Wahlplakate von FDP-Landratskandidat Corticelli beschmiert

Mühldorfer Politiker kontert cool im Video: "Nö, ich bin kein Nazi!"

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Das Wahlplakat von FDP-Landratskandidat Peter Corticelli wurde mit dem Wort "Nazi" beschmiert. Doch der 49-Politiker lässt das nicht auf sich sitzen.

Landkreis Mühldorf/Buchbach - Jemand hat auf das Wahlplakat des Kandidaten für das Amt des Landrats im Kreis Mühldorf, Peter Corticelli, das Wort "Nazi" geschmiert. Doch wie reagiert der Politiker darauf? In einem Video bezieht er nun Stellung. 

Am 15. März finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Die FDP (Freie Demokratische Partei) Mühldorf schickt dabei Peter Corticelli für das Amt des Landrats ins Rennen. Neben dem 49-Jährigen treten auch noch fünf weitere Kandidaten von CSU, SPD, Grünen, AfD und UWG/WGW an. Der Wahlkampf ist also in vollem Gange. 


An fast jeder Straßenecke sieht man derzeit zahlreiche Wahlplakate der verschiedenen Parteien, so auch in Mühldorf am Inn. Einige Plakate der FDP sind nun mit dem Wort "Nazi" beschmiert worden. Hintergrund ist vermutlich der Thüringen-Eklat, bei dem sich der FDP-Politiker Thomas Kemmerich mit Stimmen der AfD zum Thüringer Ministerpräsidentenwählen wählen ließ. 

Peter Corticelli veröffentlichte nun ein Video auf YouTube, in dem er relativ lässig auf die "verschönerten" Plakate reagiert. "In der Tat, da steht Nazi, aber wir wissen natürlich alle, dass das so mit Sicherheit nicht stimmt", so der FDP-Landratskandidat vor einem beschmierten Plakat in Mühldorf. 


Corticelli: "Nö, ich bin kein Nazi"

"Ich werde das jetzt nicht abnehmen und austauschen (...) ich werde mir einen Edding kaufen und werde da drunter schreiben: Nö", sagt er ganz ruhig in dem fünfminütigen Video. Erstaunt ist er auch darüber, dass sich die Personen die Mühe gemacht haben, die Plakate zu bemalen. 

Bewaffnet mit dem schwarzen Edding, schreibt er dann direkt unter das Wort "Nazi" einfach nur ein "Nö!" samt Smiley. Auch eine Blume und ein Herz malt er noch dazu, während er betont: "Nö, ich bin kein Nazi".

Vier Mutmaßungen über den/die Täter

Doch wieso tauscht er das Plakat nicht einfach aus? In dem Video bezieht er dazu Stellung und sagt, dass sein Gesprächsangebot auf dem Tisch liege. "Es ist ein gewisser Dialog, er schreibt was, ich schreibe was. Vielleicht können wir die nächste Runde des Dialogs tatsächlich zivilisiert führen - schreibt mir eine E-Mail, ruft mich an, über WhatsApp oder schmeißt mir einen anonymen Zettel in den Briefkasten."

Ehe das geschehe, könne er nur Mutmaßungen aufstellen, wieso die FDP-Wahlplakate angemalt wurden. "Du bist einfach ein Depp, jemand der gerne auf Randale aus ist", wäre die erste von Peter Corticelli. Aber auch einen aufrechten Linksaktivisten oder eine "False Flag Operations" könnte seiner Meinung nach dahinterstecken. Als vierte Möglichkeit vermutet der 49-Jährige ein persönliches Problem mit ihm selbst. 

Beschmieren von Wahlplakaten ist kein Kavaliersdelikt

Das Beschmieren von Wahlplakaten stellt grundsätzlich eine Straftat dar. Besonders hart können die Strafen ausfallen, wenn verfassungsfeindliche Symbole auf Wahlplakate geschmiert werden. 

Werden die Zerstörer erwischt, drohen ihnen Geldstrafen oder sogar bis zu zwei Jahre Haft wegen Sachbeschädigung. Corticelli will in seinem Fall auf eine Anzeige verzichten.

jg

Quelle: innsalzach24.de

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