werden wir auch in Zukunft tun."

Zeitgleich fand auch in Rosenheim eine Kundgebung der Türkisch-Islamischen Gemeinde vor den Redaktionsräumen des OVB statt.

Mühldorfer Muslime demonstrieren gegen Gewalt

Quelle: innsalzach24.de

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