Video: Mann fackelt Auto mitten in München ab

So nüchtern reagiert BMW auf den Flammen-Protestler

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München - Am Dienstag gegen 16.20 Uhr parkte ein 64-Jähriger seinen Wagen am Petuelring. Im Anschluss schüttete er Benzin in das Fahrzeuginnere und setzte seinen eigenes Auto in Brand. Der 64-Jährige ist kein Unbekannter

Update, Donnerstag 5.45 Uhr: Protestler kein Unbekannter

Um auf die angeblichen Mängel seines M6 (BMW) aufmerksam zu machen, hat Dr. Hadi Pourmohseni am Dienstag zum wiederholten Mal einen sündhaft teuren Wagen angezündet. Dieses Mal fand die „Protestaktion“ des 64-jährigen Geschäftsmanns direkt vor dem BMW-Museum am Olympiapark statt. Vor neun Jahren hatte sich der Geschäftsmann in Italien einen nigelnagelneuen M6 im Wert von 120.000 Euro geleast. „Doch der Wagen, den ich bekommen habe, war nicht der, den ich bestellt hatte“, erinnert er sich. „Getriebeschäden, Klappern“ – das Auto soll von Anfang an defekt gewesen sein, so der 64-Jährige gegenüber unserem Partnerportal tz.de.

Nachdem sich Pourmohseni daraufhin an die Hersteller gewendet hatte, seien die Mängel „lediglich als Elektroniksache abgetan worden.“ Also brachte er seinen Wagen in die Werkstatt. „Das Ergebnis war ernüchternd“, erzählt er. Noch heute soll das Gefährt „massive Mängel“ aufweisen. Weil BMW Pourmohsenis Forderung nach weiteren Reparaturen zurückgewiesen haben soll, stoppte der 64-Jährige seine Ratenzahlung und zog vor Gericht. Nun soll er den Wagen, den er, wie er selbst sagt, „inzwischen abbezahlt hat“, an das Unternehmen zurückgeben.

Doch alle Versuche, Kontakt mit dem Unternehmen aufzunehmen, seien nach seiner Auskunft gescheitert. Schließlich beschloss er, den angeblichen Kundenbetrug des Automobil-Konzerns publik zu machen: 2013 drosch er mit einer Axt auf seinen Neuwagen ein – ließ ihn reparieren und wiederholte seinen „Protest“. 2015 setzte er einen Z3 in Brand, nun einen 7er BMW, den er extra für sein Vorhaben angekauft hatte.

Wie ein Sprecher des Automobil-Konzerns gestern auf tz-Anfrage bekanntgegeben hat, hat sich das Unternehmen „nichts vorzuwerfen“. Schließlich soll BWM-Italia damals angeboten haben, die Kosten der Reparatur zu übernehmen. „Doch Pourmohseni lehnte ab.“ Außerdem sei der 64-Jährige durch seinen Leasing-Vertrag lediglich Mieter – „BMW rechtmäßiger Besitzer“. Die Polizei ermittelt nun wegen möglicher Sachbeschädigung.

Update, 16.25 Uhr: Video vom brennenden Auto

Wie unser Partnerportal tz.de berichtet, hat der Mann seinen BMW direkt vor dem Museum des Konzerns in München angezündet. Im Netz ist dazu auch ein Video aufgetaucht:

Erstmeldung

Grund dieser Brandstiftung war nach Aussage des 64-Jährigen ein Rechtsstreit mit einem Automobilhersteller. Dazu stellte er sich in unmittelbarer Nähe des brennenden Wagen mit einem Plakat auf, auf dem "Prozessbetrüger, Kundenerpressung, schämt Euch" stand. 

Passanten, die auf den Brand aufmerksam geworden sind, verständigten die Feuerwehr. Das Fahrzeug brannte bis zum Eintreffen der Feuerwehr komplett aus. Durch das Feuer wurden eine eingrenzende Wiese und ein Gehweg oberflächlich beschädigt. Der Fahrzeughalter wurde durch die Flammen leicht verletzt. Das für Branddelikte zuständige Kommissariat 13 hat die Ermittlungen übernommen.

Pressemeldung Polizei München

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