Erst kürzlich wieder Einsatz bei Waldkraiburg

Immer wieder Rehe im Innkanal - So soll Besserung kommen

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Ein Reh wird erfolgreich 2017 gerettet.
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Waldkraiburg - Immer wieder fallen Tiere, vor allem Rehe in den Innkanal. Nun will der Betreiber Abhilfe schaffen.

Erst am Sonntagnachmittag war es wieder geschehen. Aufgrund eines nahe Ebing im Innkanal gesichteten Rehs waren die Feuerwehren aus Kraiburg, Waldkraiburg, Pürten, Ebing und Mühldorf am Inn sowie das Technische Hilfswerk Mühldorf am Inn zum Innkanal zur Rettung alarmiert worden. Das Tier konnten die Einsatzkräfte allerdings nur noch tot bergen.

Solche Einsätze gibt es immer wieder. Beispielsweise im Mai des vergangenen Jahres oder dem Juni 2017 gelang es der Wasserwacht Töging jeweils, in den Kanal gefallene Tiere lebend zu retten. "Es sind schon mal vier bis fünf solcher Einsätze in einem Jahr", berichtet Martin Wiedenmannott von der Wasserwacht Töging. "An und für sich sind das in der Regel gut zu bewältigende Einsätze." 

Kraftwerk-Betreiber will Abhilfe schaffen

Das wesentliche Problem sei nicht, dass Rehe und andere Tiere in den Kanal fallen, sondern dass sie dann nicht mehr herauskommen, betont Wiedenmannott. "Das Problem ist uns bekannt und im Zuge der Erneuerung des Kraftwerks in Töging und der damit verbundenen Erweiterung des Kanals arbeiten wir daran, es zu beheben", betont Wolfgang Syrowatka von der Verbund AG, die das Kraftwerk Töging und den zugehörigen Innkanal betreibt. "In der Vergangenheit haben wir bereits verschiedene, unterschiedlich erfolgreiche Lösungsansätze erprobt. Die Erfahrungen daraus werden nun in dauerhafte Lösungen einfließen."

Am Innkanal laufen derzeit Bauarbeiten, wie hier bei Waldkraiburg.

"Es gibt sogar eine extra eingesetzte Arbeitsgruppe, die sich nur mit dieser Thematik befasst. Wir stehen dabei im engen Austausch mit dem Bund Naturschutz, den Wasserwachten und anderen Experten." Ein Lösungsansatz sei beispielsweise, dass ein rauerer Beton für die Kanalwände verwendet würde, damit Kleintiere wie Igel diesen besser wieder hinaufklettern können.

Innkanal soll erweitert werden

Schon seit einiger Zeit laufen die Vorarbeiten für das neue Wasserkraftwerk in Töging im Inn. Kleiner als ursprünglich geplant soll es werden, bei gleichzeitig höherer Effizienz. So sollen nach Fertigstellung drei Turbinen mehr Strom liefern als die 14 von 15, die derzeit im bestehenden Kraftwerk in Betrieb sind.

Am Innkanal laufen derzeit Bauarbeiten, wie hier bei Waldkraiburg.

Damit das neue Kraftwerk in Töging die Kraft des Wassers möglichst effizient verstromen kann, ist eine Erhöhung des Wasserspiegels im Innkanal nötig. Ganze 70 Zentimeter mehr sollen es sein. Deswegen wird derzeit entlang des Innkanals gebaut. Die Betonwände rechts und links müssen erhöht werden. In Waldkraiburg und auch andernorts gab es daran schon Kritik durch Umweltschützer.

Gegenüber innsalzach24.de betonte da Unternehmen bereits, das alles dafür getan werde, um Biotope für seltene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Das Erdreich werde sorgsam auf einer Art Arbeitsstreifen entlang des Innkanals zwischengelagert, um es später wieder aufzubringen. Danach werde regional typisches Saatgut ausgebracht, um den Urzustand so gut wie möglich wiederherzustellen.

Quelle: innsalzach24.de

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